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Gylfi Sigurdsson (2.v.l.) wird zu seinem Führungstreffer beglückwünscht © getty

Beim Sieg über Hannover zeigt die Rangnick-Truppe Qualitäten einer Spitzenmannschaft. Hannover hadert mit dem Unparteiischen.

Von Olaf Mehlhose

München/Sinsheim - 1899 Hoffenheim befindet sich offensichtlich dort, wo die Mannschaft der eigenen Erwartung nach auch hingehört.

Darauf deutet zumindest die Reaktion auf den letztlich souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg über Hannover 96 und Platz drei in der Tabelle hin. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn Trainer Ralf Rangnick beschäftigte sich kurz nach der Partie gedanklich bereits mit der Auswärtsaufgabe beim Hamburger SV - und versucht sich erst gar nicht in Understatement 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag).

"Mit unseren schnellen Spitzen sind wir in der Lage, gut zu kontern. Wenn wir kompakt stehen und den HSV nicht ins Spiel kommen lassen, haben wir eine gute Chance, die Punkte mitzunehmen", sagte Rangnick bei LIGA total!.

Verbesserte Abwehr

So redet ein Trainer nur, wenn sowohl er als auch die Mannschaft Selbstvertrauen getankt hat. Und tatsächlich sind die Fortschritte der Rangnick-Truppe im Vergleich zur letzten Saison sind unverkennbar.

Während Hoffenheim in den vergangenen Spielzeiten vor allem für eine glänzende Offensive bekannt war, kommt die Mannschaft mittlerweile weitaus gefestigter daher.

Mit 13 Gegentreffern kassierte der Tabellendritte die fünftwenigsten Gegentreffer in der Bundesliga. Prunkstück bleibt aber die Offensive - nur Spitzereiter Borussia Dortmund (23) hat mehr Treffer als die Rangnick-Elf (21) erzielt.

Hauptverantwortlich für die Torflut im Kraichgau ist Angreifer Demba Ba (sechs Tore) - gegen Hannover traf der Senegalese bereits im sechsten Spiel nacheinander.

Sigurdsson löst Verkrampfung

Auch die etwas holprige erste Halbzeit brachte die Kraichgauer nicht aus dem Tritt. "Wir brauchen immer eine Halbzeit um in Schwung zu kommen", hatte Andreas Beck eine simple Erklärung für die Startschwierigkeiten seines Teams.

Der Führungstreffer von Doppel-Torschütze Gylfi Sigurdsson (45.) löste dann alle Verkrampfung - nach fünf Minuten in Hälfte zwei war das Spiel entschieden.

"Ich bin sehr glücklich über meine persönliche Leistung", sagte der Torschütze, fügte aber hinzu: "Wichtiger sind aber die drei Punkte. Das war sicherlich mein bestes Spiel, das ich im Trikot für 1899 Hoffenheim gezeigt habe."

Auch Rangnick war von der Vorstellung seiner Mannschaft angetan: "Wir haben von den letzten drei Spielen zwei gewonnen ? und in Dortmund haben uns nur 30 Sekunden gefehlt. Der Trend der letzten Wochen ist absolut positiv."

96 hadert mit Schiedsrichter

Hannover dagegen muss sich nach der Pleite vorerst aus der Spitzengruppe verabschieden. Nach dem guten Start ins Spiel war die klare Niederlage umso enttäuschender.

Die Verantwortlichen haderten nach der Partie vor allem mit dem Schiedsrichtergespann und dem Platzverweis für Manuel Schmiedebach. "Die Gelb-Rote Karte war die Vorentscheidung, das zweite Gegentor die endgültige Entscheidung", bemerkte Präsident Martin Kind.

Trainer Mirko Slomka beklagte sich über fehlendes Fingerspitzengefühl.

"Ich hätte mir vom Schiedsrichter und dem vierten Offiziellen gewünscht, dass sie dem Spieler ein deutliches Zeichen geben, dass er beim nächsten Foul runterfliegt", erklärte der Trainer der 96er: "Wenn diese beiden Fouls dafür ausreichen, ein Spiel zu entscheiden, dann ist das für mich ein bisschen wenig."

"Da wird mehr kommen"

Allzu lange wollte sich der Tabellensechste mit der Niederlage trotzdem nicht aufhalten. Dazu besteht bei bisher 16 Punkten auch kein Grund - immerhin stehen die Hannoveraner weit besser da, als es vor der Saison zu erwarten war.

Kapitän Steven Cherundolo gab bereits die Marschrichtung für das nächste Spiel vor: "Wir wollen Punkte mitnehmen, wo wir können. Ich bin guter Dinge für nächstes Wochenende, da wird mehr kommen."

Dann ist Spitzenreiter Dortmund in der AWD-Arena zu Gast.

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