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Sven Bender (r.) neutralisierte im Spitzenspiel Mainz-Dribbler Lewis Holtby © getty

Dortmund beeindruckt die Bundesliga mit dem souveränen Sieg in Mainz. Die Nullfünfer schwärmen vom Gegner, Klopp bleibt gelassen.

Von Matthias Becker

München/Mainz - Der Applaus war freundlich, obwohl Borussia Dortmund den FSV Mainz 05 gerade von der Tabellenspitze gestürzt hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch so richtig böse konnten die Mainzer Fans dem BVB nicht sein, denn angeleitet wurde die Dortmunder vom Mainzer Liebling Jürgen Klopp.

Der frühere Aufstiegstrainer der Nullfünfer erfuhr aber nicht nur vom Publikum am ausverkauften Bruchweg Anerkennung für den beeindruckenden Auftritt seines jungen Teams. 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag)

"Mit der Qualität kann Dortmund Meister werden", lobte Mainz-Trainer Thomas Tuchel den Rivalen.

Dortmund stapelt tief

Dieser Einschätzung wird jeder neutrale Beobachter des Spitzenspiels zustimmen. Auf Dortmunder Seite übten sich die Verantwortlichen aber weiter im Tiefstapeln.

"An die Meisterschaft verschwenden wir nullkommanull Gedanken. Das ist uns völlig egal", behauptete Klopp. Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke nennt die Tabellenführung am 10. Spieltag lediglich:

"Eine schöne Momentaufnahme."

Götze und Bender bärenstark

Doch das Dortmunder Team zeigte in Mainz, dass die aktuelle Spitzenposition weit mehr als das sein könnte. In einem unterhaltsamen, kampfbetonten und temporeichen Spitzenspiel nahmen die Gäste das Heft schon nach zehn Minuten in die Hand.

"Wir haben unsere Taktik gut umgesetzt gegen einen brettstarken Gegner. Allerdings hätten wir schon früher führen müssen", analysierte Klopp. Erst die fünfte Großchance brachte durch das 18 Jahre alte Supertalent Mario Götze die Führung.

Angetrieben den überragenden Youngsters Götze und Sven Bender und abgesichert von der starken Defensive um Torhüter Roman Weidenfeller präsentierte sich der BVB als gefestigte Spitzenmannschaft.

Gehaltener Elfer als "Schlüsselmoment"

Der spielentscheidende Moment lief vor dem eigenen Tor ab. "Der gehaltene Elfmeter war ein Schlüsselmoment in diesem Spiel", meinte Klopp zur Szene, als Weidenfeller kurz nach der Pause gegen Eugen Polanski parierte.

Mit dem Sieg hat der BVB nun 25 Punkte auf dem Konto - so gut standen die Westfalen nach zehn Spieltagen noch nie da. Der fünfte Auswärtssieg im fünften Auswärtsspiel der Saison bedeutete zudem einen Bundesliga-Startrekord.

"Das war mit gehörigem Abstand die beste Mannschaft, die in letzter Zeit hier gespielt hatte", schickte FSV-Manager Christian Heidel seinem Kumpel Klopp noch ein Extra-Lob hinterher.

"Bruchweg Boys" mit Ladehemmung

Das hatte sich seine Mannschaft an diesem Nachmittag nicht verdient. Enttäuscht hatten die Mainzer ihr Publikum allerdings auch nicht - der Gegner war das Problem.

"Die Borussia war die eindeutig bessere Mannschaft. Wir haben zu Beginn gegengehalten, aber dann hat sie die Kontrolle übernommen", kommentierte Mainz-Kapitän Nikolce Noveski.

Die eigene Offensive um die "Bruchweg Boys" Adam Szalai und Lewis Holtby blieb weitgehend wirkungslos, Andre Schürrle wurde gar erst 20 Minuten vor Schluss eingewechselt.

Dritte Niederlage in vier Spielen

"Wir sind immer noch Zweiter", bemerkt Holtby zwar zurecht, Aufmerksamkeit ist in Mainz jetzt aber gefragt. Die Pleite gegen Dortmund war die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Pflichtspielen.

Die Topspiel-Wochen sind erst einmal vorbei, in den kommenden Wochen gilt es in Freiburg, gegen Hannover und in Mönchengladbach aus der Favoritenrolle heraus weiter zu punkten. Sonst könnte der Höhenflug schnell vorbei sein.

Für Manager Heidel ist das aber kein Problem. "Wir haben uns nie als Gejagte gesehen", sagte er.

Gejagter ist jetzt Jürgen Klopp.

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