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Raul (l.) erzielte mit dem 1:0 sein zweites Saisontor in der Liga © getty

Der spanische Altstar ist Matchwinner gegen St. Pauli und antwortet den Kritikern. Ein anderer Einkauf gerät ins Kreuzfeuer.

Gelsenkirchen - Superstar Raul hat auf die immer lautere Kritik geantwortet und Schalke 04 zum ersten Bundesliga-Heimsieg nach 202 Tagen geführt.

Der Spanier erzielte zwei Treffer zum 3:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli, mit dem die Königsblauen einen ersten Schritt aus der Krise machten.

Zwischen den beiden Treffern des deutlich verbesserten Raul in der 14. und 81. Minute erzielte Stürmerkollege Klaas-Jan Huntelaar mit seinem sechsten Saisontor das zwischenzeitliche 2:0 (54.).

Durch den erlösenden Dreier drei Tage nach dem blamablen 0:0 in der Champions Legaue bei Hapoel Tel Aviv kletterte der böse abgestürzte Vizemeister vom 17. auf den 15. Rang (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Hamburger, die ihre dritte Niederlage in Folge kassierten, müssen sich nach starkem Saisonstart langsam nach unten orientieren 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag).

Kritik zu Herzen genommen

"Ich bin sehr glücklich", meinte Raul bei "LIGA total!": "Vor allem freut es mich für die tollen Fans, die endlich mal wieder einen Sieg verdient hatten."

Der Matchwinner hatte sich offenbar die Worte von Trainer Felix Magath zu Herzen genommen. Der Coach hatte dem spanischen Superstar in einem Gespräch noch einmal erklärt, dass er ihn lieber im gegnerischen Strafraum als im Mittelfeld sehen wolle.

Raul suchte anderes als in den vergangenen Spielen zuvor den Weg zum Tor. Prompt wurde auch das Schalker Offensivspiel gefährlicher.

Drei Wechsel bei Schalke

Gegenüber dem Spiel in Israel hatte Magath auf drei Positionen umgestellt. Schmitz und Jermaine Jones kehrten nach überstandener Verletzung ins Team zurück. Zudem musste Mittelfeldspieler Ivan Rakitic zunächst auf der Bank Platz nehmen, für ihn spielte Christoph Moritz.

Bei den Hamburgern fehlte neben Gerald Asamoah, der wegen einer Gelb-Rot-Sperre seine Rückkehr nach Schalke nur auf der Tribüne erlebte, auch Mittelfeldspieler Charles Takyi wegen einer Knöchelprellung. Trainer Holger Stanislawski bewies Mut und bot in Naki einen zweiten Stürmer auf.

Raul staubt ab

Bei seinem ersten Treffer staubte Raul nach einer Hereingabe von Atsuto Uchida, die Huntelaar verpasste, ab. Zumindest für den Spanier wirkte das Tor befreiend.

Nur neun Minuten später hätte er beinahe das 2:0 erzielt. Nach einer Flanke von Lukas Schmitz verfehlte er nur knapp das Tor (23.). Im Gegenzug geriet erstmals das Tor von Manuel Neuer in Gefahr: Nach einer Flanke von Bastian Oczipka köpfte Deniz Naki knapp neben den Pfosten (24.).

Kritik an Jurado

Das Spiel bestimmten aber die Gastgeber. Einen Distanzschuss von Jose Manuel Jurado wehrte Pauli-Keeper Thomas Kessler ab (37.). Kurz vor der Pause allerdings verloren die Schalker die Spielkontrolle und St. Pauli hatte durch Naki, der völlig frei vor Neuer auftauchte, die große Chance zum Ausgleich (40.).

In der Kabine blieb nach dem Seitenwechsel Jurado. "Hacke, Spitze, eins, zwei, drei ist nicht gefragt", ging Vorstandsmitglied Horst Heldt den Spanier offen an: "Jurado muss sich langsam an das Tempo gewöhnen und Gas geben."

Wieder staubt Raul ab

Ohne Jurado machten die Königsblauen mehr Druck. Nach einer Ecke von Jefferson Farfan - der mit Uchida ein starkes und sehr aktives Gespann auf rechts bildete - köpfte Huntelaar zum 2:0 ein.

Das zweite Tor Rauls war ein weiterer Abstauber: Nach erneuter Kooperation Farfan - Uchida verpasste der Spanier zunächst, kam aber gewinnbringend an den Ball, nachdem Lukas Schmitz nachsetzte.

St. Pauli hatte nach dem 2:0 keine Gegenwehr mehr geleistet. "Wenn wir das 1:1 machen, kann das Spiel ganz anders ausgehen", ärgerte sich Kessler: "Aber dann pennen wir bei einer Standardsituation und dann wird es ganz schwer."

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