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Michael Frontzeck ist seit Juli 2009 Trainer von Borussia Mönchengladbach © getty

Gladbach steht vor dem Spiel gegen Bayern München mit dem Rücken zur Wand. Trainer Michael Frontzeck bleibt aber optimistisch.

Von Christian Stüwe

München - Borussia Mönchengladbach steht mit dem Rücken zur Wand.

Mit erst sechs Punkten und schon 30 Gegentreffern steht die "Elf vom Niederrhein" auf dem letzten Tabellenplatz.

Und ausgerechnet jetzt kommt der FC Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zum traditionsreichen Duell in den Borussia Park.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainer Michael Frontzeck, der von Manager Max Eberl und dem Vorstand der Borussia vorerst das Vertrauen ausgesprochen bekommen hat, ist trotz der angespannten Lage optimistisch.

"Wir haben auch gegen Bayern die Möglichkeit, zu punkten", sagt Frontzeck im SPORT1-Interview.

Der 46-Jährige spricht außerdem über die angespannte Personallage der Gladbacher, die Vertragsverlängerung von Marco Reus und den neuen Stammkeeper Christofer Heimeroth.

SPORT1: Herr Frontzeck, nach der Niederlage in Kaiserslautern kommt jetzt der FC Bayern. Wie geben Sie Ihrer Mannschaft das Selbstvertrauen, um gegen die Münchner zu punkten?

Michael Frontzeck: Wir haben in dieser Saison schon mehrfach gezeigt, dass wir in der Lage sind, auch gegen stärker besetzte Mannschaften erfolgreich Fußball zu spielen: so wie zweimal gegen Leverkusen, in Schalke oder gegen Wolfsburg. Trotz aller Klasse der Bayern: Wir haben auch gegen sie die Möglichkeit, zu punkten.

SPORT1: Die Bayern kommen gerade von der Champions-League-Reise aus Cluj zurück und haben mit personellen Problemen zu kämpfen. Ist das ein Vorteil für die Borussia?

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Frontzeck: Personelle Probleme haben auch wir, das ist durchaus vergleichbar mit den Bayern, die allerdings deutlich mehr Alternativen haben als wir. Dass die Münchner am Mittwoch noch gespielt haben, sehe ich nicht als Vorteil für uns. Sie kennen das seit Jahren nicht anders und ihr Kader ist für diese Doppelbelastung zusammengestellt.

SPORT1: Roel Brouwers ist wieder im Training. Wird er gegen die Bayern spielen können und wie wichtig ist er für die Stabilität der Abwehr?

Frontzeck: Er war mehrere Wochen nicht dabei und noch am Montag stand bei ihm eine Operation im Raum. Es würde uns schon sehr helfen, wenn er wieder im Kader ist. Natürlich hat es uns getroffen, dass er und Dante, also unsere eingespielte Innenverteidigung der letzten Saison, über so einen langen Zeitraum ausgefallen sind.

SPORT1: Christofer Heimeroth ist nun als Torwart gesetzt. Können Sie so die Abwehrprobleme in den Griff bekommen?

Frontzeck: Unsere Probleme in der Defensive sind kein Problem des Torwarts oder der Abwehr allein. Sie haben mit dem Defensivverhalten der ganzen Mannschaft zu tun. Daran müssen wir arbeiten.

SPORT1: Sie haben zuletzt bemerkt, dass die Mannschaft sich im Vergleich zur sorgenfreien letzten Saison fußballerisch sogar weiterentwickelt hätte. Warum klappt es dann bisher mit den Punkten nicht?

Frontzeck: Uns fehlt momentan die Stabilität und Kompaktheit der vergangenen Saison, als wir über Wochen mit derselben, eingespielten Mannschaft aufgelaufen sind. Es gibt objektive Gründe dafür, dass das jetzt anders ist. Wenn über Wochen sechs, sieben oder acht Spieler ausfallen, darunter immer mehrere Spieler aus der Mittelachse, dann können wir das nicht so einfach wegstecken.

SPORT1: Marco Reus hat in dieser schwierigen Situation seinen Vertrag verlängert. Wie konnten Sie ihn überzeugen?

Frontzeck:Wir haben Marco vor seiner Verpflichtung im Sommer 2009 den Weg aufgezeichnet, den er mit uns gehen kann. Daran hat sich nichts geändert und vieles von dem, was wir ihm gesagt haben, ist eingetreten. Ich freue mich, dass er Vertrauen in diesen Weg hat und sich weiter an Borussia gebunden hat.

SPORT1: Max Eberl und der Vorstand haben sich klar zu Ihnen bekannt. Wie gut tut dieser Vertrauensbeweis angesichts der angespannten Lage?

Frontzeck: Es ist immer gut, wenn man in Ruhe arbeiten kann und ich habe bei Borussia das Gefühl, dass alle konsequent den Weg gehen wollen, den der Verein vor knapp zwei Jahren eingeschlagen hat. Das bedeutet auch, dass man nicht gleich umfällt, wenn es nicht läuft. Aber ich bin auch nicht blauäugig und weiß, dass in diesem Geschäft irgendwann auch die nackten Ergebnisse zählen.

SPORT1: Was macht Sie optimistisch, mit der Borussia die Wende zu schaffen?

Frontzeck: Das Vertrauen in meine Mannschaft und das Wissen, dass sich unsere Arbeit am Ende auszahlen wird.

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