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Karl-Heinz Rummenigge hofft weiterhin auf eine außergerichtliche Einigung © imago

Der Streit zwischen dem niederländischen Verband und dem FC Bayern geht weiter. Rückkehrer Mark van Bommel ist auch beteiligt.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Annäherung zwischen dem FC Bayern und dem niederländischen Fußballverband (KNVB) scheint von kurzer Dauer gewesen zu sein.

Statt einer möglichen Einigung im Streit um Arjen Robbens Verletzung deutet sich neuer Ärger an.

"Rummenigge geht mir auf die Nerven. Lassen Sie mich eines klarstellen: Der KNVB erkennt die Schuld an der Verletzung Robbens nicht an", dröhnte jetzt der niederländische Verbandsdirektor Bert van Oostveen im Sportblatt "Voetbal International".

Noch keine Einigung zwischen den Parteien

In München wird man diese rauen Töne mit Schrecken aufnehmen, schließlich hat es nach einem Gespräch mit KNVB-Präsident Michael van Praag noch erste Zeichen für eine Annäherung gegeben.

Und FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich noch Anfang November "vorsichtig optimistisch, dass wir uns außergerichtlich einigen können".

Die Niederländer hätten erkannt, so glaubte Rummenigge damals, "dass sie eine Verantwortung für die Verletzung tragen".

Van Oostveen, der auch schon bei anderer Gelegenheit gegen die Bayern gestichelt hatte, sagte jetzt klar: "Die Parteien verhandeln noch."

Und vermutlich wird es zwischen dem FCB und Oranje bald ein neues Diskussionsthema geben.

Van Bommel zurück - und zuerst für Oranje?

Denn kaum ist Mark van Bommel genesen - ein Comeback deutet sich gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) an - soll er bereits wieder im Kader der Niederlande stehen.

Der Bayern-Kapitän wurde ins vorläufige Aufgebot für das Testspiel gegen die Türkei am 17. November nominiert.

Den Münchnern dürfte das gar nicht passen, wollen sie den 33-Jährigen nach seiner Verletzung doch behutsam wieder aufbauen.

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Zwangspause seit Mitte Oktober

Van Bommel hatte sich während der letzten Länderspielreise mit Holland Mitte Oktober einen Fazienriss im Knie zugezogen. Seitdem fiel er aus.

Auch darüber waren die Münchner alles andere als begeistert.

Sie hatten sogar vor der EM-Qualifikationspartie gegen Schweden den KNVB aufgefordert, van Bommel zu Untersuchungen sofort zurück nach München zu schicken.

Van Bommel, der schon zuvor über Schmerzen klagte, spielte trotzdem.

Nerlinger bremst den Ehrgeiz

Jetzt hofft der Bayern-Kapitän nach Aufbautraining und Sonderschichten mit den anderen verletzten Spielern wieder rechtzeitig auf dem Damm zu sein.

"Ich bin heiß, endlich wieder zu spielen", sagte van Bommel mit Blick auf die nächste Bundesliga-Partie.

Doch Sportdirektor Christian Nerlinger bremste in der "Bild" und meinte: "Wir hoffen, dass Mark wieder fit ist. Aber man muss noch ein paar Tage Training abwarten."

In einer kuriosen Konstellation könnte van Bommel gegen Nürnberg nur einige Spielminuten Praxis sammeln, für Oranje aber von Anfang an spielen - um dann im schlimmsten Dall wieder auszufallen.

Van Gaal: Neuer Konflikt

Louis van Gaal hatte sich bei den Fällen Robben und van Bommel mit Blick auf sein Heimatland bislang zurückgehalten.

Doch nun hat der streitbare Coach gar ein neues Konfliktfeld eröffnet: Der 59-Jährige hat von seinem Stammverein Ajax Amsterdam die Nase voll.

"Die Klubleitung hat mich bis auf die Knochen beleidigt. Für diesen Verein werde ich nie mehr arbeiten", sagte van Gaal vor Studenten im niederländischen TV-Programm "College Tour".

In der Sendung erzählte er von seiner Tätigkeit als Technischer Direktor 2003. Nach acht Monaten war er entlassen worden

Nach Meinung der Klubleitung hatte er sich zu intensiv mit der Arbeit des damaligen Cheftrainers Ronald Koeman beschäftigt.

"Sie haben mich in meiner Aufgabe als Technischer Direktor regelrecht behindert", sagte van Gaal.

Hitzfeld schlägt sich auf Hoeneß' Seite

Für van Gaal ist der Streit mit Ajax ein neuerliches Streitthema, nachdem weiterhin der Konflikt mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß schwelt.

Dabei hat jetzt Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld zugunsten von Hoeneß Stellung bezogen.

"Wenn Uli merkt, dass etwas in die falsche Richtung läuft, meldet er sich. Denn wie kein anderer sucht er den Erfolg", sagte der Schweizer Nationalcoach der "Sport Bild":

"Darum ist Bayern so erfolgreich."

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