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Dortmunds Subotic, Barrios und Kagawa (v.l.) dürfen sich über drei Tage Auszeit freuen © getty

Der BVB führt die Statistiken der Liga an und darf nun einen "Luxus genießen". Ein Fan verletzt Hannovers Bürgermeister.

Hannover - Die Tabellenführung ausgebaut, den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte zementiert:

Nach dem 4:0 (1:0)-Triumph bei Hannover 96 konnte Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp seine schwarz-gelben Überflieger leichten Herzens in den Kurzurlaub schicken.

"Diesen Luxus genießen wir jetzt einfach mal bis zum Mittwoch", sagte der Coach.

Wohlverdientes Durchschnaufen vor der nächsten Pflichtaufgabe in der Liga am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den Hamburger SV.

Und die Chance, Abstand zu gewinnen.

BVB-Fans in Titel-Euphorie

Denn für die rund 10.000 mitgereisten BVB-Fans gab es nach der Gala-Vorstellung in der mit 49.000 Zuschauern ausverkauften Hannoveraner WM-Arena schon keine Zweifel mehr an der siebten deutschen Meisterschaft.

Eine euphorische Sichtweise, die den Verantwortlichen beim BVB noch nicht so ganz geheuer ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich denke nicht an Mitkonkurrenten, ich denke nur an den nächsten Gegner, und das ist der HSV", meinte Klopp.

Watzke: "Wir träumen nicht"

Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gab sich betont nüchtern:

"Wenn man jedes Spiel gewinnen will, kommt man automatisch an einen Punkt, wo man einen Schritt weiterdenken will."

Dieser Punkt sei jedoch "definitiv nicht nach dem elften und auch nicht nach dem 21. Spieltag", so Watzke.

An die Meisterschaft wollte man in Dortmund wie gewohnt nicht denken, Roman Weidenfeller nahm das "M-Wort" immerhin schon einmal in den Mund - wenn auch etwas ironisch.

"Wenn wir am letzten Spieltag zwölf Punkte vor sind, können wir über die Meisterschaft reden", so der BVB-Keeper.

Beifall der 96-Fans

So sah es auch Watzke: "Wir träumen nicht, sondern gehen unseren Weg weiter."

Einen Weg, der den Westfalen 28 von 33 möglichen Punkten, zwölf Zähler Vorsprung auf Titelverteidiger Bayern München und sogar den Beifall der Hannoveraner Fans nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Felix Brych eingebracht hat.

Vom Respekt der Gegner ganz zu schweigen.

"Dortmund war zu stark, und wir waren zu schwach", sagte 96-Mittelfeldspieler Sergio Pinto zu der einseitigen Begegnung, in der die Gäste wie selbstverständlich vier Tore erzielten. 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

BVB führt Statistiken an

Mittlerweile ist es schwierig geworden, eine Statistik zu finden, in der die Dortmunder nicht an der Spitze liegen - im positiven Sinne.

Die meisten Tore, die meisten Torschüsse, die meisten Großchancen, die meisten Zweikämpfe, natürlich auch die wenigsten Gegentore - Roman Weidenfeller wies aber auf einen weiteren Superlativ hin.

"In Hannover haben wir auch wieder gezeigt, wie stark unsere Ersatzbank besetzt ist. Die Jungs machen da keinen Stunk, sondern schießen Tore", sagte der BVB-Keeper mit Blick auf die Torschützen Robert Lewandowski und Jakub Blaszczykowski.

Von solch motivierten Reservisten kann man bei den Niedersachsen nur träumen.

96-Coach Mirko Slomka ließ sogar einen Platz auf der Auswechselbank frei und schickte die praktisch aussortierten Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff und Mike Hanke lieber auf die Tribüne.

Geldstrafe für Haggui wahrscheinlich

Spätestens nach der Roten Karte gegen Innenverteidiger Karim Haggui wegen eines hässlichen Tritts gegen Blaszczykowski (77.) waren die Gastgeber chancenlos.

Das war schon der zweite Platzverweis der Saison für den Tunesier - angesichts von acht Gegentoren in den vergangenen beiden Spielen für Slomka eine ärgerliche personelle Schwächung.

"Man kann davon ausgehen, dass es eine Geldstrafe für Karim geben wird", so Slomka.

Bei den Feldverweisen ist "96" der unangefochtene Liga-Spitzenreiter, denn auch Manuel Schmiedebach und Emanuel Pogatetz wurden schon vorzeitig zum Duschen geschickt.

BVB-Fan trifft Oberbürgermeister mit Plastikbecher

Dass der ungehaltene Jubel über BVB auch Schmerzen verursachen kann, musste derweil Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil feststellen.

Wie ein Sprecher der Stadt Hannover mitteilte, habe ein Dortmund-Anhänger aus Freude über ein Tor einen Plastikbecher in die Luft geworfen, der Weil am Kopf traf und eine Platzwunde verursachte.

Der 51-Jährige "war für einen Moment richtig benommen, weggetreten", gab ein Zeuge zu Protokoll.

Weil wurde ins Krankenhaus gebraucht, nun gehe es ihm aber wieder gut, bestätigte der Sprecher.

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