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Mario Gomez wechselte für 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum FC Bayern © imago

"Die ganze Liga schaut auf Bayern. Konkurrenz? Ich bin entspannt." Gomez ist van Gaals Nummer eins - für den Rest der Saison?

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Vor der Saison hieß es schon "Game over" für ihn beim FC Bayern.

"Super Mario" Gomez war nur noch Stürmer Nummer vier in der Hierarchie - hinter Miroslav Klose, Ivica Olic und Thomas Müller.

Der 25-Jährige wollte beim FC Liverpool neuen Mut schöpfen, doch die Münchner Bosse ließen ihn nicht ziehen.

Mit einer beeindruckenden Serie von neun Toren aus den letzten sieben Spielen hat er nun ein neues Level erreicht.

Der Angreifer ist so stark wie nie zuvor und die klare Nummer eins bei Trainer Louis van Gaal. Er darf sich endlich beweisen und zahlt das Vertrauen zurück.

Vor dem Derby gegen den 1. FC Nürnberg (So, ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) tritt der Ex-Stuttgarter dementsprechend selbstbewusst auf.

Er sitzt weit zurückgelehnt in seinem Stuhl beim Pressetalk an der Säbener Straße, sein Bein hat er lässig an den Tisch gelehnt.

"Ich kann das umsetzen, was der Trainer fordert. Vor der Konkurrenz habe ich keinen Bammel", sagt er auf SPORT1-Nachfrage.

Exzellente Quote

Die Zahlen bestätigen ihn - seine Quote ist so gut wie nie zuvor. In dieser Saison kommt er auf 882 Minuten Einsatzzeit und erzielte dabei zehn Tore. Das entspricht einem Durchschnitt von rund 88 Minuten pro Tor.

Zum Vergleich: In der Saison 2008/09 benötigte er beim VfB 107 Minuten für einen Treffer.

Entscheidende Ursache

"Wenn ich fit und gesund bin und das Vertrauen bekomme, werde ich immer meine Tore machen", behauptet er.

So makaber es klingt: Aber die Ursache für Gomez' Aufschwung liegt auch in der Verletztenmisere des Rekordmeisters.

[kaltura id="0_jsb8cmxr" class="full_size" title="Beckenbauer Das ist nicht Bayern"]

Durch die vielen personellen Ausfälle sah sich van Gaal gezwungen, die Grundausrichtung defensiver zu gestalten.

"Wir ziehen uns mehr zurück, wenn der Gegner im Ballbesitz ist", weiß auch Gomez. Für ihn ergeben sich im Sturmzentrum dadurch mehr Räume. "Das kommt mir natürlich entgegen", merkt er an.

Dass es eng für ihn wird, wenn Franck Ribery und Arjen Robben in der Rückrunde wieder voll angreifen, fürchtet er nicht, obwohl ihm bewusst ist, dass sich das System dann wieder ändern wird.

"Ich bin entspannt"

"Robbery" ist dominant, die beiden Flügelspieler suchen oft selbst den Abschluss. Der Mittelstürmer soll für sie als Anspielstation und Passgeber fungieren.

Gomez wird sich neu orientieren müssen. "Ribery und Robben werden uns viele Überraschungsmomente bringen. Aber das ist kein Problem, ich kann mich anpassen", glaubt er.

Der Torjäger geht fest davon aus, dass er seinen Stammplatz auch behalten wird, wenn Miroslav Klose nach seinem Muskelfaserriss wieder in die erste Elf drängt. "Konkurrenz gibt es seit ich da bin. Natürlich habe ich Respekt, Miro ist ein klasse Spieler. Aber ich bin entspannt", stellt Gomez gegenüber SPORT1 klar.

Mit Gelassenheit blickt er auch noch Richtung Titel. "Warum sollten wir nicht an die Meisterschaft glauben? Wir sind der FC Bayern. Es wird nicht davon gesprochen, wie viel Zähler Vorsprung Dortmund auf den zweiten oder dritten Platz hat, sondern wie viele Zähler der FC Bayern hinten ist", sagt er.

"Ganze Liga schaut auf uns"

Daran merke man, dass die "ganze Liga auf uns schaut".

Dass die Aufholjagd auf Spitzenreiter Dortmund nicht ganz einfach wird, ist Gomez klar: "Aber auch Dortmund wir noch eine Schwächephase bekommen."

Für die in Mönchengladbach beim 3:3 liegen gelassenen Punkte soll nun zunächst der Club büßen.

"Wir sind die bessere Mannschaft und dürfen bis Weihnachten keine Punkte mehr abgeben", fordert Gomez. Mit Toren will er seinen Teil dazu beitragen.

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