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In dieser Saison hat Thomas Müller erst zwei Liga-Treffer für den FC Bayern erzielt © getty

Thomas Müller ist nicht mehr automatisch in Bayerns Startformation gesetzt. Beim Überflieger der Vorsaison kommt Frust auf.

Von Mathias Frohnapfel

München - Thomas Müller flätzt sich auf dem Sofa, liest in einer Zeitung.

So gemütlich sieht in einem Werbespot Müllers Freizeit aus.

Doch zuletzt musste sich der Bayern-Jungstar auch ausruhen, als sein Team in Champions League und Bundesliga um Punkte kämpfte.

In Cluj spielte Müller erst in der Schlussviertelstunde, in Gladbach wurde er von Trainer Louis van Gaal erst in der 70. Minute gebracht.308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

Verletzt ist der Überflieger der Vorsaison nicht. Ist also das Vertrauen von Louis van Gaal in ihn geschwunden?

Müller: "Ich bin fit"

Die vom FCB-Coach einst ausgegebene Stammplatzgarantie - "Thomas Müller wird bei mir immer spielen" - gehört jedenfalls der Vergangenheit an.

Müller sagte dazu nach dem 3:3 in Gladbach nur knapp: "Ich bin fit, alles andere müssen Sie den Trainer fragen."

Als er in der Champions League in Rumänien nicht in der Startelf stand, wurde das von vielen noch interpretiert als Verschnaufpause in einem Marathon-Jahr, inklusive WM und Champions-League-Finale.

Müller dürfte das ähnlich gesehen haben, umso größer war seine Überraschung, dass er in Gladbach erneut nur Ersatz war.

Mäßige Bilanz in der Bundesliga

"Ich habe ja schon gegen Cluj eine Viertelstunde gespielt und alles hat gut geklappt", sagte er.

Tatsächlich traf Müller in der 90. Minute zum 4:0-Endstand, doch in der Bundesliga läuft es bislang nicht: In elf Partien war Müller zweimal erfolgreich und bereitete nur ein Tor vor.

Es ist für Müller die erste kleinere Krise in einer rasant gestarteten Karriere.

In seiner ersten Saison unter van Gaal schaffte Müller souverän den Sprung von der Dritten Liga in Deutschlands Eliteliga: Er erzielte 13 Tore, wurde mit dem FCB Meister und Pokalsieger.

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Glanzpunkte während der WM

Und während der WM schwärmten Experten weltweit von seinen ebenso trickreichen wie unbekümmerten Auftritten.

Vor allem die Glanzpunkte, die Müller in Südafrika setzte, haben ihn ins Rampenlicht gerückt und lukrative Werbeverträge eingebracht.

Doch jetzt sitzt der WM-Torschützenkönig auf der Münchner Bank.

Und musste zuletzt lange tatenlos zusehen, wie die Aufholjagd seiner Bayern in der Bundesliga vorerst gestoppt wurde.

"Haben Sie gedacht, wir liegen uns in den Armen und feiern den Punkt?", fragte Müller denn auch gereizt die Reporter nach dem Remis in Gladbach. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Breitner wirbt um Verständnis

Die Bayern werben indes um Geduld mit Müller.

"Es ist nur logisch, dass die Entwicklung eines jungen Spielers - wie bei Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge oder auch mir selbst - nicht in einer Einbahnstraße verläuft", erklärte Chefscout Paul Breitner in der "tz".

"Er muss durchschnaufen. Wie heißt es in der Geschäftswelt: Einfach konsolidieren, neu Luft holen und dann den nächsten Schritt nach vorne machen."

Müller hatte bereits vor der Saison im SPORT1-Interview angekündigt, im Falle eines Formtiefs nicht schmollen zu wollen.

"Für diese Phasen habe ich mir vorgenommen, einfach weiter hart zu arbeiten. Dann kommt man schon darüber hinweg."

69 Spiele hat Müller seit August 2009 für die Bayern absolviert, ein unglaubliches Pensum, das an keinem Spieler spurlos vorüber gegangen wäre.

Auch die anderen Bayern-Nationalspieler mussten den Belastungen des WM-Jahres Tribut zollen.

"Wir werden Meister"

Das weiß auch Breitner, der trotz zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Dortmund weiter an die große Aufholrallye der Roten glaubt.

"Ich habe beim FC Bayern eines gelernt: Wir werden Meister - so lange, bis es mathematisch nicht mehr geht. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir heuer Meister werden."

Reichlich optimistische Worte angesichts der schwierigen Ausgangslage.

Ribery hofft auf Comeback

Doch Breitner hofft dabei vor allem auf die Rückkehr von Franck Ribery und Arjen Robben.

Zumindest der Franzose könnte am Sonntag wieder zur Verfügung stehen. "Gegen Nürnberg will ich auf jeden Fall spielen", sagte Ribery jetzt.

Ribery dürfte zum Kader zählen, aber zu Beginn wohl auf der Bank Platz nehmen - wie eventuell auch Thomas Müller.

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