vergrößernverkleinern
Wolfgang Overath (l.) und Michael Meier haben bei den Fans einen schweren Stand © imago

Der Präsident denkt an Rücktritt, der Manager steht unter Druck, doch der Trainer soll - vorerst - bleiben. Der Star Könnte gehen.

Von Thorsten Mesch

München/Köln - Seit dem 11.11 läuft im Rheinland die Karnevals-Session auf vollen Touren.

In Köln bejubelte das Narren-Volk am Donnerstag die Auftritte von Prinz Markus, Bauer Hubert und Jungfrau Martina.

Eher zum Heulen ist hingegen das Bild, das der erste örtliche Fußballverein in diesen Tagen abgibt. 311594(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

"Prinz" Lukas Podolski, Interims-Trainer Frank Schaefer und Manager Michael Meier bilden ein erfolgloses Dreigestirn.

Und Wolfgang Overath gleicht eher einem Ritter der traurigen Gestalt als einem Präsidenten, der den Weg vorgibt.

Overath denkt an Rücktritt

Die desolate 0:4-Niederlage im Kellerduell gegen den Erzrivalen Borussia Mönchengladbach schlug Overath dermaßen auf die Stimmung, dass er seinen Besuch bei einer Gala anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kultband Bläck Fööss am Samstagabend absagte.

Overath erwäge sogar, so berichten die Boulevardblätter "Express" und "Bild" übereinstimmend, nach sechs Jahren an der Vereinsspitze seinen Rücktritt.

Bei einer Krisensitzung am Wochenende soll er laut über das Ende seiner wenig erfolgreichen Amtszeit nachgedacht haben.

Podolski vor dem Absprung?

Die Spieler-Legende Overath steht als Präsident vor einem Scherbenhaufen.

Die Mannschaft balanciert als Tabellenletzter am Abgrund.

Lukas Podolski, Superstar und Identifikationsfigur, wäre im Falle des Abstiegs mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu halten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Nationalspieler, der 2009 unter Overath für zehn Millionen Euro vom FC Bayern zurück nach Köln geholt wurde, hat eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag und könnte den Klub für fünf Millionen Euro verlassen.

"Das war eine der schlimmsten Niederlagen seit Jahren", meinte Podolski über das Debakel gegen Gladbach: "Eine Beleidigung für die Fans."

[kaltura id="0_g155nymi" class="full_size" title="Zwischen Blamage und Besserung"]

Stürmische Mitgliederversammlung erwartet

Die traditionell leidgeprüften Anhänger sind mit ihrer Geduld allmählich am Ende.

Etwa 40 von ihnen stellten am Sonntag die Mannschaft auf dem Trainingsgelände am Geißbockheim zur Rede.

Doch während die Spieler und Trainer Frank Schaefer bei den Anhängern trotz der anhaltenden Misere weiter Kredit zu haben scheinen, droht Overath am Mittwochabend auf der Jahreshauptversammlung vor erwarteten 2000 Mitgliedern ein Spießrutenlauf.

Sportlich sei unter Overath keine Weiterentwicklung zu erkennen, meinen seine Kritiker. Wirtschaftlich habe er die Schuldenlast von mehr als 24 Millionen Euro zu verantworten, die unter dem von ihm installierten Manager Meier angehäuft wurde.

Meier gibt sich kämpfersich

Bei den Fans hat Meier einen äußerst schweren Stand, und selbst Sponsoren melden mittlerweile öffentlich Zweifel an.

Laut "kicker" soll Overath schon versucht haben, Meier dessen Rücktritt mit einer Abfindungszahlung schmackhaft zu machen. Ohne Erfolg.

"Ich habe eine klare Position: Ich laufe nicht vor Problemen weg", sagte Meier am Montag.

Schumacher als Sportdirektor?

Gemutmaßt wird dennoch, der Präsident könnte dem Manager einen Sportdirektor zur Seite stellen.

FC-Torwartlegende Toni Schumacher und DFB-Sportchef Matthias Sammer werden als Kandidaten gehandelt.

Zudem werden Stefan Reuter, Jan Schindelmeiser, Oliver Kreuzer und Thomas von Heesen genannt.

Als mögliche Nachfolger für Overath selbst gelten Kölns ehemaliger Oberbürgermeister und FC-Verwaltungsratsmitglied Fritz Schramma und der ehemalige FC-Star und Manager Karl-Heinz Thielen.

Noch kein Endspiel für Schaefer

Aktuell stellt sich vor allem die Frage, wie und mit dem der 1. FC Köln seine sportliche Talfahrt stoppen will.

Während der Boulevard das Kellerduell in Stuttgart als ein "Endspiel" für Schaefer sieht, versichert Meier: "Er bleibt auch über das Stuttgart-Spiel hinaus."

Schaefer habe "einen Vertrag als U23-Trainer bis 30. Juni 2011, und die Kompetenzen als Trainer der Profi-Mannschaft sind dazu gekommen. Da kann man doch nicht nach jedem Spiel neu über die Position des Trainers diskutieren".

Meyer und Stevens als Nachfolger gehandelt

Sollte der 1. FC Köln jedoch am Sonntag erneut als Verlierer vom Platz gehen, werden die Namen möglicher Retter wie Hans Meyer oder Huub Stevens wieder lauter durch den Kölner Grüngürtel hallen.

Bislang winken beide allerdings kategorisch ab.

"Ich habe einen Vertrag bei Red Bull Salzburg, die Frage stellt sich überhaupt nicht", bekräftigte Stevens bei SPORT1.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel