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Die Mainzer mit Wetklo (l.) und Ivanschitz kassierten die vierte Niederlage in Folge © getty

Die 05er kassieren gegen Hannover die vierte Pleite in Folge. Zudem beschwert sich Wetklo mit deutlichen Worten über die Fans.

Mainz - Nach der vierten Pflichtspielpleite in Folge ist in Mainz endgültig jede Euphorie verflogen.

"Vielleicht sind die Ansprüche zu hoch geworden, dass wir denken, wir können jeden an die Wand spielen", sagte Andreas Ivanschitz nach der 0:1-Niederlage gegen Hannover 96. 311229(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

"Da muss sich jeder selbst hinterfragen."

Auch Thomas Tuchel zeigte sich ratlos.

"Ich habe den Eindruck, dass wir sehr verkrampft spielen", erklärte der Trainer.

"Es schaut nicht nach dem aus, was wir bringen können. Wir werden mit 0:1- und Ein-Tor-Niederlagen bestraft. Es fehlt an allen Ecken und Enden etwas, das summiert sich am Ende."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Wetklo sauer auf Fans

Zu allem Überfluss schwelt nun auch noch ein Konflikt mit den eigenen Fans. Torwart Christian Wetklo kritisierte den eigenen Anhang nach Abpfiff mit deutlichen Worten.

"In zehn Jahren war es mein erstes Auswärtsspiel in Mainz. Ich wusste nicht, dass ich bei Bayern spiele. Ich dachte ich spiele für Mainz", ärgerte sich Wetklo über die fehlende Unterstützung der Fans am Bruchweg.

Tuchel war bemüht, die Wogen zu glätten. "Da wurde er mit viel Adrenalin direkt nach Abpfiff erwischt. Wir können jetzt keinen Bruch mit den Fans gebrauchen", sagte der Coach.

Mainz auf dem Weg in die Krise

Doch nach dem Traumstart in die Saison sind die Rheinhessen auf dem besten Weg in eine Krise.

Sergio Pinto (44.) mit seinem ersten Saisontor besiegelte die dritte Heimschlappe der Mainzer in Folge, die auch eine 22-minütige Überzahl nicht nutzen konnten.

Hannovers Kapitän Steven Cherundolo sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (68.).

Die Niedersachsen konnten damit ihre Talfahrt nach zuvor vier Niederlagen in fünf Partien stoppen und festigten ihren Platz im Tabellen-Mittelfeld.

"Jetzt sind wir wieder die bösen Hannoveraner"

"Wir haben die gesamten 90 Minuten eine taktisch-disziplinierte Leistung gezeigt. Das war in allen Bereichen eine gute Leistung", sagte 96-Trainer Mirko Slomka, der aber nicht mit dem Platzverweis einverstanden war:

"Das war nicht gelb-rot-würdig. Jetzt sind wir wieder die bösen Hannoveraner. Es trifft unseren Kapitän, das ist bitter für das nächste Spiel."

Den Gastgebern war die Verunsicherung nach den enttäuschenden Ergebnissen der vergangenen Wochen deutlich anzumerken.

Ballverluste sorgen für Unmut

Statt des gefürchteten Kombinationsspiels zogen sich die FSV-Profis den Unmut ihrer Fans durch viele haarsträubende Ballverluste zu.

Die Halbzeitführung der solide agierenden Hannoveranern war deshalb auch nicht unverdient.

Torschütze Pinto gelang dabei am Samstagabend ein Sonntagsschuss aus rund 22 Metern, bei dem Wetklo nicht gut aussah.

Insgesamt ließ das Überraschungsteam der bisherigen Saison lange Zeit jegliche Durchschlagskraft vermissen.

Bis auf Weitschüsse von Christian Fuchs (8.) und Andreas Ivanschitz (16.) blieben Chancen Mangelware.

Holtby mit schwacher Leistung

Die zuletzt ebenfalls schwächelnden Hannoveraner wurden in der Folge mutiger und deckten einige Schwächen in der FSV-Abwehr auf.

Nach dem Gegentreffer kurz vor der Pause brachte Tuchel unmittelbar nach dem Wechsel Andre Schürrle als Joker.

Dafür musste in Lewis Holtby der zweite Mainzer Jung-Nationalspieler weichen, der im linken Mittelfeld allerdings unter seinen Möglichkeiten blieb.

Die beste Mainzer Chance in einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit hatte dann Haruna Babangida: Der Mittelfeldspieler verzog aus kürzester Distanz nur knapp (70.).

So blieb es beim 0:1.

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