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Die Lauterer Spieler bejubeln mit den Fans den 3:3-Ausgleich durch Mathias Abel © getty

Das Stadion der Lauterer wird beim 3:3 gegen Stuttgart seinem Ruf gerecht. Die größte Aufholjagd seit 37 Jahren macht Mut.

Kaiserslautern - Nachdem Mathias Abel den "Mythos Betzenberg" in der Bundesliga wiederbelebt hatte, konnte der gebürtige Lauterer sein Glück kaum fassen. 311594(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

"Ich habe hier schon viele große Spiele als Fan gesehen. Diesmal war ich mittendrin. Das war pures Betze-Feeling", sagte der Innenverteidiger des 1. FC Kaiserslautern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kurz zuvor hatte Abel mit seinem Treffer zum 3:3 (0:2) gegen den VfB Stuttgart den Schlusspunkt hinter eine spektakuläre Partie und eine furiose Aufholjagd des Aufsteigers gesetzt.

Vor 46.904 begeisterten Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion hatten sich die "Roten Teufel" auch nach einem 0:3 nicht geschlagen gegeben und erkämpften mit viel Leidenschaft noch ein Remis.

"Viele hätten nach dem dritten Gegentor wohl keinen Heller mehr auf uns gesetzt, aber wir haben wirklich noch daran geglaubt", sagte Abel.

"Die Zuschauer haben uns nach vorne gepeitscht, jeder Spieler hat sich zerrissen und dann kommt so ein Ding eben ins Rollen", erklärte der Verteidiger den Ablauf des typischen Betzenberg-Spiels.

Größte Aufholjagd seit 37 Jahren

Ein 0:3 hatte der FCK allerdings schon seit 37 Jahren nicht mehr aufgeholt. Zuletzt war dies den Pfälzern beim legendären 7:4 gegen Bayern München am 20. Oktober 1973 gelungen.

Auf der anderen Seite hat der VfB zuletzt am 20. Mai 2005 einen 3:0-Vorsprung verspielt.

Damals reichte es gegen Arminia Bielefeld auch nur zu einem 3:3.

Bobic ärgert sich

Dass in Kaiserslautern bereits in der Vergangenheit ähnliche Partien über die Bühne gegangen sind, war den VfB-Profis offenbar neu.

"Auf dem Betzenberg gab es ja schon lange keinen Bundesliga-Fußball mehr. Einige wussten wohl nicht, dass es hier andere Spiele gibt. Jetzen wissen sie es", sagte der Stuttgarter Sportdirekor Fredi Bobic nach dem siebten sieglosen Auswärtsspiel in Folge:

"Wir haben in kurzer Zeit alles hergegeben. Das ist ärgerlich."

Beide Teams bleiben im Keller

In der Tat sah es trotz eines ausgeglichenen Spiels lange Zeit nach einem deutlichen Erfolg der Schwaben aus.

Arthur Boka (19.) sowie die Nationalspieler Cacau (32.) und Christian Gentner (50., Foulelfmeter) hatten den VfB deutlich in Führung gebracht.

Danach warfen die Lauterer mit dem Mut der Verzweiflung alles nach vorne und wurden durch die Treffer von Ilian Micanski (58.), Ivo Ilicevic (75.) sowie von Abel (78.) für ihre Energieleistung belohnt.

Das Remis hilft allerdings weder dem FCK noch dem VfB richtig weiter. Beide Teams bleiben mit elf Punkten im Tabellenkeller.

Lauterer optimistisch

Dennoch erhoffen sich die Lauterer durch ihren moralischen Sieg einen Schub für die nächsten Wochen.

"Wenn wir so weiter machen, wird alles gut werden und wir werden den Klassenerhalt schaffen. Jetzt erwarten wir alle, dass unsere starke Phase kommt", sagte FCK-Angreifer Srdjan Lakic.

Ähnlich sieht es Trainer Marco Kurz: "Das war Leidenschaft pur. Wir werden aus diesem Spiel einiges mitnehmen, um uns in den nächsten Wochen zu positionieren."

Weiter oben in der Tabelle hätten sich gerne die Stuttgarter positioniert.

"Ein bisschen zu selbstgefällig"

"Wir hätten ein bisschen Luft schnappen können. So bleibt es dabei, dass es ein weiter Weg aus dem Tabellenkeller wird. Die Situation ist weiter sehr eng und die Jungs wissen jetzt, dass wir da noch nicht durch sind", sagte Bobic, der trotz "vieler positiver Dinge" einiges zu bemängeln hatte.

"Wir waren ein bisschen zu selbstgefällig. Und uns fehlt die Abgeklärtheit. Die Lehre aus dem Spiel ist, dass man sich nicht in Sicherheit wiegen darf. Dann wird man in dieser Liga sofort bestraft", meinte der Europameister von 1996, der ein heißes Kellerduell am kommenden Wochenende gegen den 1. FC Köln erwartet:

"Köln steht mit dem Rücken zur Wand. Aber angeschlagene Gegner sind gefährlich - und Hurra-Fußball werden die Kölner bei uns sicher nicht spielen."

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