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Felix Magath (l.) lotste Raul von Real Madrid nach Gelsenkirchen © getty

Stürmer Huntelaar und Trainer Magath werfen Raul vor, taktische Fehler zu machen. Die Bank droht dem Star vorerst aber nicht.

Von Olaf Mehlhose

München - Drei Tore in 14 Pflichtspielen.

Das ist die magere Bilanz, die Raul bisher bei Schalke 04 vorweisen kann (DATENCENTER: Bundesliga) .

Von den "Knappen" als "Heilsbringer" verpflichtet, hat der Ex-Madrilene die in ihn gesetzten Erwartungen noch nicht erfüllt.

Nach dem enttäuschenden 0:0 in der Champions League bei Hapoel Tel Aviv wird nun erstmals Kritik an dem Spanier laut.

Trainer Felix Magath und Sturmkollege Klaas-Jan Huntelaar werfen Raul vor, taktische Fehler zu machen.

Vor dem existentiell wichtigen Heimspiel gegen St. Pauli (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) stellt sich die brennende Frage: Kann der 33-Jährige den Schalkern in seiner derzeitigen Form überhaupt weiterhelfen?

"Er darf sich bewegen wo er will"

Geht es nach Felix Magath, dann lautet die Antwort auf diese Frage: Ja.

Magath gab am Donnerstag bekannt, dass er ein Gespräch mit Raul führen wird: "Ich denke aber nicht dran, ihn draußen zu lassen."

Vorschriften, wie der spanische Routinier im Schalke-Dress zu spielen hat, will der Coach nicht machen. Auch wenn der Trainer das Empfinden hat, es wäre besser, wenn Raul "weiter vorne agieren wurde. Aber es bleibt dabei, er kann sich bewegen wo und wie er will."

Mehr Strafraumaktionen gefordert

Dass Raul sich immer wieder weit ins Mittelfeld zurückfallen lässt, ist nicht nur Magath sondern auch Huntelaar ein Dorn im Auge.

"Ich würde mir mehr Aktionen von ihm im Strafraum wünschen", stellte Magath nach dem Spiel in Teal Aviv klar.

Da er in vorderster Front "enger gedeckt und mehr bekämpft wird", könne er sich dort jedoch nicht so entfalten, erklärte der 57-Jährige.

[kaltura id="0_ia4zt12m" class="full_size" title="Schalke im Abstiegskampf"]

Huntelaar braucht Entlastung

Torjäger Huntelaar ist als Vollstrecker auf die Zuspiele seiner Mitspieler angewiesen, kommen diese nicht, hängt der "Hunter" wie im Spiel gegen Hapoel in der Luft.

"Ich habe Raul auf dem Feld gesagt: Bleib in meiner Nähe, dann wird es einfacher. Aber er spielt eben eine freie Rolle", sagte der 27-Jährige dem "Kicker": "Gegen eine Übermacht von drei, vier Gegnern wird es schwer für mich, die Bälle zu halten."

Die indirekte Forderung Huntelaars: Raul muss sich mehr in das Angriffsspiel einbringen und ihn durch seine Präsenz entlasten.

Gegen St. Pauli mit dabei

Die Begründung, dass sich der als Goalgetter verpflichtete Spanier durch viel Laufarbeit für die Mannschaft aufopfere, hat damit wohl nur noch begrenzte Geltung.

Für Raul gilt zwar weiter die Einsatzgarantie. Klar ist aber auch: Irgendwann wird Magath nicht mehr üm die Diskussion herumkommen, ob es vielleicht besser wäre, Raul auch mal auf die Bank zu setzen.

Zumindest gegen St. Pauli droht dieses Szenario aber noch nicht.

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