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"Im Vergleich zu uns fehlt denen die Erfahrung" - Philipp Lahm (l.) über Dortmund © imago

Der Bayern-Star eröffnet das Fernduell mit dem Tabellenführer und trifft per Elfer. Einen Auslandswechsel hakt er ab.

Von Christian Paschwitz

München - Der Vize-Kapitän des FC Bayern macht Druck und übernimmt Verantwortung.

Ein Indiz: Gegen den 1. FC Nürnberg schnappte er sich in der 57. Minute den Ball und verwandelte einen Strafstoß.

Voller Selbstbewusstsein hatte er vorher im Interview mit der "Bild" verkündet:

"Wir haben noch gute Chancen, Meister zu werden. Wir haben aktuell fünf, sechs Punkte zu wenig, aber trotzdem ist noch alles drin."

Gleichzeitig schoss der 27-Jährige auch gegen den Spitzenreiter.

"Im Vergleich zu uns fehlt denen die Erfahrung. Sie werden - wie in der Europa League - auch in der Bundesliga noch einige Spiele verlieren, da bin ich mir sicher", lästert Lahm über Borussia Dortmund.

Und weiter: "In schwierigen Phasen brauchst du Spieler, die vorweg marschieren." Er wisse "nicht, ob Dortmund diese hat".

"Andere wären schlimmer"

Das Team von Coach Jürgen Klopp nimmt er offenbar nicht als wirklichen Titel-Aspiranten wahr.

"Es wäre viel schlimmer, wenn Bremen oder Leverkusen 15 Punkte vor uns stehen würden. Das würde mir mehr Angst machen", meinte Lahm.

Zumal die Bayern laut Lahm den besten Kader und die beste Mannschaft der Liga haben: "Bald kehrt ja auch noch Arjen Robben und schon jetzt Franck Ribery zurück."

"Läuft doch alles perfekt"

Der französische Flügelflitzer soll schon gegen den Club seinen Beitrag zur Aufholjagd leisten.

Ein wirkliches Krisen-Empfinden ist bei Lahm mittlerweile ohnehin nicht mehr zu spüren. Er bewertete die Situation "nicht ganz so dramatisch".

Und der Verteidiger des Rekordmeisters ergänzte mit Verweis auf die Wettbewerbe jenseits der Liga: "Im Pokal und in der Champions League läuft doch alles perfekt, besser geht es nicht."

[kaltura id="0_dv33dnmu" class="full_size" title="Das Lazarett lichtet sich"]

Bei den Bayern bestens aufgestellt sieht sich der Nationalspieler auch persönlich - und schließt einen Wechsel in Ausland endgültig aus.

Die Zusage, seinen Vertrag vorzeitig bis 2016 zu verlängern, hat Lahm "auch nicht ohne Grund" gegeben, sagte er.

Wenn der Kontrakt ausläuft, "bin ich 32. Das Ausland ist somit für mich kein Thema mehr".

Die Entscheidung für die Münchner habe aber nichts mit Louis van Gaal zu tun gehabt: "Ich unterschreibe nicht wegen eines Trainers."

"Van Gaal nimmt Einwände an"

Beim Niederländer sieht Lahm im Übrigen - anders als Bayern-Präsident Uli Hoeneß - keine Beratungsresistenz:

"Ich habe das Gefühl, dass er meine Einwände gerne annimmt, meine Meinung akzeptiert", so der Abwehrmann. Für ihn und seine Kollegen "gibt es überhaupt kein Problem mit dem Trainer".

Keine Ausstiegsklausel

Auf ewig beim FC Bayern also, selbst wenn eine Mega-Offerte eines Weltklubs ins Haus flattern sollte? Es scheint so.

Schließlich bekennt Lahm auch, keine Ausstiegsklausel zu haben - und das ganz bewusst.

"Ich lebe und liebe diesen Verein. Der FC Bayern hat mich das werden lassen, was ich heute bin. Also spielt Loyalität und Dankbarkeit eine Rolle."

"Wohin sollte ich wechseln?"

Lahm fühlt sich wohl bei einem der "besten fünf Klubs der Welt" und fragte: "Wohin sollte ich wechseln?" Bei Bayern sei die Entwicklung positiv, "hier tut sich was".

Und er erklärte: "Ich möchte die Grundlage gewährleistet haben, in der Champions League um den Titel mitspielen zu können. Und das ist hier der Fall."

Geht es nach Lahm, wird das auch in der Bundesliga bald wieder so sein.

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