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Hamburgs Mladen Petric (l.) hat bisher drei Saisontore erzielt © getty

Der HSV hat bereits Mainz von der Spitze gestürzt. Nun soll Dortmund dran glauben. Die Hamburger setzen dabei auf ihre Routiniers.

Von Christian Stüwe

München - Mainz 05 war die Mannschaft der Stunde, mit sieben Auftakt-Siegen hatte das Team von Trainer Thomas Tuchel den Startrekord von Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern eingestellt.

Ganz Fußball-Deutschland diskutierte, ob die Rheinhessen wirklich das Zeug zur Meisterschaft haben.

Doch dann kam der Hamburger SV an den Bruchweg und beendete mit einen humorlosen 1:0-Sieg den Höhenflug der Mainzer.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nun tritt der HSV in Dortmund an (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) und möchte den nächsten Überflieger auf den Boden zurückholen.

Auch um die eigenen Ambitionen zu wahren. "Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir in Dortmund eigentlich gewinnen", sagt Trainer Armin Veh.

Dies dürfte angesichts der nüchtern betrachteten Zahlen keine einfache Aufgabe werden. (ZUR VORSCHAU: HSV nimmt "Borussia Deutschland" ins Visier)

Die extrem junge Dortmunder Truppe ist seit zehn Spielen ungeschlagen und hat davon neun gewonnen.

80.000 Fans erwarten HSV

Der BVB stellt die beste Abwehr und den besten Angriff, zudem werden mehr als 80.000 euphorisierte Fans die Mannschaft bedingungslos unterstützen.

"Die Begeisterung potenziert sich von Woche zu Woche", sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp: "Wir spüren eine große Vorfreude. Unsere Aufgabe wird es sein, diese großartige Stimmung umzumünzen in eine überragende sportliche Leistung."

Allerdings kann der HSV mit großer Routine dagegenhalten. Spieler wie Ze Roberto, Joris Mathijsen, Jaroslav Drobny oder David Jarolim verfügen über jahrelange Erfahrung und dürften sich von der Kulisse nicht beeindrucken lassen.

[kaltura id="0_9ob61wkx" class="full_size" title="Sammer glaubt an den BVB"]

HSV: Erfahrung als Trumpfkarte

"Es ist unsere Aufgabe, den Tabellenführer zu schlagen. Das haben wir schon gegen Mainz gemacht", sagte Ze Roberto in der "Bild".

"Wenn du gegen die nicht in Form bist, kriegst du Probleme", erklärte der 36-Jährige: "Wenn du in Form bist, kriegen die jungen Dortmunder Probleme. Die haben zwar Power, aber die Erfahrung fehlt."

Der 30-jährige Mathijsen ergänzt, dass man "vor keinem Gegner Angst" zu haben brauche: "Es ist schwer uns zu schlagen."

SPORT1 hat die Fakten zum Spiel:

Ausgangslage:

Dortmund schwimmt auf einer riesigen Erfolgswelle. Mit vier Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Mainz würde die Borussia selbst im Falle einer Niederlage die Spitze verteidigen.

Mehr und mehr formieren sich aber die Jäger und lauern auf einen Ausrutscher der Borussia. "Dortmunds Schwächephase wird kommen", prophezeit etwa Bayerns Mario Gomez.

Der HSV ist bisher nicht schlecht, aber gemessen an den eigenen Ansprüchen auch nicht überzeugend in die Saison gestartet. Sollte der "Bundesliga-Dino" verlieren, wäre die Tabellenspitze schon 13 Punkte entfernt.

Für die Hamburger, die selber immer wieder zaghaft vom Titel träumen, wäre das ein Nackenschlag.

Personal:

Die Dortmunder Kevin Großkreutz und Lucas Barrios konnten zuletzt wegen Oberschenkelproblemen nicht trainieren. Ob die beiden gegen den HSV auflaufen können, entscheide sich erst kurzfristig, teilte Klopp mit.

Die Hamburger haben ungleich größere Sorgen. Mit Ruud van Nistelrooy, Collin Benjamin, Marcell Jansen, Frank Rost, Eljero Elia, Dennis Aogo, Dennis Diekmeier, Miroslav Stepanek, Romeo Castelen und Tunay Torun fehlt fast eine komplette Mannschaft.

Immerhin trat Jonathan Pitroipa nach überstandenen Adduktoren-Problemen die Reise ins Revier mit an.

Spieler im Fokus:

Die jungen Dortmunder Mario Götze (18) und Marcel Schmelzer (22) wurden erstmals von Bundestrainer Joachim Löw für die Nationalmannschaft nominiert. "Das ehrt mich sehr. Ich habe immer gesagt, dass die Nationalmannschaft das Größte ist", erklärte Schmelzer.

Die Nominierung bedeutet aber auch, dass die Leistung der beiden Borussen künftig noch kritischer beäugt werden dürfte. Schon am Freitag gilt es für Götze und Schmelzer die Berufung zu rechtfertigen.

Beim HSV ist Mladen Petric topmotiviert. Der Stürmer spielte von 2007 bis 2008 für den BVB und wechselte dann nach Hamburg.

Zu Saisonbeginn schien Petric schon auf dem Abstellgleis gelandet zu sein, doch zuletzt spielte der 29-Jährige als Vertreter von van Nistelrooy groß auf.

"Vielleicht fangen in Dortmund jetzt einige Leute an zu träumen, und es schleichen sich Nachlässigkeiten ein", hofft Petric vor seiner Rückkehr. (Mladen Petric im SPORT1-Interview)

Das sagen die Trainer:

Jürgen Klopp (Dortmund): "Die Mannschaft ist gefordert, alles, was sie hat, in dieses Spiel zu investieren und die Hamburger auf unsere Art und Weise zu bearbeiten."

Armin Veh (Hamburg): "Dortmund ist in guter Form. Als Tabellenführer sind sie gerade psychisch gut drauf. Ich sehe Parallelen zu meinem Meisterjahr in Stuttgart."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Götze, Kagawa, Großkreutz (Blaszczykowski) ? Barrios (Lewandowski)

Hamburg: Drobny - Demel, Westermann, Mathijsen, Ze Roberto - Kacar, Jarolim, Trochowski - Pitroipa (Son), Petric, Guerrero

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

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