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Javier Pinola spielt seit 2005 beim 1. FC Nürnberg © getty

Gegen den Nürnberger Verteidiger wird ermittelt. Sollten die TV-Bilder die Spuck-Attacke beweisen, müsste Pinola wohl lange zuschauen.

München - Erst stritt er es ab, dann entschuldigte er sich, nun droht Nürnbergs Javier Pinola eine lange Sperre.

Nach seiner Spuckattacke gegen Bayerns Bastian Schweinsteiger (312522die Lama-Attacke in Bildern) ermittelt der DFB-Kontrollausschuss gegen den Club-Verteidiger.

Der Argentinier hatte den Nationalspieler in der ersten Halbzeit des Spiels zwischen dem FC Bayern und den Nürnbergern(3:0) angespuckt (312522die Bilder) .

Da Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer das Vergehen nicht gesehen hatte, ist in diesem Fall der TV-Beweis zulässig.

"Wenn man es ihm beweisen kann, wird da was auf Pinola zukommen", sagte der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Dr. Anton Nachreiner der "Bild": "Spucken an sich gilt als Tätlichkeit."

Das Strafmaß für eine Tätlichkeit liegt zwischen sechs Wochen und sechs Monaten Sperre.

Bereits am Montag hatte Pinola Schweinsteiger um Verzeihung gebeten.

"Er hat sich kleinlaut entschuldigt, und Bastian Schweinsteiger hat die Entschuldigung angenommen", sagte Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick.

"Mein Temperament ist mit mir durchgegangen. Ich hatte nie die Absicht, Bastian Schweinsteiger zu beleidigen", erklärte der 27-Jährige auf der FCN-Homepage.

Club will Pinola bestrafen

Von seinem Verein wird Pinola in jedem Fall eine Geldstrafe bekommen. Das kündigte Club-Sportchef Martin Bader am Montagabend an. Wie hoch diese ausfallen wird, ließ er jedoch offen. "Sie wird ihm wehtun", sagte er nur in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport".

Pinola habe in einem Gespräch mit Bader und Trainer Dieter Hecking zudem seinen Fehler eingesehen. "Mein Verhalten schadet der gesamten Mannschaft, dem gesamten Verein, dafür möchte ich mich entschuldigen."

Wut bei Schweinsteiger

"Das ist ein Verhalten, das nicht in die Bundesliga gehört. Das ist kein Fairplay, kein Respekt. Das gehört nicht auf den Platz", hatte Schweinsteiger bei SPORT1 zuvor gewettert.

Unmittelbar nach Abpfiff hatte Pinola noch jede Schuld von sich gewiesen, angesichts der TV-Bilder wurde er aber schnell einsichtig.

Hat Schweinsteiger mit dem Ellbogen geschlagen?

Was im Fernsehen aber nicht zu sehen war, ist ein angeblicher Ellbogenschlag von Schweinsteiger gegen den Argentinier, von dem mehrere Club-Verantwortliche berichten.

"Ich habe einen Ellenbogenschlag von Schweinsteiger gesehen", erklärte Bader.

Und auch Club-Kapitän Andreas Wolf stellte sich hinter Verteidger-Kollegen Pinola.

"Was Schweinsteiger abzieht, geht genauso wenig"

"Spucken geht gar nicht. Aber was Schweinsteiger abzieht, genauso wenig", sagte Wolf: "Er erzählt was von Vorbildern und kleinen Kindern. Und erwähnt mit keinem Wort, was das Ganze ausgelöst hat."

Sollte Schweinsteigers Ellbogenschlag nachgewiesen werden können, dürfte sich dieser Umstand günstig auf die Dauer von Pinolas Sperre auswirken.

Es scheint, als wäre das letzte Wort in der "Lama-Affäre" noch nicht gesprochen.

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