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Louis van Gaal wurde in der vergangenen Saison Double-Sieger mit dem FC Bayern © imago

Bayern will in Gladbach seine Klettertour fortsetzen. Doch der Zoff zwischen Trainer van Gaal und Präsident Hoeneß wirkt nach.

Von Daniel Rathjen

München - Verletzungssorgen hat der FC Bayern sowieso.

Seit Sonntag ist auch noch der Trainer schwer angeschlagen - mental.

Louis van Gaal bekräftigte am Freitag, vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), von Präsident Uli Hoeneß menschlich enttäuscht zu sein.

"Natürlich ist das nicht so", entgegnete der Niederländer auf die Frage, ob alles wieder gut sei.

Als Trainer könne er das ausblenden, denn er sei "ein professioneller Mann, aber als Mensch empfinde ich etwas anderes".

Diese Gefühle seien aber nur für den 59-Jährigen selbst interessant und nicht für die Öffentlichkeit, sagte er.

Seine Arbeit werde nicht unter der Situation leiden: "Ich bin Trainer und werde wie ein Trainer arbeiten."

"Hoeneß will alles wissen"

Etwas bange schaut er in die Zukunft, wenn er daran denkt, sich künftig enger mit Hoeneß abstimmen zu müssen.

"Inhaltsmäßig habe ich nur mit meinem Vorstand, meinem technischen und medizinischen Stab, mit den Spielern und der Presse zusammengearbeitet", erklärte er.

Und er fügte nachdenklich an: "Jetzt sollen wir öfter sprechen. Hoeneß will alles wissen. Wir müssen abwarten, wie das wird."

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Rückendeckung von Spielern

Der Präsident selbst schweigt hingegen weiter. Auf SPORT1-Nachfrage wollte er sich nicht äußern.

Gestärkt wird van Gaal aus den Reihen der Spieler. "Bei uns ist der Trainer der Chef und das bleibt so", sagte Bastian Schweinsteiger.

Einen Autoritätsverlust müsse van Gaal nicht befürchten: "Der Trainer hat ein großes Standing. Das Thema wurde innerhalb der Mannschaft nicht thematisiert", so der Mittelfeldspieler weiter.

Die Konzentration gilt in erster Linie ohnehin dem Spiel beim Tabellenletzten - der Rückstand von momentan noch zehn Punkten soll bis zur Winterpause mindestens um die Hälfte verringert werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Respekt vor Gladbach

"Ab sofort beginnt die Klettertour auch in der Bundesliga", hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach dem 4:0-Sieg in der Champions League gegen Cluj angekündigt.

Die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale hat das Selbstvertrauen des Rekordmeisters anschwillen lassen. "Die Mannschaft weiß, was auf dem Spiel steht. Wir sind Favorit in Gladbach", tönt er.

Ein Selbstläufer wird es aber sicher nicht. Rummenigge weiß: "Sie werden garantiert nicht die weiße Fahne am Anfang des Spiels hissen."

Ribery und Badstuber fehlen

Van Gaal sieht das genauso. "Gladbach wird kämpfen, wie es jede deutsche Mannschaft macht", sagte der Coach, der erneut auf Franck Ribery und Innenverteidiger Holger Badstuber verzichten muss.

Das lang ersehnte Comeback für Ribery nach einer Band- und Kapselverletzung im rechten Fuß und auch die Rückkehr von Badstuber nach überstandener Schambeinentzündung wurden für kommenden Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg angekündigt.

Zudem sind Mark van Bommel, Miroslav Klose, Diego Contento, Ivica Olic und Arjen Robben nicht mit dabei.

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