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Mario Gomez wechselte 2009 für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach München © getty

Der Stürmer setzt gegen Nürnberg seinen Lauf fort und beeindruckt mit der Torquote. Bayern schickt eine Kampfansage an den BVB.

Vom FC Bayern berichten Rainer Nachtwey und Christian Paschwitz

München - Mario Gomez ließ keine Zweifel aufkommen.

Er schnappte sich sofort den Ball und legte ihn auf den Elfmeterpunkt.

Der Nationalstürmer schickte Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer in die falsche Ecke, den Ball jagte er aber über das Tor.

"Ich war mir so was von sicher", ärgerte sich der Nationalspieler. "Wenn der Elfer reingegangen wäre, wäre es der perfekte Tag gewesen."

Sein Fehlschuss in der 88. Minute beim Stand von 3:0 für den FC Bayern minderte seine starke Vorstellung gegen den 1. FC Nürnberg nur gering.

Zwei Tore selbst erzielt, vor dem dritten zum zwischenzeitlichen 2:0 durch Phillipp Lahm hatte er den Elfmeter herausgeholt 311594(DIASHOW: Der 12. Spieltag).

Elf Tore in neun Spielen

Nach dem unglücklichen ersten Jahr in Münchnern nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart und der schweren Phase zu Saisonbeginn läuft es bei Gomez.

Seit dem Dortmund-Spiel darf der Stürmer von Beginn an ran, hat seither in neun Pflichtspielen elfmal getroffen - eine bemerkenswerte Quote von 1,2 Tore pro Spiel (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Beim 0:2 beim BVB blieb er noch ohne Treffer, zeigte aber bereits, dass mit ihm wieder zu rechnen ist.

"Du kannst keinen Rhythmus haben, wenn du kaum spielst. Zehn Minuten reichen nicht, um etwas zu bewegen", erklärte Gomez den Wandel.

Erinnerungen an Hoeneß

An den ersten sechs Spieltagen kam er lediglich auf 78 Spielminuten, schien bei Louis van Gaal auf dem Abstellgleis zu stehen.

Mittlerweile baut auch der Niederländer auf den 25-Jährigen, hatte ihn nach Bastian Schweinsteigers verschossenem Elfmeter in Gladbach zum Schützen Nummer eins auf seiner Liste erkoren.

Gomez' Fehlschuss erinnerte Karl-Heinz Rummenigge an das EM-Finale 1976 in Belgrad gegen die Tschechoslowakei: "Er hatte sich wohl Uli Hoeneß zum Vorbild genommen."

Van Gaal ist angefressen

Während Rummenigge den Faux-pas mit Humor nahm, war van Gaal etwas verstimmt:

"Wenn er bei diesem Stand einen Elfmeter verpatzt, das ist unglaublich. Er rutscht wieder ans Ende der Liste."

Das weiß auch Gomez: "Jetzt muss ich auch wieder hinter Basti Schweinsteiger anstellen." 312522(DIASHOW: Pinolas Lama-Attacke)

Änderung der Spielweise

Wegen des Fehlschusses könne er sich nicht richtig freuen, sagte er.

Dass dieser bei Gomez aber einen Knacks beim gerade erst aufgebauten Selbstvertrauen hinterlässt, glaubt er nicht.

"Ich bin voll im Saft. Und wenn ich fit bin und spielen kann, mache ich auch meine Tore."

Zumal van Gaal für Gomez sogar seine Spielweise etwas umgestellt hat. "Wir greifen nicht mehr ganz vorne an, sondern ziehen uns etwas weiter zurück", sagte Gomez.

Großes Lob für Spieler

Dies bietet ihm größere Freiräume für Pässe in den Lauf.

"In der letzten Zeit habe ich fantastische Bälle von meinen Mitspielern bekommen", lobte Gomez die Teamkollegen.

"Und mit Selbstvertrauen macht man die dann auch rein."

Keine Pleite seitdem Gomez trifft

Seit Gomez' ersten drei Saisontoren gegen Hannover (3:0) haben die Münchner in den folgenden sieben Pflichtspielen nicht mehr verloren.

Grund genug für die Münchner trotz des Zwölf-Punkte-Rückstands auf Dortmund wieder zur Attacke zu blasen. Lahms Kampfansage vor dem Nürnberg-Spiel ließ Rummenigge nach der Partie die nächste folgen.

Der Vorstandschef bemühte einen Vergleich mit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel: "Der macht es wie die Bayern: Am letzten Spieltag werden wir die Tabellenführung übernehmen - ganz sicher."

30 Punkte bis zur Pause

Wie das funktionieren soll, rechnete van Gaal vor: "Wir brauchen 30 Punkte bis zur Pause", sagte der Niederländer. "Dann haben wir 17 Spiele in der Rückrunde, um den Rückstand auf Dortmund aufzuholen."

Zumal der BVB erst einmal mit der Favoritenrolle umgehen müsste. "Das ist nicht einfach", erklärte van Gaal, zumal Dortmund derzeit sehr viel Glück habe.

Deshalb mache er sich keine großen Sorgen. "Ich verfalle nicht in Panik", wiederholte der Coach. "Die Meisterschaft wird im April und im Mai entschieden.

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