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Dieter Hoeneß ist seit Januar 2010 Manager beim VfL Wolfsburg © getty

"Wölfe"-Manager Dieter Hoeneß verteidigt im Doppelpass seine Kritik an Referee Stark, fasst sich aber auch an die eigene Nase.

München - Sie kriegen einen Vorsprung einfach nicht ins Ziel gerettet:

Beim 2:2 gegen den FC Schalke gab der VfL Wolfsburg zu Hause schon zum dritten Mal in der laufenden Saison eine klare Führung aus der Hand. 308592(DIASHOW: Der 11. Spieltag)

Was den Ärger noch größer macht bei den Niedersachsen: Dem Ausgleichstreffer ging ein klares Handspiel von Klaas-Jan Huntelaar voraus.

Als "selbstherrlich" bezeichnete Dieter Hoeneß hinterher das Verhalten von Schiedrichter Wolfgang Stark, der seinen Fehler vorerst nicht zugeben wollte.

"Das werde ich nicht relativieren. Das bringt einen auf die Palme", legte Wolfsburgs Manager im SPORT1-Doppelpass nach.

"Das ist nichts Echtes"

Doch Hoeneß fasst sich auch an die eigene Nase - und zählt die "Wölfe" an: "Oft haben wir eine Scheinharmonie in der Mannschaft, aber das ist nichts Echtes."

Zudem spricht der 57-Jährige über mögliche Winter-Transfers und Trainer Steve McClaren. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dieter Hoeneß im Doppelpass über...

den hergeschenkten Zwei-Tore-Vorsprung gegen Schalke:

"Wir müssen einfach 90 Minuten durchziehen. Wir haben wirklich über weite Strecken ein gutes Spiel geliefert, aber am Schluss zu viel hergegeben und dann die Schalker wieder ein bisschen aufkommen lassen."

"Natürlich hat der Schiedsrichter seinen Teil dazu beigetragen - aber am Ende müssen wir uns selber auf die Brust klopfen."

das Handspiel von Klaas-Jan Huntelaar vor dem 2:2:

"Ich mache Huntelaar überhaupt keinen Vorwurf. Als Spieler hätte ich es genauso gemacht. Natürlich versucht ein Spieler das instinktiv, aber das ist Handspiel. Da gibt es gar keine Frage."

"Die Bewegung ist eindeutig. Der Schiedsrichter muss das sehen. Wenn das nicht geht, dann brauchen wir andere Mittel."

[kaltura id="0_izag3kb5" class="full_size" title="Verstummte W lfe"]

seine Aussage, Schiedsrichter Wolfgang Stark sei "selbstherrlich":

"Das werde ich nicht relativieren. Das ist ein Problem bei diesem Schiedsrichter. Er demonstriert, dass er die Macht hat."

"Es hat mich gefreut, dass Lutz Michael Fröhlich (Leiter der DFB-Schiedsrichter-Abteilung, Anm. d.Red.) das auch bestätigt und sagt, Wolfgang Stark müsse seine Körpersprache überdenken."

"Das bringt einen auf die Palme. Wenn er nach dem Spiel sagt: 'Herr Hoeneß, ich schau mir das im Fernsehen an', dann ist Ruhe."

"Wenn er zugibt, dass er daneben gelegen hat, dann sagt jeder: Das ist ein menschlicher Fehler, kann passieren. Aber penetrant Dinge zu verteidigen, die offensichtlich nicht richtig sind - dann wird es schwierig."

über Wolfsburgs Situation:

"Wir versuchen Dinge herauszufiltern, die die Mannschaft daran hindern, ihre Qualität auf den Platz zu bringen. Es ist häufig so eine Scheinharmonie in der Mannschaft: Das ist alles nett, aber nicht griffig genug."

"Das werden wir herausarbeiten müssen. Entweder mit dem bestehenden Kader, oder wir werden den Kader dahin verändern müssen, dass wir diese Typen haben, die dann eben auch die Mentalität und Qualität aufbringen."

"Im Moment liegen wir bei 70 bis 75 Prozent, in manchen Spielen über weite Strecken auch bei 100 Prozent. Aber uns gelingt es noch nicht, es ganz durchzuziehen."

über Diego und die Probleme in der Mannschaft:

"Diego ist in der Mannschaft richtig akzeptiert als Führungsspieler, das ist nicht unser Problem. Unser Problem ist vielleicht noch ein bisschen, die Zusammenarbeit mit Edin Dzeko und Diego."

"Die Automatismen in einer neuen Mannschaft mit einem neuen Trainer, braucht seine Zeit. Da darf man die Dinge jetzt nicht miteinander vermischen."

"Die Meisterschaft ist eine wunderbare Geschichte für Wolfsburg gewesen, aber war natürlich auch ein Stück weit Hypothek."

"Den großen Erfolg waren viele Spieler gar nicht gewohnt. Das muss man erst einmal verarbeiten. Fußballerisch bin ich absolut überzeugt, dass die Arbeit von Steve McClaren, mit Diego, Dzeko und Grafite im Laufe der Zeit besser werden wird."

über Zugänge im Winter:

"Grundsätzlich werden wir noch mehr Wert auf den Charakter der Spieler legen."

"Mit Diego haben wir wirklich eine Persönlichkeit geholt, mit Arne Friedrich einen, der diese Vorraussetzungen mitbringt, und mit Simon Kjaer einen, der in diese Rolle hineinwachsen wird."

"Wir werden auch weiterhin mehr deutschsprachige Spieler holen. In diesem Winter werden wir nicht sehr großartig unterwegs sein. Ich halte nicht viel von Wintertransfers. Einen Brasilianer in zwei Wochen zu integrieren, ist nicht möglich."

über Trainer Steve McClaren:

"Er macht einen sehr sehr guten Job. Er spricht zwar Englisch, aber Pierre Littbarski ist nicht nur sein sehr guter Co-Trainer, sondern auch ein guter Simultandolmetscher."

"Littbarski gibt die Kernbotschaften der Mannschaft ständig weiter."

"Ein Verständigungsproblem gibt es nicht. Es ist ja normal, wenn man weit hinter den Erwartungen zurückliegt, das Fragen nach dem Trainer gestellt werden. Wir haben kein Trainerproblem."

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