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Josue (l.) war 2009 Kapitän von Felix Magaths Meistermannschaft © getty

Das Gastspiel des Schalker Trainers erinnert den VfL schmerzvoll an bessere Zeiten. Die Chefetage erhöht den Druck auf McClaren.

Wolfsburg - Verloren im Niemandsland der Liga, kein passendes Spielsystem, zunehmender Druck aus der Chefetage: Beim VfL Wolfsburg herrscht im November 2010 trübe Herbst-Stimmung.

Da weckt der Mann, der mit Schalke 04 am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) in die Autostadt zurückkehrt Erinnerungen an eine goldene Zeit: Felix Magath.

Mit ihm wurden die "Wölfe" 2009 Deutscher Meister. Ohne ihn strebt der Klub seitdem vergeblich nach Glanz und Gloria.

Seit dem Weggang des Meistermachers absolvierte der VfL 45 Liga-Spiele und verlor genauso viele Spiele, wie er gewann (18). Die logische Folge: Mittelmaß statt Spitzenfeld trotz millionenschwerer Transfers.

Grafite schwelgt in Erinnerungen

Angesichts der trüben Gegenwart wundert es nicht, dass die Spieler vor dem Wiedersehen mit ihrem Ex-Coach in Erinnerungen schwelgen.

"Meine besten Fußballmomente in der Bundesliga habe ich hier zusammen mit Felix Magath 2009 erlebt", sagte der zuletzt meist glücklose Grafite.

Magath selbst blickt der Rückkehr mit positiven Gefühlen entgegen: "Ich freue mich natürlich sehr", sagte er den "Wolfsburger Nachrichten".

Wobei er auch darauf hinweist, dass Sentimentalität nicht seine Sache ist: "Ich bin ein Mensch, der Kontakte zu seinen Ex-Vereinen nicht pflegt. Dazu habe ich keine Zeit."

"Vielleicht besser besetzt als wir"

Die nüchterne Bilanz seines Ex-Klubs überrascht ihn nicht: "Es ist schwer, nach oben zu kommen. Aber es ist noch schwerer, oben zu bleiben."

Auch weil die Integration von Spielmacher Diego - zuletzt mit einem "Gesichtswischer" gegen Sascha Riether unangenehm aufgefallen - Zeit benötige. Zvjezdan Misimovic habe unter seiner Regie auch eine Halbserie gebraucht, um die Rolle des Regisseurs auszufüllen.

[kaltura id="0_v7eruspk" class="full_size" title="Hoeness Ein Wischer geh rt dazu"]

Generell findet Magath: "Der VfL hat nach wie vor eine Top-Mannschaft und ist von den Einzelspielern vielleicht besser besetzt als wir."

System-Chaos bei McClaren

Damit bohrt Magath in einer Wolfsburger Wunde: Trainer Steve McClaren gelang es aber bislang nicht, aus diesen Einzelspielern ein intaktes System zu formen. Zunächst ließ er ein 4-2-3-1 spielen, um dann aber wieder zu Magathschen Raute zurückzukehren.

Gegen Schalke will McClaren wohl wieder mit einem Stürmer beginnen, um damit das System-Chaos fortzusetzen.

"Nicht zufriedenstellend"

McClaren, will weiterhin hoch hinaus ("das Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, ist noch nicht verspielt"), muss aber schon Signale vernehmen, dass in den oberen Stockwerken die Ungeduld wächst.

"Der Ist-Zustand ist nicht zufriedenstellend, deswegen gibt es auch nichts zu beschönigen", erklärt Aufsichtsratsvize Stephan Grühsem im "kicker". Zwischen dem Potenzial, das im Team stecke und der Qualität auf dem Platz klaffe "eine große Lücke".

Grühsem erklärt zwar: "Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion." Aber es ist nie das beste Zeichen, dass das extra erwähnt werden muss.

Zwölfter gegen Sechzehnter

Trösten können sich die Wolfsburger mit der Tatsache, dass ihr gefeierter Ex-Trainer zurzeit noch schlechter dasteht als sie selbst.

Das Duell zwischen Meister und Meister-Coach von 2009 ist diesmal das Duell Zwölfter gegen Sechzehnter. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Erwartet hätte das auch Magath nicht: "Ich hätte eher gedacht, dass es das Spiel zwischen dem Zweiten und dem Sechsten ist."

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