vergrößernverkleinern
Michael Frontzeck ist seit Juli 2009 Trainer von Borussia Mönchengladbach © getty

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck äußert sich zu Abwehrproblemen, Baillys Degradierung und seiner möglichen Entlassung.

München - Borussia Mönchengladbach hat das Kellerduell in Kaiserslautern verloren und steht mit lediglich sechs Punkten aus zehn Spielen auf dem letzten Tabellenplatz.

Am zweiten Spieltag verbuchten die Gladbacher einen spektakulären 6:3-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen, danach kam kein weiterer Dreier hinzu.305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag)

Im Nachhinein hätte Trainer Michael Frontzeck gerne auf den Coup bei der Werkself verzichtet.

"Das hat alte Begehrlichkeiten geweckt", sagte Frontzeck am Sonntag im SPORT1-"Doppelpass".

Die Begehrlichkeiten konnte die Borussia bisher nicht einmal annähernd erfüllen. Vor allem das sein Team bereits 30 Gegentore hinnehmen musste, bereitet dem Trainer Sorgen.

Als Grund für die Misere nennt Frontzeck vor allem die anhaltenden Personalprobleme der "Elf vom Niederrhein".(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er habe "fünf oder sechs mal die Viererkette ändern müssen", da könne man nicht von Stabilität sprechen.

Der 46-Jährige sprach außerdem über seine mögliche Entlassung, die Degradierung von Torwart Logan Bailly und den Rauswurf von Raul Bobadilla.

Michael Frontzeck im "Doppelpass" über?

die Niederlage in Kaiserslautern:

"Wir liegen zurück und machen auf. Wir wollen das Spiel noch umbiegen und rennen dann in das zweite Tor rein. Wenn man dann 0:2 zurückliegt, wird es noch komplizierter. Und dann kriegst du das 0:3. Das ärgert mich wahnsinnig, da wir diesen Fehler nicht zum ersten Mal machen. Das ist ein Kollektivproblem."

[kaltura id="0_vr5mb90j" class="full_size" title="Frontzeck macht sich Sorgen"]

die vielen Gegentore der Gladbacher:

"Die Tordifferenz ist indiskutabel, bei 30 Gegentoren. Wir machen sehr viel falsch durch individuelle Fehler. Ob das vorne ist oder hinten. Es sind Fehler, die wir selbst machen, aber auch objektive Dinge, die uns im Moment fehlen."

den Kader und dessen Probleme:

"Wir hatten letztes Jahr eine Mannschaft, die eine gute Saison gespielt hat und alle Ziele erreicht hat. Wir haben sie punktuell verändert, und die Zielsetzung ist, die letzte Saison zu bestätigen. Nur diese Stabilität, die uns letztes Jahr ausgezeichnet hat, ist dieses Jahr nicht da."

"Wir haben uns fußballerisch weiterentwickelt. Das sieht alles wunderbar aus, wir haben genügend Torchancen. Aber die Stabilität fehlt und das hat einen elementaren Grund. Und zwar den, dass uns zwischen sechs und neun Spieler immer fehlen."

seine mögliche Entlassung:

"Ich kann nicht sagen, wie lange man in Ruhe arbeiten kann in so einer Situation. Dass die Situation nicht angenehm ist, darüber brauchen wir nicht zu sprechen."

"Und, dass man sich Sorgen macht auf allen Ebenen, das ist auch klar. Ich bin der Meinung, dass es nur gemeinsam geht. Ich weiß, dass wir ganz eng zusammenarbeiten. Wir treffen uns mit Max Eberl, dem Trainerteam und dem Präsidium einmal in der Woche. Da ist Transparenz.

"Aber ich bin nicht blauäugig und glaube, dass wir nächstes Jahr im März immer noch in derselben Runde sitzen und ich bin Trainer in Gladbach mit sechs Punkten."

die Degradierung von Torhüter Logan Bailly:

"An ihm nagen natürlich 27 Gegentore. Das ist keine Frage, dass er auch bei dem einen oder anderen Gegentor mit drin hing. Mit der belgischen Nationalmannschaft hat er vier Gegentore gegen Österreich bekommen."

"Das ist eine Phase, wo ich gesagt habe: Das ist zuviel. In Bremen hat das Publikum teilweise schon hämisch auf ihn reagiert. Da sage ich, ich tue dem Jungen keinen Gefallen mehr. Ich nehme ihn auch ganz raus, um den Kopf frei zu kriegen."

das 6:3 gegen Bayer Leverkusen:

"Ich hätte auf dieses 6:3 im Nachhinein gerne verzichtet. Das hat natürlich alte Begehrlichkeiten geweckt, wo dann viel über die Fohlenelf gesprochen wurde. Das war eine Übermannschaft und davon sind wir weit entfernt. Es benötigt viel Kraft da unten wieder herauszukommen. Aber ich denke, dass wir das Potenzial haben."

die Suspendierung von Raul Bobadilla:

"Ich finde, das Respekt ein hohes Gut ist, welches die Grundlage einer jeden Mannschaft sein sollte. Raul ist ein junger und talentierter Spieler, der sich sehr gut entwickelt hat und auch wieder beim Training dabei ist und die Chance hat, in den Kader zu kommen."

"Aber in dem Moment, wo er den Platz verlässt, erwarte ich ganz einfach, dass er zu seinem Mitspieler geht und ihm viel Glück wünscht für dieses Spiel. Und das hat er nicht gemacht. Mir ist die Mannschaft wichtiger, als einzelne Spieler, und da haben wir auf Qualität für dieses Spiel verzichtet."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel