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Frank Schaefer (r.) ist seit 1982 mit kurzen Unterbrechungen beim 1. FC Köln © imago

Kölns Interimscoach hat die Klub-Bosse mit dem Sieg gegen Hamburg überzeugt und darf erstmal weitermachen. HSV-Coach Veh ist sauer.

Von Matthias Becker

München/Köln - Der Job-Vermittler war von seinem Klienten voll und ganz überzeugt.

"Unbedingt, ja!", sagte Stürmer Milivoje Novakovic bei "LIGA total!" Auf die Frage, ob Interimscoach Frank Schaefer auch langfristig Trainer beim 1. FC Köln bleiben soll.

Mit drei Treffern hatte der vom bisherigen Coach Zvonimir Soldo verschmähte Novakovic die starken "Geißböcke" gegen den HSV zum zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Schaefer geschossen. 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag)

Und die Klub-Bosse haben die Botschaft von "Nova" verstanden. "Es gibt keinen Zweifel daran: Die beiden bleiben das Gespann", sagte Manager Michael Meier über das Duo Schaefer und Dirk Lottner:

"Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir jetzt andere Trainer ins Gespräch bringen würden."

Heißt im Klartext: Übergangslösung Schaefer darf bleiben.

Köln kann doch Fußball spielen

Und das wird nicht nur Novakovic, den Mann, der mit seinem Dreierpack den festen Job vermittelte, freuen. Denn die Befreiung der Mannschaft nach der Entlassung Soldos war mit Händen zu greifen.

Dauerte es beim 3:0-Pokalerfolg gegen 1860 München noch 60 Minuten, bis der FC in Fahrt kam, waren es gegen den HSV nur noch zehn. Dann schlug Novakovic zum ersten Mal zu - und es entwickelte sich ein sehr sehenswertes Bundesligaspiel.

Die Kölner zeigten, dass sie eben doch Fußball spielen können - wenn man sie von Seiten des Trainers auch lässt. Lukas Podolski marschierte vorneweg, der junge Christian Clemens spielte öffnende Pässe und Novakovic knipste

"Heute hat die Mannschaft das richtige Gesicht des FC gezeigt", sagte Novakovic und lobte Schaefer: "Ich muss mich bei ihm bedanken, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat. Für mich war es eine schwere Zeit, ich habe schon über einen Wechsel im Winter nachgedacht."

Podolski bärenstark

Schon nach dem ersten Tor zeigte sich, dass die Gastgeber unter dem Duo Schaefer/Lottner - beides gebürtige Kölner - emotional wieder bei sich selbst angekommen sind.

Der bärenstarke Podolski, Vorbereiter von zwei Toren, drehte nach seinem Freistoß, der den ersten Treffer einleitete, direkt zu Schaefer ab. Podolski ist einer von vielen Profis, die unter dem Coach schon in der Kölner Jugend gespielt haben.

"Die Art und Weise wie die Mannschaft Fußball gespielt hat, war das Entscheidende", lobte Schaefer bei "LIGA total!" ein wenig auch sich selbst. Er bleibt aber auch auf dem Teppich, lehnte eine Einladung ins ZDF-Sportstudio entschieden ab.

Meier will durchhalten

Den frischen Wind auf dem Rasen konnte sich die Klubführung nicht länger verschließen. Nachdem der FC die "Rote Laterne" des Tabellenletzten an Erzrivalen Borussia Mönchengladbach abgegeben hatte, verstummten sogar kurzzeitig die "Meier raus"-Rufe. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der viel kritisierte Manager schöpfte daraus neue Kraft und will durchhalten. "Der Weg, die Brocken hinzuwerfen, das ist der leichtere", sagte Meier bei "LIGA total".

HSV im Mittelmaß angekommen

Die Brocken hinwerfen wird HSV-Coach Armin Veh nicht gleich. Nach der zweiten bitteren Auswärtspleite binnen vier Tagen war der Trainer aber völlig bedient.

"So ein Spiel musst du dann eben auch gewinnen, wenn der eine oder andere nicht da ist", sagte er angesichts von elf fehlenden Profis.

Mit 15 Punkten stehen die Hamburger da, wo sie so gar nicht hin wollten: im grauen Tabellen-Mittelfeld.

Veh: Sind keine Spitzenmannschaft

Wie schon bei der 2:5-Niederlage im Pokal in Frankfurt - als Veh noch mit Grippe das Bett hütete - war der HSV in der Defensive zu sorglos und hatte in der Offensive Pech.

Die Aushilfs-Außenverteidiger Robert Tesche und Tomas Rincon ließen den Kölner riesige Räume. Stürmer Paolo Guerrero hatte beim Stand von 2:2 Pech mit einem Lattentreffer.

Vom Anspruch einer Spitzenmannschaft ist die Veh-Elf weit entfernt, weiß der Trainer: "Momentan sind wir das nicht!"

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