vergrößernverkleinern
Fred Rutten war von 1996 bis 1999 in Enschede Assistent von Hans Meyer © getty

Im zweiten Teil des Interviews spricht Rutten über seine Trainingsmethoden und die Verletzungen zweier Stammspieler..

Sport1: "Manchmal muss man mehr Trainer und weniger Mensch sein." Dieses Zitat stammt von Ihrem Vorgänger Mirko Slomka. Sie sind dafür bekannt, dass Sie großen Wert auf Disziplin legen. Sind Sie ein "harter Hund", oder wie setzen Sie Ihre Vorstellungen um?

Rutten: Natürlich ist Disziplin in einer Mannschaft wichtig, aber genauso wichtig ist es, dass jeder den anderen akzeptiert und jeder vor jedem Respekt hat. Wir versuchen hier jeden Tag mit großem Einsatz und Engagement am Erfolg des Vereins zu arbeiten. Und dafür muss es einfach Regeln geben, aber das ist völlig normal.

Sport1: Es war zu lesen, Sie würden ab und zu extrem lange Trainingseinheiten (bis zu drei Stunden oder länger) einfließen lassen. Was genau bezwecken Sie damit?

Rutten: Bei diesen Trainingseinheiten gibt es zwei Hauptmotive: Zum einen die hohe körperliche Belastung für die Spieler, auf der anderen Seite aber auch die hohe psychische Belastung. Denn im Spiel muss man, auch wenn man müde ist, immer noch vom Kopf her so frisch sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei diesen langen Einheiten trainieren wir das und halten die Konzentration bei den Spielern hoch.

Sport1: Können Sie die Verletzung von Manuel Neuer kompensieren?

Rutten: Wir haben mit Ralf Fährmann und Mathias Schober zwei Torhüter, die unser vollstes Vertrauen haben.

Sport1: In der Abwehr lief es bisher noch nicht rund, zuletzt verletzte sich auch noch Mladen Krstajic. Wann erwarten Sie die Verletzten zurück und was muss sich noch alles verbessern?

Rutten: Ich bin Profi und als Profi bin ich nie zufrieden. Es gibt immer etwas, das man besser machen kann. Aber das kläre ich mit den Jungs in der Kabine. Bei den Verletzten ist es so, dass Albert Streit und Mladen Krstajic mit Muskelfaserrissen noch etwas länger pausieren müssen. Manuel wird auch noch mehrere Wochen fehlen. Aber jetzt müssen wir ? wie bereits erwähnt - mit den Spielern arbeiten, die wir zur Verfügung haben und uns mit Ihnen optimal vorbereiten.

Sport1: Wie bewerten Sie die Qualität des Teams im Vergleich mit der Konkurrenz?

Rutten: Ich kann zur Qualität der anderen Mannschaften noch nicht allzu viel sagen, weil ich dafür zu wenig gesehen habe. Ich glaube aber, dass die Bayern ? wie nahezu in jedem Jahr ? der Favorit sind. Wir wollen auch wieder oben mitspielen, aber das wollen sicherlich auch Bremen, Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg und Leverkusen.

Sport1: Welche Ziele haben Sie sich für die Bundesliga/für den Europapokal gesteckt? Können Sie den Bayern Paroli bieten?

Rutten: Schalke 04 hat in den letzten Jahren immer oben mitgespielt, das wollen wir natürlich in diesem Jahr auch tun. Aber ich möchte mich nicht auf einen Tabellenplatz festlegen.

Sport1: Freuen Sie sich schon auf den 13. September (4. Spieltag, Dortmund-Schalke)?

Rutten: Natürlich freue ich mich auf das Spiel. Es ist mein erstes Derby und nicht nur für mich, sondern für alle Leute in der Region etwas ganz Besonderes.

Die Fragen stellte Thorsten Mesch

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel