SPORT1-Experte Lattek glaubt nicht, dass van Gaal die Hoeneß-Kritik annehmen wird - und zeigt Verständnis für den Ausraster des Coachs.

Hallo Fußball-Freunde,

das Bild des Spieltags war sicherlich Louis van Gaal nach dem Schlusspfiff in Gladbach.

Er hat lange draußen auf der Bank gesessen und darüber nachgedacht, was er machen soll.

Er hat vielleicht darüber nachgedacht, ob er nach Holland gehen soll - ist ja in der Nähe von Mönchengladbach.

Er hat einen inneren Kampf mit sich ausgeführt. Ich glaube, er hat sich ganz genau überlegt, wie er sich der Mannschaft gegenüber verhält.

Der Ausbruch in der Kabine kam also kaum spontan.

Grund dazu hatte er ja, denn durch die verschlafene zweite Halbzeit wurde ein sicherer Sieg verschenkt und damit weiter Boden auf die Spitze verloren.

Und van Gaal weiß natürlich, dass ein Sieg genau die richtige Antwort auf die Kritik von Uli Hoeneß vor einer Woche gewesen wäre.

Ich kenne Uli lange und weiß, dass er ein Typ ist, der irgendwann explodiert, wenn ihm die Situation nicht passt, und dann richtig Theater macht.

Danach aber ist der in der Lage, wieder nach vorne zu schauen und das Beste für den FC Bayern anzustreben.

Doch ob seine Aussagen bei van Gaal auf fruchtbaren Boden fallen, wage ich zu bezweifeln.

Man hat gesehen, dass er zutiefst getroffen und auch innerlich beleidigt war. Deshalb habe ich meine Zweifel, ob beide wieder aufeinander zugehen können.

Denn so wie ich van Gaal einschätze, wird er so stur bleiben, wie er war. Er wird sicher über die Kritik nachdenken, aber annehmen wird er sie mit Sicherheit nicht.

Und Uli Hoeneß wird auch bei seinen Äußerungen bleiben, er wird das nicht zurücknehmen.

Aus meiner Sicht ist das so, als wenn zwei Züge aufeinander zufahren und ich bin mal gespannt, wer zuerst kaputt geht.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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