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Die Wolfsburger Diego Benaglio (l.) und Makoto Hasebe protestieren nach dem 2:2 heftig © imago

Die Wolfsburger gehen nach Huntelaars umstrittenen Ausgleichs-Tor auf den Schiri los. Trainer und Manager drohen nun Strafen.

Wolfsburg - Trainer Steve McClaren klatschte höhnisch Beifall, Manager Dieter Hoeneß zeigte vor Wut die Faust, und von der Tribüne flogen die Pappbecher.

Für WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark wurde der Gang in die Kabine nach dem turbulenten 2:2 (1:2) zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 zum Spießrutenlauf.

Wolfsburgs Klub-Vertreter tobten, nachdem der FIFA-Referee ein Handspiel von Klaas-Jan Huntelaar vor dessen Tor zum 2:2 nicht geahndet hatte.

Der DFB kündigte wegen der Ausschreitungen einen Sonderbericht an, McClaren droht eine nachträgliche Sperre.

Hoeneß kritisiert Starks Arroganz

"Unglaublich. Das war Handball von Huntelaar. Alle Spieler und 30.000 Zuschauer im Stadion haben es gesehen, nur der Schiedsrichter und seine Assistenten nicht", sagte McClaren.

Manager Dieter Hoeneß sprach von einer "Schande" und ärgerte sich über eine "Kombination aus Fehlentscheidungen und arroganter Art", die Stark an den Tag gelegt habe.

"Mit Herrn Stark kann man nicht reden. Er ist ziemlich selbstherrlich. Das zeichnet ihn aus", schimpfte Hoeneß bei "LIGA!total" und muss wohl auch mit Konsequenzen durch den DFB rechnen.

Schiri-Beobachter gibt Fehler zu

Während Stark nach dem Spiel schwieg, ging Schiedsrichter-Beobachter Lutz Michael Fröhlich auffällig hart ins Gericht mit Deutschlands Top-Schiedsrichter, der zuletzt mehrfach angeeckt war. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir brauchen nicht drumherumzureden. Es war ein Handspiel. Am ehesten hätte es der Schiedsrichter sehen müssen", sagte Fröhlich.

Auch das von Hoeneß als arrogant bezeichnete Auftreten wird für Stark wohl ein Nachspiel haben. "Wir haben das Thema Körpersprache auf der Agenda", sagte Fröhlich.

Magaths schräger Vergleich

Huntelaar selbst wollte das Handspiel nicht abstreiten.

"Ich habe versucht, den Ball zu kontrollieren. Es war schwierig. Er tickte gegen meine Hand. Aber es war keine Absicht", sagte der Niederländer über seinen Treffer zum 2:2 aus kurzer Entfernung in der 75. Minute.

Rückendeckung erhielt der Stürmer von seinem Trainer Felix Magath, der allerdings mit einem etwas schrägen Vergleich aufwartete:

"Die Regel ist doch eindeutig. Elfmeter gibt es bei einem absichtlichen Handspiel. Das lag hier nicht vor."

Platzverweis ebenfalls umstritten

Wolfsburgs Torjäger Edin Dzeko, der in der 23. Minute mit seinem achten Saisontreffer das 2:0 der Gastgeber erzielt hatte, machte Huntelaar keinen Vorwurf:

"Er hat doch alles richtig gemacht. Ich hätte mich genauso verhalten. Aber der Schiedsrichter muss das Handspiel doch sehen. Ich habe es ja aus 40 Metern Entfernung gesehen."

Verärgert zeigten sich die "Wölfe" auch über die Rote Karte für Ashkan Dejagah (78.) nach einem Foul an Jefferson Farfan. 311594(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

Schalkes Atsuto Uchida kam kurz vor Schluss nach einer ähnlichen Attacke gegen Mario Mandzukic mit Gelb davon.

Magath nicht unzufrieden

Am Ende konnten nur die Schalker mit dem Remis gut leben.

"Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Im zweiten Durchgang hat sich meine Mannschaft aber gesteigert und verdient den Punkt geholt", sagte Magath, dessen Rückkehr an die alte Wirkungsstätte fast zum Reinfall wurde.

Mit Blick auf die Lage in der Liga gab sich Magath allerdings einsilbig.

Mit zehn Punkten steht sein Team weiter im Keller, und die Wende ist nicht in Sicht. Dennoch sah Magath eine Steigerung.

Im letzten Jahr, so der Trainer-Manager, habe man in Wolfsburg noch verloren.

Huntelaar hat Sieg auf dem Fuß

"Wir sind zu spät wach geworden. Wahrscheinlich brauchen wir erst einmal einen Rückstand", sagte Schalkes Torwart Manuel Neuer, der seine Mannschaft mit guten Paraden zwischenzeitlich vor einem höhen Rückstand bewahrt hatte.

Nach den Gegentreffern durch Graftite (11.) und Dzeko blieb die Schalker Abwehr anfällig. Erst mit Edus 1:2 (39.) keimte wieder Hoffnung auf.

Richtig gefährlich wurden die Schalker allerdings erst in der Schlussphase, als Huntelaar sogar den Sieg noch auf dem Schuh hatte (83., 86.).

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