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Kjaer (M.) köpft, Dzeko (r.) vollendet: Wer nun der Torschütze ist, bleibt noch offen © imago

Dzeko oder Kjaer? Wolfsburg sucht nach dem wichtigen Sieg gegen Stuttgart den Torschützen. Die Schwaben sind frustriert.

Wolfsburg - Stark gespielt, den Negativ-Trend gestoppt - der VfL Wolfsburg konnte die ungewöhnliche Suche nach dem Schützen des Führungstreffers beim 2:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart mit guter Laune und einer gehörigen Portion Humor angehen.

"Ich bin immer für technische Hilfsmittel", sagte VfL-Trainer Steve McClaren mit Blick auf den kuriosen ersten Treffer: "Da ich Engländer bin, kann man das wohl verstehen."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Offiziell hieß der Schütze des 1:0 in der sechsten Minute zunächst Edin Dzeko. Allerdings hatte kurz zuvor Verteidiger Simon Kjaer getroffen.

Nach seinem Kopfstoß tropfte der Ball von der Unterkante der Latte deutlich sichtbar hinter die Torlinie und von da aus zurück ins Feld - ähnlich wie im Achtelfinale der WM in Südafrika, als den Engländern ein klarer Treffer beim 1:4 gegen Deutschland verwehrt worden war.

"Ich glaube nicht, dass der Schiedsrichter das Tor gegeben hätte, wenn Dzeko den Ball nicht noch reingeköpft hätte", sagte Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß. 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag)

Entscheidung am Sonntag: "Der Trend geht zu Dzeko"

Kjaer selbst gab sich großzügig: "Ich hoffe, dass es mein Tor war. Aber wenn es am Ende Dzeko zugeschrieben bekommt, ist es auch okay", meinte der dänische Abwehrspieler.

Schiedsrichter Markus Wingenbach studierte nach dem Abpfiff die Videobilder eingehend, doch auf einen Torschützen wollte er sich auch zwei Stunden nach dem Spiel nicht festlegen.

"Es wird wohl erst am Sonntag eine Entscheidung fallen. Der Trend geht zu Dzeko", sagte Wolfsburgs Pressesprecher Gerd Voss.

Auch Hoeneß für technische Hilfsmittel

Kein Wunder, dass nicht nur McClaren vom Weltverband FIFA den Einsatz von Torlinientechnik forderte.

"Ich sage schon seit Jahren: Wenn es um so elementare Entscheidungen wie Tor oder nicht Tor geht, benötigen wir technische Hilfsmittel", sagte Hoeneß.

Die Erleichterung im Wolfsburger Lager war trotz des Rätselratens um den Torschützen groß.

McClaren zufrieden

"Die Mannschaft hat die richtige Reaktion auf die letzten Wochen gezeigt, gut gearbeitet und ein gutes Resultat geholt", sagte McClaren, dessen Team nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg der Abstiegszone bedrohlich nahe gekommen war.

Nun aber dürfen die "Wölfe" wieder ein wenig auf das Erreichen eines internationalen Platzes hoffen.

"Das war kein glanzvoller, aber ein verdienter Sieg", sagte Hoeneß, der seiner Mannschaft einen deutlichen Aufwärtstrend attestierte.

Auch die zuletzt heftig diskutierte Charakterfrage hatte das Team nach Einschätzung des Managers positiv beantwortet.

"In den letzten Spielen gab es ab der 70. Minute immer so eine Delle. Das hat uns einige Punkte gekostet. Heute hat die Mannschaft bis zum Schluss konzentriert gespielt und verdient gewonnen."

Keller ist enttäuscht

Im Stuttgarter Lager herrschte indes Frust. "Die Enttäuschung ist unheimlich groß", meinte Trainer Jens Keller, der im fünften

Spiel als VfB-Coach seine erste Niederlage einstecken musste. "Das Spiel hätten wir nicht zwingend verlieren müssen, Wolfsburg war nicht viel besser als wir. Sie waren nur bei den Standards wacher", sagte Keller.

Christian Gentner, in der letzten Saison noch für die "Wölfe" aktiv, sprach von einer herben Enttäuschung.

Stuttgart wieder im Abstiegskampf

"Diese Niederlage ist ein großer Rückschlag für uns. Wir können es uns in unserer Lage nicht erlauben, Punkte abzugeben", sagte Gentner mit Blick auf die Tabelle.

Dort steckt der VfB nach seinem kurzen Zwischenhoch wieder tief im Abstiegskampf.

Vor dem Rückspiel in der Europa League am Donnerstag gegen den FC Getafe (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) hofft Keller, dass sich das VfB-Lazarett etwas lichtet.

"Der eine oder andere verletzte Spieler wird uns wieder zur Verfügung stehen. Wir wollen das Weiterkommen klarmachen.

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