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Die Spieler des VfL Bochums jubeln den Fans während der Asien-Tour zu © getty

Die Saison 2008/2009 rückt immer näher. Sport1.de stellt in der Bundesliga-Vorschau alle 18 Teams vor. Diesmal: VfL Bochum.

Von Julian Ignatowitsch

München - Zweimal in Folge hat der VfL Bochum den Klassenerhalt relativ souverän gemeistert und musste nicht bis zur letzten Minute bangen.

Ein beachtliches Resultat, wenn man sich vor Augen führt, dass der Weg des VfL in den letzten 15 Jahren einer Berg- und Talfahrt glich.

Fünf Abstiege, jedes Mal der direkte Wiederaufstieg. Bei Bochum hat der beliebte "Fahrstuhl"-Vergleich durchaus seine Berechtigung. Doch es scheint so, als könnte beim VfL langsam aber sicher Konstanz einkehren.

"Der beste Kader"

Erstmals konnte Bochum alle Leistungsträger der vergangenen Saison halten und statt nach Ersatz endlich mal nach Verstärkung suchen. Das ist gelungen.

"Von der Qualität her ist das der beste Kader, den wir in meiner Zeit hatten", freut sich Trainer Marcel Koller zu Recht.

Im Kampf mit den Ruhrpott-Rivalen Schalke und Dortmund gewinnt die "graue Maus" an Profil. Der charismatische Koller hat der Mannschaft ein klar erkennbares Gesicht gegeben.

"Unbeugsam seit 1848" - das neue Motto der Blauen steht auf dem Trikot. So soll es weiter gehen.

Wer ist neu?

Bochum hat sich gezielt verstärkt und dafür verhältnismäßig tief in die Tasche gegriffen. 4,1 Millionen Euro zahlte der VfL für sieben Neuzugänge.

Prominentester Name ist Ex-Nationalspieler Paul Freier, der für 1,1 Millionen Euro nach Bochum zurückgeholt wurde.

Auch die Rückkehr von "Hubschrauber" Vahid Hashemian, der ablösefrei von Hannover 96 kommt und im Sturm für Lufthoheit sorgen soll, gibt Auftrieb. Der Iraner hatte in Bochum 2003/2004 seine beste Bundesligasaison (16 Tore) absolviert.

Internationale Erfahrung

Zudem verpflichteten die Rheinländer den österreichischen Nationalspieler und Jungspund Christian Fuchs vom SV Mattersburg (1,2 Mio.), sowie den international erfahrenen Torwart Daniel Marcio Fernandes (1,1 Mio.) von PAOK Thessaloniki.

Mimoun Azaouagh wurde nach seiner starken Rückrunde in Bochum endgültig für 700.000 Euro aus Schalke weggelotst.

Wer ist der Hoffnungsträger?

Die Verantwortung lastet in Bochum auf vielen Schultern. Im Fokus stehen sicherlich die beiden Rückkehrer Freier und Hashemian.

Beide wecken Erinnerungen an die beste Bundesligasaison des VfL in der Vereinsgeschichte. In der Saison 2003/2004 war das Duo hauptverantwortlich für Platz fünf und die Teilnahme im UEFA-Cup.

Man hofft auf ähnlich gute Leistungen der beiden. Für den Überflieger der vergangenen Saison, Stanislav Sestak, gilt es die starken Leistungen zu bestätigen. Sestak hatte sich in seiner ersten Bundesligasaison gleich in die Herzen der VfL-Fans geschossen. Der Slowake erzielte in 33 Spielen 13 Tore, entschied sich aber dennoch beim VfL zu bleiben.

Wie ist die Stimmung?

Bochum goes Japan oder "Konnichiwa, VfL!" Seit der Verpflichtung von Shinji Ono, Asiens Fußballer des Jahres 2002, ticken die Uhren in Bochum etwas anders.

"Seitdem sind immer ein gutes Dutzend japanischer Journalisten bei unseren Spielen", weiß Ansgar Schwenken, Vorstandsmitglied des VfL Bochum.

In der Vorbereitung ging es zum Freundschaftsspiel nach Yokohama, die VfL-Internetseite gibt es ab dieser Saison auch in Japanisch zu bestaunen.

Testspiele liefen nicht gut

Mit der zusätzlichen Unterstützung aus Fernost geht der VfL optimistisch in die nächste Saison. Auch wenn es in den Testspielen noch nicht so gut lief, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.

Erstens hat Koller seine Spieler im Training alles andere als geschont, damit sie punktgenau zum Saisonstart fit sind.

Und zweitens ist das Vorbereitungsprogramm der Bochumer Champions-League-reif - mit Gegner wie dem FC Porto (1:1), dem FC Valencia (0:1) oder Besiktas Istanbul (2:3).

Was sind die Ziele?

Trainer Koller nimmt die 45 Punkte aus der letzten Saison als Maßstab. Priorität hat natürlich einmal mehr der Klassenerhalt - "und zwar ohne großes Zittern bis zum letzten Spieltag".

Sport1-Prognose:

Bochum hat allen Grund auf ein weiteres Jahr ohne echte Abstiegsangst zu hoffen. Der VfL schafft den Klassenerhalt vorzeitig und landet im gesicherten Mittelfeld. Wenn alles optimal läuft, ist sogar ein einstelliger Tabellenplatz drin.

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