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Timo Rost steht seit 2002 bei Energie Cottbus unter Vertrag © imago

Cottbussteckt wie im Vorjahr im Tabellenkeller. Energie-Kapitän Timo Rost spricht über die Gründe für die erneute Krise.

Von Martin Hoffmann

München - Energie Cottbus steht unten drin - mal wieder.

Beim 0:2 gegen den FC Schalke 04 kassierten die Lausitzer am vergangenen Wochenende die dritte Heimniederlage in Folge.

Angesichts von nur einem Punkt aus sechs Partien vor eigenem Publikum wundert es da nicht, dass die Elf von Trainer Bojan Prasnikar vor dem 12. Spieltag Tabellenletzter ist.

Kein Wunder also, dass Kapitän Timo Rost im Gespräch mit Sport1.de Alarm schlägt.

Sport1.de: Herr Rost, vor ziemlich genau einem Jahr hatten wir schon einmal mit Ihnen geredet...

Timo Rost: ...und unsere Situation ist leider wieder genau die gleiche wie damals.

Sport1.de: Wie ist denn diesmal die Stimmungslage?

Rost: Wir wissen, was Abstiegskampf bedeutet. Wir wissen auch, dass wir bis zum Ende unten drin stecken werden und wir verlieren deshalb sicher nicht die Nerven. Aber es ist klar, dass wir Punkte brauchen und bis zum Winter nicht allzu sehr den Anschluss verlieren dürfen. Unser Ziel ist, bis dahin den Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen nicht größer werden zu lassen.

Sport1.de: Gab es keinen Knacks, als man gegen Frankfurt 2:0 geführt und trotzdem noch verloren hat?

Rost: Klar ärgert man sich, gegen einen Abstiegskonkurrenten so eine Gelegenheit zu vergeben. Aber wir haben das analysiert und von einem Knacks kann man überhaupt nicht sprechen.

Sport1.de: Im Stadion der Freundschaft hat Ihr Team seit Mai überhaupt nicht mehr gewonnen. Woran liegt es?

Rost: Wenn man sich unsere Heimspiele ansieht, stößt man immer auf dieselben Probleme. Wir sind bei Standardsituationen sehr anfällig - speziell in den letzten 10 bis 15 Minuten, wo wir gegen Hamburg und Schalke noch die Tore gefressen haben. Dabei war die Zuordnung immer klar, wir sind da einfach nur zu unkonzentriert gewesen.

Sport1.de: Sie haben vor kurzem generell beklagt, dass Ihr Team in der Schlussphase nichts mehr zuzusetzen hat.

Rost: Richtig. In den letzten Jahren war es immer unsere Stärke, dass wir in den letzten 30 Minuten immer noch eine Schippe drauflegen konnten. Das ist in dieser Saison nicht der Fall und da muss ich meine Mitspieler in die Pflicht nehmen. Da muss sich jeder hinterfragen, ob er auch den richtigen Lebenswandel hat und alles für den Erfolg des Vereins hintenanstellt. Das haben wir vergangene Woche intensiv intern diskutiert und ich habe den Eindruck, dass wir da auf einen besseren Weg gekommen sind.

Sport1.de: Aber wie kommt es zu den angesprochenen Problemen? Ist man sich nach den erfolgreichen Klassenerhalten in den vergangenen Jahren zu sicher, dass es schon auch diesmal irgendwie klappt?

Rost: Das kann sein, aber jedem muss klar sein, dass wir dafür in jedem Spiel 90 Minuten hart arbeiten müssen. Jeder kennt die Voraussetzungen hier: Wir sind ein kleiner Verein, wir haben geringe finanzielle Mittel, aber wir haben das immer über die Mannschaftsleistung ausgeglichen. Deswegen muss jeder Spieler von 1 bis 30 im Kader alles dafür tun, um die Klasse zu halten.

Sport1.de: Trainer Prasnikar hat angemerkt, dass hartes Training sein muss, weil die Qualität der Spieler den Klassenerhalt sonst nicht hergibt. Ist das nicht frustrierend zu hören?

Rost: Nein. Unser Trainer ist halt ein Fuchs, der schon weiß, wie er seine Spieler anstacheln muss. Wir wissen, wie er das meint, ein bisschen Tiefstapelei ist da auch dabei. Wir haben genug Spieler mit der Erfahrung von 100 bis 200 Profispielen. So blind, wie es manchmal dargestellt wird, sind wir sicher nicht.

Sport1.de: Trotzdem hat die Mannschaft bislang nur sechs Tore gemacht. Woran hapert es in der Offensive?

Rost: Es ist nicht so, dass wir uns keine Chancen erarbeiten und auch erspielen. Momentan fehlt uns auch einfach ein bisschen das Glück. Aber natürlich muss man bei so einem Wert nach elf Spieltagen mal die Frage nach der Qualität stellen, keine Frage.

Sport1.de: Sie fordern also Verstärkungen?

Rost: Das ist Sache des Vereins. Diejenigen, die da zuständig sind, werden sich da schon den Kopf zerbrechen. Als Spieler sollte man sich zu dem Thema nicht groß äußern, da muss jeder auf sich gucken.

Sport1.de: Ihre Erwartungen für das Spiel am Samstag in Wolfsburg?

Rost: Im Moment sind wir ja auswärts stärker als zuhause und da können, ja müssen wir uns auch in Wolfsburg was ausrechnen.

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