Die Wende in Köln muss vor über die Spieler kommen, findet Huub Stevens in seiner Kolumne. Bayern sieht er noch nicht über den Berg.

Hallo Fußball-Freunde,

das 0:4 im Derby gegen Gladbach war ein Tiefschlag für den 1. FC Köln.

Ich glaube aber nicht, dass die Hoffnung auf Besserung deshalb schon verpufft ist. Klar ist aber auch, nur über die mannschaftliche Geschlossenheit kann der FC da unten raus kommen.

Wie wichtig die ist, hat man auch am Samstag nach dem 0:1 gesehen. Es ist oft so, dass eine Mannschaft in solch einer Situation nach einem Gegentor zusammenfällt.

Aber das darf nicht sein, gerade dann muss man die Geschlossenheit zeigen. Es ist einfach, in guten Zeiten zusammenzuhalten, aber es ist viel wichtiger, in schlechten Momenten zusammenzustehen.

Während des Spiels haben die Kölner das nicht getan, deshalb konnte Gladbach nach dem 1:0 auch noch die weiteren Tore schießen. Das ist schade, denn bis zum ersten Gegentor war das Spiel des FC gar nicht so schlecht.

Trotz der Niederlage darf Frank Schaefer weitermachen, was ich für richtig halte. Wenn man die Entscheidung trifft, ihm die Aufgabe zu geben, dann muss man auch dahinterstehen.

Ob es die richtige Entscheidung ist, ist die Frage.

Ich wünsche Frank das Allerbeste, den er ist ein Kölner Junge. Er hat es verdient, mit dem FC in der Bundesliga zu bleiben.

Zwar traue ich ihm Einiges zu, aber er hat nicht die Erfahrung von anderen Trainern. Die ist in bestimmten Momenten aber gefragt.

Andererseits steckt in der Mannschaft genug Kompetenz. Die Spieler müssen es richten, denn der Trainer steht nicht auf dem Platz.

Zu den Gerüchten über mögliche Nachfolger, bei denen auch mein Name genannt wird, möchte ich gar nichts sagen. Ich habe einen Vertrag bei Red Bull Salzburg, die Frage stellt sich überhaupt nicht.

Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch müssen die Mitglieder die Ruhe behalten. Denn Geschlossenheit ist nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern bei allen Beteiligten gefragt.

Die Ruhe muss von innen nach außen getragen werden, dann kann sich der FC auch in der Bundesliga halten.

Der Weg der Geduld, den Derby-Gegner Borussia Mönchengladbach trotz der sportlichen Krise genommen hat, ist da genau der richtige.

Der Weg einiger Dortmunder Himmelsstürmer führt in dieser Woche erstmals zur Nationalmannschaft. Das Länderspiel ist ein Geschenk für die Jungs ? und genau so müssen sie es auch annehmen.

Sie dürfen es nicht als Druck empfinden, sondern sollen unbekümmert dran bleiben. Wenn sie diese Unbekümmertheit behalten, haben sie auch eine Chance, in der Bundesliga oben zu bleiben.

Man hat es ja vor zwei Jahren bei Hoffenheim gesehen. Da ging die Unbekümmertheit irgendwann verloren. Aber ich bin mir sicher, dass Jürgen Klopp weiß, was in der jetzigen Situation gefragt ist.

Nach dem Sieg gegen Nürnberg glaube ich, dass Louis van Gaal und Bayern letztendlich wieder mit oben stehen wird.

In München freuen sie sich über die Rückkehr einiger verletzter Stars. Die Situation birgt aber auch Gefahr.

Die Bayern brauchen nicht zu denken, dass sie schon aus dem Gröbsten raus sind, weil die Verletzten zurückkommen. Sie haben noch viel zu tun, die Situation ist so ähnlich wie bei mir mit Red Bull Salzburg.

Von besonderer Bedeutung ist, wie die Spieler damit umgehen, sollte jetzt wieder ein Rückschlag kommen.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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