vergrößernverkleinern
Theofanis Gekas sprang nach dem 1:0 Michael Skibbe in die Arme © getty

Doppelpack des Griechen gegen Wolfsburg, Platz drei: Die Eintracht feiert den Goalgetter und erlaubt sich erste Träume.

Frankfurt - Gekas. Gekas. Schon wieder Gekas.

Schon wieder zwei Tore des Frankfurter Stürmers, schon wieder der Matchwinner für die Eintracht beim 3:1 gegen Wolfsburg - der Grieche hat einen derartigen Lauf, dass ein Teamkollege schon beängstigende Theorien aufstellt.

"Ich glaube, er hat seine Seele verkauft", mutmaßt Marco Russ: "Er trifft alles, egal, von wo, egal wie, unglaublich.?

Der Gegenwert: Platz drei für die Eintracht - und erste zarte Träume von höheren Zielen. "Es ist viel drin, wir wollen uns da oben festbeißen", bekennt Russ (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Bruchhagen-Kultur

Russ war allerdings der einzige, der sich derartiges entlocken ließ: Alle anderen haben offensichtlich die Heribert-Bruchhagen-Kultur des Bloß-auf-dem-Boden-Bleibens verinnerlicht.

"Wir haben am Anfang der Saison auf den Deckel bekommen, deshalb bleiben wir jetzt ruhig. Wir freuen uns ohne große Worte", sagte Abwehrrecke Maik Franz und brachte die Stimmung bei den Hessen auf den Punkt.

Und Vorstandschef Bruchhagen selbst sagte zur Tabelle gleich gar nichts, sondern meinte in Richtung der Mannschaft nur: "Sie hat gegen einen starken Gegner gut und geordnet gespielt." 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

"Herausragend", "gigantisch"

Den Unterschied machte einmal mehr Seelenverkäufer Gekas.

Erst brachte der Top-Torjäger die Eintracht mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze (26. ) in Führung, dann blieb der wortkarge Grieche auch beim Foulelfmeter zum 3:0 (55.) ganz cool.

"Er hat herausragende Qualitäten im Strafraum", meinte Trainer Michael Skibbe. Franz fand die erneute Tore-Gala von Gekas "gigantisch".

Skibbe bremst

16 Punkten aus den letzten sechs Spielen hat Frankfurt nun geholt - so viel wie der FC Bayern in der ganzen Saison.

Doch auch die Bilanz verführte Skibbe nicht zur öffentlichen Bekundung von Träumereien: "Wir haben bis zur Winterpause noch ganz schwere Spiele", sagte der 45-Jährige.

Schwegler ärgert Benaglio

So sieht es auch Pirmin Schwegler, der seine starke Leistung mit einem Traumtor aus 30 Metern zum 2:0 krönte.

"Natürlich haben wir einen Lauf, aber wir sollten mit einer Zwischenbilanz bis zur Winterpause warten", sagte der defensive Mittelfeldspieler, der seinem Schweizer Nationalmannschaftskollegen Diego Benaglio das Comeback im Wolfsburger Tor gründlich verdarb.

"Nach diesem Tor wird Diego nicht gut auf mich zu sprechen sein", sagte Schwegler mit einem Lächeln.

Mandzukic-Einlage sorgt für Aufregung

"Wölfe"-Coach Steve McClaren haderte derweil mit Schiedsrichter Peter Sippel, der nach einem Gerangel zwischen Simon Kjaer und Franz auf Strafstoß entschied.

"Wenn der Schiedsrichter das pfeift, kann es in jeder Situation Elfmeter geben. Ich kann das nicht nachvollziehen", so McClaren.

Ein Aufreger für die Frankfurter war eine theatralische Einlage von Mario Mandzukic, der sich ohne Berührung durch Gegenspieler Patrick Ochs fallen ließ. "Das war unsportlich, das gehört sich nicht", ärgerte sich Ochs.

Gegentore aus dem Nichts

McClaren beschäftigten aber natürlich vor allem die Gründe für die vierte Auswärtspleite vor 43.800 Zuschauern.

"Wir bekommen Gegentore aus dem Nichts und nutzen vorne unsere Chancen nicht", ärgerte sich McClaren sowohl über Abwehr als auch Angriff.

So reichte es für die Niedersachsen, die weiter im Niemandsland der Liga dümpeln, nur zum Ehrentreffer durch Ashkan Dejagah (66.).

Konstanz gefordert

McClaren forderte von seinen Spielern endlich "Konstanz", um den Abstand nach oben zu verkürzen. "Sonst wird es immer so weiter gehen, dass wir solche Spiele verlieren", meinte der Brite.

Auch Manager Dieter Hoeneß nahm das Team um Diego und Edin Dzeko in die Pflicht.

"In der ersten Halbzeit hat mir die Griffigkeit gefehlt. Es fehlt das letzte Quäntchen Willensstärke, um solche Spiele zu gewinnen", sagte Hoeneß: "Da gibt es keine Entschuldigungen. Daran müssen wir arbeiten."

Nur böse Zungen würden behaupten, dass der ehrgeizige Hoeneß dafür auch seine Seele verkaufen würde.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel