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Abwehrchef Joris Mathijsen absolvierte bislang 139 Bundesligaspiele für den HSV © getty

Joris Mathijsen spricht bei SPORT1 über die Abwehrprobleme des HSV, die anhaltanden Verletzungssorgen und das Hoffenheim-Spiel.

Von Matthias Becker

München/Hamburg - Die neue Saison hatte gut angefangen für den Hamburger SV.

Nach vier Bundesligapartien rangierte der HSV ungeschlagen auf Tabellenplatz fünf, hochmotiviert und ohne internationale Belastung.

Doch schon vor dem 11. Spieltag läuten in Hamburg wieder die Alarmglocken.

Nur Platz acht in der Bundesliga, dazu das bittere Pokal-Aus in Frankfurt - die Hanseaten drohen auch unter dem neuen Trainer Armin Veh einmal mehr im grauen Tabellen-Mittelmaß zu versinken.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Einer der Hauptgründe neben dem Verletzungspech ist die zuletzt schwächelnde Abwehr. Acht Tore kassierte die in den vergangenen beiden Pflichtspielen.

Am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kommt mit 1899 Hoffenheim ausgerechnet der zweitgefährlichste Sturm der Bundesliga an die Elbe.

Im Interview mit SPORT1 spricht Abwehrchef Joris Mathijsen über die wackelnde Defensive, die anhaltenden Verletzungssorgen sowie ein mögliches weitere Abrutschen.

SPORT1: Herr Mathijsen, die vergangenen zwei Spiele verliefen für den HSV sehr ernüchternd. Wie sind Mannschaft und Trainer mit diesen Enttäuschungen umgegangen?

Joris Mathijsen: Wir haben beide Spiele sachlich analysiert. Wobei man sicher einen Unterschied machen muss. In Frankfurt waren wir sehr schlecht, in Köln hatten wir durchaus die Möglichkeit, die Partie zu gewinnen. Umso ärgerlicher, dass es uns nicht gelungen ist.

SPORT1: Sie haben in den zwei Partien in Frankfurt und Köln acht Gegentore kassiert. Was läuft in der Abwehr momentan falsch?

Mathijsen: Ich halte grundsätzlich nichts davon, auf einzelne Mannschaftsteile zu schauen. Wir müssen als Mannschaft im Verbund funktionieren. Es geht immer nur, wenn alle gemeinsam arbeiten. Natürlich auch was die Rückwärtsbewegung betrifft. Fakt ist, dass wir zuletzt zu viele Chancen zugelassen haben. Das müssen wir dringend verbessern.

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SPORT1: Mit Jaroslav Drobny haben sie zum ersten Mal seit langer Zeit einen anderen Torhüter hinter sich. Er konnte bei den Gegentoren wenig machen. Ist diese Umstellung aber auch ein Grund für die Probleme in der Defensive?

Mathijsen: Nein, da besteht aus meiner Sicht überhaupt kein Zusammenhang. Für ihn war es aber natürlich auch sehr bitter, so viele Gegentore zu kassieren.

SPORT1: Trainer Armin Veh fordert: "Wir müssen unsere Fehler abstellen". Geht das so einfach?

Mathijsen: Wir müssen uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Das bedeutet, dass wir zunächst hinten sicher stehen müssen. Durch unsere individuelle Qualität sind wir stets in der Lage, uns Chancen zu erspielen und Tore zu machen.

SPORT1: Nach dem Köln-Spiel kritisierte der Trainer, dass das Spiel vor allem über die Außenpositionen verloren wurde. Stimmen Sie ihm zu?

Mathijsen: Ich sollte dem Trainer wohl nicht widersprechen (lacht).

SPORT1: Können Sie aus der Innenverteidigung heraus da helfen?

Mathijsen: Natürlich kann auch ich helfen. Jeder Spieler, der auf dem Platz steht, ist wichtig für den Erfolg der Mannschaft.

SPORT1: Durch das Pokal-Aus ist der HSV nur noch in einem Wettbewerb vertreten. Ist das angesichts der Verletzungsprobleme sogar ein Vorteil?

Mathijsen: Zunächst fällt es schwer, nach so einem Spiel positive Dinge zu sehen. Es stimmt, dass wir derzeit sehr viel Verletzungspech haben. Ich wäre aber trotzdem lieber eine Runde im Pokal weitergekommen. Jetzt müssen wir aber in der Tat einen Vorteil für uns daraus machen.

SPORT1: Bei allem Krisen-Gerede: Der HSV hat noch Kontakt zu den Champions-League-Plätzen. Jetzt kommt mit Hoffenheim ein Team mit einem guten Lauf. Was erwarten Sie von der Partie?

Mathijsen: Wir spielen zu Hause, vor unseren Fans. Wir wollen die Partie unbedingt gewinnen. Dass Hoffenheim stark ist, wissen wir. Doch wir sind in der Lage, sie zu schlagen.

SPORT1: Mit drei Punkten wären Sie oben wieder dran. Wäre das auch wichtig, um die aufgeregten Debatten rund um Einstellung und Charakter der Mannschaft zu beruhigen?

Mathijsen: Es ist unser Ziel, den Abstand zu den oberen Plätzen nicht zu groß werden zu lassen. Genau deshalb wäre ein Sieg sehr wichtig, denn es ist alles sehr eng beieinander.

SPORT1: Was ist mit dem HSV in dieser Saison noch drin?

Mathijsen: Die Preise werden in der Rückserie vergeben, das ist nicht neu. Wir müssen konstant gute Leistungen zeigen und Ergebnisse machen. Wichtig ist, dass wir bis zur Winterpause oben dran bleiben.

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