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Für Mathias Abel (l.) stehen bislang 53 Bundesliga-Spiele (drei Tore) zu Buche © imago

Der 1. FC Kaiserslautern hat im Abstiegskampf einen Befreiungsschlag gelandet - auch dank des starken Comebacks von Mathias Abel.

Von Stefan Missy und Felix Zimmermann

München/Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern hat die Wende geschafft - zumindest vorerst.

Einem starken Saisonstart mit dem Sieg über den FC Bayern waren sieben sieglose Spiele gefolgt, bevor am Samstag mit dem 3:0 über Borussia Mönchengladbach endlich die Befreiung gelang.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sinnbildlich für das Auf und Ab der "Roten Teufel" in dieser Saison war die starke Rückkehr von Mathias Abel 305514(DIASHOW: Der 10. Spieltag).

Der vom Verletzungspech verfolgte Abwehrspieler, der seinen Arzt in den vergangenen Jahren vermutlich häufiger gesehen hat, als seinen Trainer, bestritt sein erstes Bundesliga-Spiel seit dreieinhalb Jahren - und zeigte auf Anhieb eine tadellose Vorstellung.

"Das Knie ist super"

"Es war ein tolles Gefühl. Ich bin gut ins Spiel reingekommen und hatte den Zuspruch von der Mannschaft", sagte der 29-Jährige anschließend im Gespräch mit SPORT1.

Bedenken, dass zum Beispiel das lädierte Knie nach drei Kreuzbandrissen - nur ein kleiner Auszug aus der langen Krankenakte - den Belastungen des Profifußballs nicht mehr standhalten könnte, hegten im Vorfeld weder Abel noch sein Coach Marco Kurz.

"Abgesehen von einer kleineren Operation habe ich jetzt ein Jahr durchtrainiert und in der vergangenen Saison schon 20 Mal in der zweiten Mannschaft gespielt", wiegelte der Musterprofi alle Zweifel ab. "Das Knie ist super."

Kurz setzt auf seinen Rückkehrer

Auch Kurz sah sein Vertrauen in die Leistungsstärke des "Stehaufmännchens", das in den kommenden Wochen den Brasilianer Rodnei (Leisten-OP) im Abwehrzentrum vertreten soll, absolut bestätigt.

"Er hatte ein unglaubliches Verletzungspech. Aber die Spieler präsentieren sich ja im Training, deshalb hatte ich keine Bedenken", meinte der 41-Jährige.

"Mathias fehlt noch der Rhythmus, aber er ist abgeklärt und intelligent und spielt mit viel Routine", so der FCK-Trainer, für den der Verteidiger eigentlich wie ein Neuzugang ist.

Abel will vorangehen

Zumindest auf dem Platz, denn abseits des Rasens zählte Abel trotz seiner diversen Zwangspausen immer zu den Köpfen des jungen Pfälzer Teams.

"Ich habe auch während meiner Verletzung eine wichtige Rolle gespielt. Ich war Ansprechpartner innerhalb der Mannschaft und gehöre dem Mannschaftsrat an. Jetzt will ich auch auf dem Platz eine Führungsposition einnehmen", sagte der Defensivexperte.

Der Anfang ist gemacht, aber Abel, der schon in der Jugend für "seinen" FCK die Fußballschuhe schnürte, hat viel nachzuholen.

Lange Leidenszeit

Im Großen und Ganzen fehlen ihm vier Jahre seiner Karriere - mindestens.

Nach einer erfolgreichen Etappe beim 1. FSV Mainz 05 begann mit den Gastspielen beim FC Schalke 04 und Hamburger SV seine große Leidenszeit.

Zwischen 2006 und 2010 konnte Abel nur in acht von 136 möglichen Liga-Spielen auflaufen.

Zwei Jahre Anlaufzeit

Trotz seiner Verletzungsanfälligkeit statteten die "Roten Teufel" den Rechtsfuß im Sommer 2008 mit einem Fünf-Jahres-Vertrag aus.

Dass sich der "Lauterer Bub" bis zu seinem Bundesliga-Debüt im Trikot des Traditionsvereins mehr als zwei Jahre gedulden musste, konnte damals natürlich keiner ahnen.

Dafür ist die Freude jetzt umso größer, für Abel hat sich ein Kreis geschlossen: "Hier bin ich geboren und aufgewachsen, da war es immer mein Traum, irgendwann auf dem Betzenberg zu spielen", sagte Abel zu SPORT1.

Lob von höchster Stelle

Ans Aufhören hat der Kämpfer, von Vorstandschef Stefan Kuntz für seinen "tollen Willen" gelobt, in all den Jahren sowieso keinen Gedanken verschwendet.

"Ich bin ein optimistischer Typ und schaue immer nur nach vorne."

Und das ist auch gut so, denn bereits am Sonntag wartet das schwere Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER).

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