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Jürgen Klopps Sohn Marc spielt in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund © getty

Dortmund marschiert in der Bundesliga vorneweg. Doch Trainer Jürgen Klopp muss seine Spieler gegen einen Verdacht verteidigen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Borussia Dortmund erstaunt die Bundesliga und die Öffentlichkeit giert geradezu nach Geschichten über den bärenstarken Spitzenreiter.

Zu sensationell ist der Lauf des BVB, der aktuell vorm Tabellenzweiten Mainz vier Punkte Vorsprung hat, vor Verfolger Leverkusen auf Platz 3 sind es gar sieben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In zig Statistiken der Liga glänzen die Schwarzgelben: Das Team besticht durch die meisten Tore, die wenigsten Gegentreffer und die meisten Torschüsse.

Alles Daten, die Jürgen Klopp gerne liest.

An dem BVB-Trainer liegt es nach dem 4:0 (1:0)-Triumph bei Hannover 96, die Euphorie um sein Team zu lenken. 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

Klopp als Psychologe

Dafür stellt sich Klopp auch selbst quasi als Schutzschild vor seine Spieler und versucht vor allem bei der Frage nach den Erfolgsfaktoren die Deutungshoheit zu behalten.

"Der Faktor körperliche Belastung während der Woche wird aus meiner Sicht überschätzt. Ganz ehrlich: Das ist Kindergeburtstag", erklärte Klopp in den "Ruhr Nachrichten."

Klopps Intention: Er will auf jeden Fall verhindern, dass seine Spieler sich vor dem Spiel gegen den HSV (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) nur deshalb müde fühlen, weil sie das nach Ansicht der Beobachter angesichts von 19 Pflichtspielen seit Anfang August sein müssten.

"Leben auf einer Insel"

"Ich stelle fest, dass wir beim BVB auf einer Art Insel leben und sich außer uns selbst niemand ernsthaft mit dem BVB beschäftigt", mäkelte Klopp.

[kaltura id="0_zka5q2cc" class="full_size" title="Sammer glaubt an den BVB"]

Schließlich glaube er nicht, "dass irgendein Journalist zum Beispiel in Hannover auch nur drei Spiele von uns gesehen hat. Sonst wüsste er ja, dass wir gar keinen Kräfteverschleiß haben."

Die Frage nach der Regeneration beantwortet Klopp denn auch lieber aus seiner eigenen Sicht. "Die mentale Regeneration hat etwas mit Charakter zu tun. Auch mit meinem."

Klopp vertraut seinem Team

Damit wehrte sich der 43-Jährige vor allem gegen die Unterstellung, dass die im Durchschnitt 23,1 Jahre alte Mannschaft das hohe Tempo der vergangenen zweieinhalb Monate nicht durchhalten könne.

Schließlich zählen die Dortmunder auch bei der Laufleistung zur Ligaspitze.

"Wenn meine Jungs zwei freie Tage haben, fliegen sie nicht weg. Dann schlafen sie ein, wachen irgendwann am zweiten freien Tag wieder auf und haben Lust auf Fußball."

Zidan ist wieder da

Ein Indiz für Klopps These: Der BVB hat mit 17 Toren ligaweit die meisten Treffer in der zweiten Hälfte erzielt.

Mit Mohamed Zidan steht zudem ein weiterer lauf- und kampfstarker Profi in den Startlöchern. Nach siebenmonatiger Leidenszeit wegen eines Kreuzbandrisses brennt der Ägypter auf sein Comeback. "Ich bin bereit", sagte er hegt aber nur bescheidene Hoffnung auf einen Einsatz im Freitagsspiel gegen Ex-Klub HSV (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER):

"Wenn der Trainer mich mitnimmt, muss er einen anderen Offensivspieler draußen lassen. Doch die sind alle fit."

BVB-Aktie legt zu

Das zeigt sich auch beim Blick auf eine andere Statistik. In der Zahl der geführten Zweikämpfe ist Dortmund Top. 2650 Zweikämpfe führten die Borussen, der FC Bayern - in dieser Datensammlung Letzter - nur 2153.

Nach Meinung der Dortmunder Anhänger soll dieser Lauf natürlich unbedingt weitergehen. Und auch die Besitzer der BVB-Aktien setzen darauf. Die Dortmunder Aktie ist mittlerweile auf zwei Euro gestiegen.

Spieler wie Shinji Kagawa, der für 350.000 Euro geholt wurde, haben ihren Marktwert zudem enorm gesteigert.

Kagawa beeindruckt

Klopp freut die Entwicklung des Japaners. "Shinji hat immer Gas gegeben und Ideen produziert", erklärt Klopp.

"Er hat das ein oder andere Mal nur vergessen abzuschließen. Wir haben das besprochen. Konsequenz: Seine zweite Hälfte in Paris war herausragend, in Hannover hat er 90 exzellente Minuten gespielt."

Die Aktionäre können also nicht nur wegen der guten Statistiken auf einen weiteren Höhenflug des BVB hoffen.

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