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Wolfgang Overath führt seit 2004 das Amt des FC-Präsidenten © getty

Vor der Kölner Jahreshauptversammlung rangen sich Gerüchte um die Zukunft von Präsident Overath und Manager Meier.

Von Mathias Frohnapfel

München - Weiter wie bisher oder die große Wende?

Diese Frage stellt sich vor der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln am Mittwochabend.

Vor allem die Spekulationen um Präsident Wolfgang Overath halten sich angesichts der Kölner Dauerkrise und Platz 18 hartnäckig. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Laut "Express" könnte Overath bereits vor der Versammlung sein Amt zur Verfügung stellen. Im Staatenhaus am Rheinpark, dem Veranstaltungsort, würde der 67-Jährige dann erst gar nicht erscheinen.

"Ich schwanke noch immer", äußerte sich Overath jetzt in der "Bild" öffentlich zu seiner Zukunft. Die Entscheidung bleibt damit weiter offen.

"Eigentlich müsste man ihm raten aufzuhören. Aber ich weiß, wie besessen er nach wie vor von seiner Idee ist, Präsident des 1. FC Köln zu sein", sagte Günter Netzer dazu im AUDI Star Talk.

Netzer: "So will er nicht abtreten"

Und Netzer erklärt auch, weshalb sein früherer Nationalelfkollege Overath trotz allem wohl nicht aufhören werde.

"So will er nicht abtreten. Das wäre für ihn auch nicht gut. Da würde er in seinem weiteren Leben zu sehr darüber nachdenken."

Auch Christoph Daum macht sich für den FC-Boss stark. Der ehemalige Kölner Trainer sagte: "Wolfgang Overath ist als Persönlichkeit für mich unantastbar. Bei mir genießt er eine hohe Wertschätzung. Ich hoffe, dass die Mitglieder genauso denken."

Zugleich bietet er dem FC seine Hilfe an.

"Im Rahmen meiner Möglichkeiten würde ich dem FC auch in dieser schweren Phase selbstverständlich helfen", erklärte Daum. Er könnte sich demnach eine beratende Tätigkeit vorstellen.

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Meier: "Ich kann gar nicht zurücktreten"

Eine solche Option scheint zumindest unter Manager Michael Meier nur schwer vorstellbar. Der 61-Jährige ist noch immer sauer nach Daums Rücktritt im Jahr 2009 und dessen Wechsel zu Fenerbahce Istanbul.

Meier selbst will trotz des 0:4-Debakels gegen Mönchengladbach auf jeden Fall um seinen Job kämpfen und sagte: "Ich kann gar nicht zurücktreten, ich bin ja nicht in ein Amt gewählt."311594(DIASHOW: Der 12. Spieltag)

Wie die Bilanz von Overath, der vor sechs Jahren zum FC-Präsidenten gekürt wurde, sieht auch der Soll-/Ist-Vergleich von Meier, seit 2005 FC-Geschäftsführer, alles andere als rosig aus.

Mäßige Bilanz

Seit 2004 und dem Amtsantritt von Huub Stevens sind fünf weitere Trainer gekommen.

Ein Abstieg folgte, der fünfte der Vereinsgeschichte könnte nun am Saisonende bittere Realität werden.

Gut 60 Spieler wurden seit 2004 geholt, zudem ist der Schuldenberg auf gut 24 Millionen Euro gewachsen.

Wie immer es in Köln weitergeht, ein potenzieller Nachfolger von Meier hätte eine schwere Aufgabe. Als Kandidaten wird neben FC-Legende Toni Schumacher auch der ehemalige Hoffenheimer Manager Jan Schindelmeiser auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer gehandelt.

Doch Sammer weist solche Gedanken (noch?) von sich. "Köln ist kein Thema für mich, absolut nicht. Zumal Michael Meier auch mein Freund ist", sagte er der "Welt".

Lattek glaubt nicht an Neuanfang

Die Situation stellt sich vertrackt dar.

"In Köln wäre ein Neuanfang auf allen Ebenen eine gute Lösung", kommentierte Udo Lattek in seiner SPORT1-Kolumne.

Doch auch Lattek kennt das Umfeld bestens und glaubt nicht an solche eine Lösung bei den "Geißböcken."

"Das wird nicht machbar sein, weil Wolfgang Overath eine ganz starke Funktion im Verein hat und ohne ihn gar nichts mehr gehen würde."

Widerstand im Netz

Letztlich wird beim FC alles von Overaths Entscheidung abhängen.

Sollte der 67-Jährige tatsächlich gehen, würden mit ihm auch seine Vorstandskollegen Jürgen Glowacz und Friedrich Neukirch den Hut nehmen.

Unterdessen formiert sich bereits der Widerstand. Im Internet rufen FC-Mitglieder dazu auf, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Das hätte zwar keine direkten Folgen, käme aber einem Vertrauensentzug gleich.

Schramma steht nicht bereit

Unvorstellbar, dass Overath dies mit seinem Ego vereinbaren könnte.

Das Rücktritts-Szenario sieht unterdessen vor, dass Verwaltungsratschef Dr. Rolf-Martin Schmitz dann den Vorsitz führen würde.

Als möglicher Overath-Nachfolger wird unter anderem der ehemalige Oberbürgermeister Fritz Schramma gehandelt, der aber vorsorglich schon mal mitteilte, dass er es nicht machen würde.

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