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St. Paulis Carlos Zambrano verpasste bisher kein Saisonspiel © imago

Gegen St. Pauli und Zambrano holen Schalkes Coach die einstigen Personalentscheidungen wieder ein - und er könnte sie bezahlen.

Von Christian Paschwitz

München - Man trifft sich immer zweimal im Leben. Mindestens.

Manchmal kann es dabei durchaus zu unliebsamen Begegnungen kommen. (DATENCENTER: Bundesliga)

Wenn der krisengeschüttelte FC Schalke den FC St. Pauli empfängt (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER), steht Felix Magath ein Wiedersehen dieser Art ins Haus.

In Person von Carlos Zambrano, einer der 15 Spieler, die der Coach der Königsblauen zur neuen Saison abgegeben hatte, um dafür 37 Millionen Euro in neue Akteure zu investieren.

Aus Peru in den Pott

16 Spiele hatte der Peruaner in der Vorsaison noch für die Königsblauen absolviert, nachdem er 2006 aus einem Hafenviertel von Lima in den Pott gekommen war.

Im Sommer wurde Zambrano dann an Aufsteiger St. Pauli ausgeliehen.

Dass der 21-Jährige sich beim Kiez-Klub inzwischen zur Galionsfigur aufgeschwungen hat, eine wesentlich bessere Bilanz vorweist als die Schalker Defensive um Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder?

Es dürfte Magath mächtig ins Grübeln bringen - und ihn wohl auch dazu befleißigen, ihn im nächsten Sommer zurückzuholen.

"Einer der besten Innenverteidiger der Liga"

Gegenwärtig könnte sich der Liga-Vorletzte, nach zehn Spieltagen noch immer mit dem schlechtesten Liga-Sturm ausstaffiert (zehn Tore), an Zambrano aber noch die Zähne ausbeißen.

Trotz Schalkes Millionen-Sturms Raul und Klaas-Jan Huntelaar.

"Carlos ist derzeit einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga", lobt denn auch St. Paulis Trainer Holger Stanislawski.

Zambrano: Magath hat nicht viel geredet

Zambrano gibt die Blumen gern zurück - und Magath dabei einen mit. Er könne beim Kiez-Klub nun so gute Leistungen abrufen, weil er das Vertrauen des Trainers spüre.

"Er redet viel mit mir, das hat Felix Magath bei Schalke nicht gemacht", wird der Youngster in der "Welt" zitiert.

[kaltura id="0_lnwz5eba" class="full_size" title="Ern chterung auf Schalke"]

Ansonsten schweigt er über die Methoden des Schalker Trainers und seinen Ex-Klub.

Auch Asamoah aussortiert

Nicht nur Zambrano ist es auf Schalke unter Magath so ergangen. Ein Lied davon zu singen weiß auch St. Paulis zweiter herausragender Leistungsträger Gerald Asamoah.

Dass der Ex-Nationalstürmer bei seinem Wechsel ans Millerntor sogar auf die Hälfte seines Schalker Gehalts von geschätzten zwei Millionen Euro per annum verzichtet, spricht für sich.

Ärgerliche Gelb-Rot-Sperre

Wegen einer Sperre nach Gelb-Roter Karte zuletzt beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt ist es dem Ex-Nationalstürmer nun indes nicht vergönnt, seinem alten Verein und Trainer zu zeigen, dass es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen.

"Ich hatte mich sehr auf das Spiel gegen Schalke gefreut. Diese Sperre tut richtig weh", bekennt Asamoah.

Seine sportliche Wiederauferstehung nach dem Abgang von Königsblau hatte der 32-Jährige unlängst mit den Worten kommentiert: "Man weiß, dass man wieder gebraucht wird."

Zuletzt nur noch acht Spiele für Königsblau

Auf Schalke war das nach mehr als zehn Jahren nicht mehr der Fall. Unter Magath durfte sich Asamoah in der Vorsaison gerade noch mal in acht Partien beweisen, erzielte dabei ein Tor.

Nach gerade einmal 337 Spielminuten ist Asamoah für den Kiezklub dagegen bereits auf dem besten Weg zum Kultspieler.

Wie beim Überraschungsteam FSV Mainz 05 übrigens auch Lewis Holtby, der Magath dann in gut fünf Wochen eins auswischen könnte.

Magath kanzelt gar Holtby ab

Nicht zuletzt dank des Shootingstars standen die Rheinhessen wochenlang an der Spitze, hatten sogar nach dem Start-Rekord von acht Siegen gegriffen.

In der vergangenen Spielzeit auf Schalke war Holtby von Magath geschurigelt worden, als er von dem Coach die Bundesliga-Tauglichkeit abgesprochen bekam.

Grund: Der Regisseur hatte bei einem Konter gleich mehrere Kollegen übersehen und versucht, Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer mit einem Schuss von der Mittellinie aus zu überlisten.

Die Geister, die er forschickte

Die Geister, die Magath fortschickte - zunächst schwebt nun aber Zambrano auf Schalke ein und schickt sich an, ihn heimzusuchen.

Und Magath ist gewarnt: Der Südamerikaner verpasste bisher nur ein Ligaspiel, bereitete zwei Tore vor und schoss zuletzt gegen Frankfurt eins selbst.

"Es ist bislang gut gelaufen", sagt Zambrano, wenngleich er beim 1:3 gegen Frankfurt auch einen Strafstoß verschuldete. "Unser Blick geht nach oben."

Das würde Magath auch gern mal wieder sagen können.

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