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Frank Schaefer trainierte seit 2007 die zweite Mannschaft der Kölner © imago

Der Interimstrainer des FC kämpft vor dem Derby um seine Chance und greift hart durch. Wolfgang Overath gibt ihm Rückendeckung.

Köln/München - Der Interimstrainer des 1. FC Köln Frank Schaefer räumt nach dem 1:3 gegen Nürnberg auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Adil Chihi bekam als Erster die neue Gangart zu spüren. Schaefer schmiss den Deutsch-Marokkaner nach einem Vorfall im Training vorläufig aus dem Kader.

Diese Maßnahme könnte allerdings eine der letzten Handlungen Schaefers als Verantwortlicher des FC gewesen sein. Auch wenn Präsident Wolfgang Overath eine Ablösung Schaefers nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kategorisch ausschließt. 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

Chihi degradiert

Stürmer Chihi wurde während der Trainingseinheit am Dienstagmorgen von Frank Schaefer wegen schlechten Verhaltens vorzeitig in die Kabine geschickt und ist bis auf Weiteres nicht mehr Teil des Profikaders.

"Mir blieb keine andere Wahl. Das Verhalten von Adil Chihi war nicht akzeptabel, darum musste ich so im Sinne der Mannschaft reagieren", sagte Schaefer.

Verbannung nicht endgültig

"Adil hat jederzeit die Möglichkeit, über gute Trainingsleistungen zurück in den Profikader zu kehren", erklärte Schaefer weiter.

Chihi war bereits vor dem Spiel in Nürnberg aus Verhaltensgründen aus dem Kader gestrichen worden.

Der 22-Jährige hat in der laufenden Saison bislang zwei Einsätze absolviert und wird den Verein am Saisonende wohl verlassen.

Ein Comeback im Profikader könnte aber bereits nach dem Derby anstehen, denn bei einer Niederlage wäre Schaefer seinen Posten wohl los.

Overath vertraut Schaefer

Auch wenn FC-Präsident Wolfgang Overath diesen Stimmen energisch widerspricht und dem 47-Jährigen unabhängig vom Ausgang der Partie gegen Mönchengladbach das Vertrauen ausspricht.

Overath stellt klar: "Warum sollte das ein Endspiel für ihn werden? Er hat jetzt zwei Spiele gewonnen, eines verloren. Er macht gute Arbeit, er hat unser Vertrauen. Das machen wir jetzt nicht von 90 Minuten abhängig", sagte Overath im "Express".

Neben der Personalie Schaefer steht bei den Kölnern vor der Mitgliederversammlung am 17. November die des Präsidenten im Fokus.

Zwar besitzt Overath die Rückendeckung des Verwaltungsrates, aber es bleibt die Frage, ob Overath überhaupt weitermacht.

Betretungsverbote per Post

Unterdessen will die Polizei mit Betretungsverboten Ausschreitungen beim Derby verhindern.

"Wir gehen von 350 uns bekannten Problemfans aus. 100 Personen haben vorab ein Bereichsbetretungsverbot per Post zugestellt bekommen. Das gilt für das gesamte Stadionumfeld", sagte Kölns Polizeisprecher Christoph Gilles.

Bei einem Verstoß wird die Polizei eine Geldstrafe von 500 Euro und ein Platzverbot aussprechen.

Verantwortliche zuversichtlich

"Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich unsere Fans wie bei den letzten Derbys auch friedlich verhalten", sagte Mönchengladbachs Fanbeauftragter Thomas Jaspers.

Auf ein friedliches Derby hofft auch Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers: "Im vergangenen Jahr haben wir zwei spannende Spiele erlebt, bei denen es im Umfeld ruhig geblieben ist. Ich gehe davon aus, dass das auch am Samstag der Fall sein wird."

Krawalle keine Seltenheit

Bei vorherigen Spielen war es zwischen den rivalisierenden Fangruppen wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen.

Negativer Höhepunkt waren die Krawalle während und nach dem Spiel am 7. April 2008 in Köln.

Damals hatte eine von Kölner Fans geklaute Fahne einer Gladbacher Ultra-Gruppierung für eine extrem aufgeheizte Stimmung gesorgt.

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