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Cacau spielt seit 2003 beim VfB Stuttgart und erzielte bisher in 188 Ligaspielen 66 Tore © imago

Cacau hat in Stuttgart schon einige Achterbahnfahrten erlebt. Im Interview sagt er, warum diesmal keine Aufholjagd zu erwarten ist.

Von Jakob Gajdzik

München - Dem Traum folgte die Ernüchterung.

Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika Torschütze und umjubelter Dritter, stürzte Stürmer Cacau mit dem VfB Stuttgart zu Saisonbeginn ab.

Wieder einmal.

Nach dem Trainerwechsel von Christian Gross zu Jens Keller hat sich der VfB wieder ein wenig stabilisiert, auch der 29-Jährige traf nach längerer Durststrecke wieder.

Im SPORT1-Interview spricht Cacau über den schwachen Saisonstart, den neuen Trainer und warum dieses Saison für den VfB nicht so ist, wie jede andere.

SPORT1: Herr Cacau, inwiefern spiegelt das 6:0 gegen Werder Bremen das wahre Leistungsvermögen des VfB wider?

Cacau: Wir wissen, dass dies ein außergewöhnliches Spiel und Ergebnis war. Neben den drei Punkten haben wir dadurch auch wieder Selbstvertrauen getankt und gesehen, dass wir mit totaler Leidenschaft spielen müssen.

SPORT1: War die Art und Weise zu spielen nahe am Ideal?

Cacau: Wir hatten richtige Ansätze: Jeder ist für den anderen gelaufen, die Einsatzbereitschaft stimmte. Das wollen wir auch in den nächsten Spielen zeigen. Dass wir spielerisch immer so glänzen können, ist unwahrscheinlich, das Wichtigste ist deshalb diese Einstellung.

SPORT1: Sie selbst trafen zuletzt am 5. Spieltag gegen Nürnberg, gegen Werder nun doppelt. Waren die Treffer auch eine persönliche Befreiung?

Cacau: In erster Linie zählt der Erfolg der Mannschaft. Ob ich dann treffe oder nicht ist zweitrangig. Aber es ist natürlich am Schönsten, wenn beides der Fall ist.

SPORT1: Das 7:0 gegen Gladbach am 4. Spieltag schien ein ähnlicher Befreiungsschlag, danach gab es jedoch drei Niederlagen in Folge. Warum kommt es diesmal anders?

Cacau: Wir haben nun verinnerlicht, dass es nach so einem Sieg nicht von alleine weiterläuft. Wir müssen weiterhin 100 Prozent geben. Das haben wir nach dem Spiel gegen Gladbach gelernt und werden diesen Fehler nicht wiederholen.

SPORT1: Seitdem Jens Keller Christian Groß abgelöst hat, gab es fünf Siege in sieben Pflichtspielen. Was macht er anders als sein Vorgänger?

Cacau: Ein Vergleich ist schwer. Jens hat seinen eigenen Stil, er arbeitet auch akribisch und tut alles, damit wir schnell da unten rauskommen. Es wird ihm nicht gerecht, mit anderen Trainern verglichen zu werden. Ein wichtiger Faktor ist zudem die Rückkehr einiger Verletzter, wodurch der Konkurrenzkampf größer geworden ist.

SPORT1: Sehen Sie in Jens Keller eine Dauerlösung für den VfB?

Cacau: Wenn wir erfolgreich spielen, ist das auch sein Erfolg. Alles andere ergibt sich dann von selbst.

SPORT1: Sie sind neben Kapitän Mathieu Delpierre ein Führungsspieler in der Mannschaft. Wie haben Sie während der schweren Zeit auf die Mannschaft eingewirkt?

Cacau: Ich versuche immer mit Leistung voranzugehen, auch wenn es nicht läuft. Dadurch hoffe ich, die anderen mitzureißen. Und natürlich ist es auch so, dass die jüngeren Spieler zu uns älteren kommen, wenn sie Fragen haben.

SPORT1: Bereits vergangenes Jahr spielte der VfB erst eine miserable Hinrunde und startete dann in der Rückrunde durch. Was fehlt der Mannschaft um eine komplette Saison konstant auf hohem Niveau zu spielen?

Cacau: Die Mannschaft besteht aus vielen Charakteren, dazu kommen jedes Jahr die Zu- und Abgänge. Für ein konstant hohes Niveau müssen alle Räder ineinander greifen das war in den vergangenen Monaten nicht immer so.

SPORT1: Bleibt also das internationale Geschäft beim VfB auch diese Saison das Ziel?

Cacau: Diese Saison ist anders. Wir spielen dieses Jahr um den Klassenerhalt. Wir sind froh, wenn wir dafür ausreichend Punkte auf dem Konto haben. Alles andere wird man danach sehen.

SPORT1: In den nächsten beiden Partien trifft der VfB mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Köln auf unmittelbare Tabellennachbarn.

Cacau: Das sind sehr wichtige Spiele. Ich denke wir alle haben verstanden, dass wir mit viel Kampf und Leidenschaft in diese Partien gehen müssen, sonst bekommen wir Probleme. Mit zwei Siegen haben wir eine große Chance, uns von den unteren Plätzen etwas abzusetzen.

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