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Martin Demichelis spielt seit 2003 für den FC Bayern © getty

Die Zeichen stehen auf einen Abschied von FCB-Profi Martin Demichelis. Sein Berater de Vicente spricht bei SPORT1 über Optionen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Noch ist nichts entschieden.

Doch vieles deutet darauf hin, dass Martin Demichelis in der Winterpause den FC Bayern verlässt.

"Er möchte regelmäßig spielen", unterstreicht sein Berater Adrian de Vicente im Gespräch mit SPORT1.

Die Garantie dafür hat er in München nicht, zumal Konkurrent Breno beim 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg sein Comeback feierte und ein dickes Lob von Trainer Louis van Gaal bekam:

"Ich bin mit Breno zufrieden und hoffe, dass wir ihn noch sehr lange genießen können."

"Schwierig zu sagen, ob Martin bleibt"

Keine guten Aussichten für Demichelis. Und das obwohl der 29-Jährige seit der Verletzung von Holger Badstuber vier Partien von Beginn an machte, dabei ordentliche Leistungen zeigte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es ist schwierig zu sagen, ob Martin bei Bayern bleibt", erklärt sein Berater.

Am nächsten Montag wird de Vicente nach München fliegen, am Dienstag ist nach seinen Worten dann ein Treffen mit Demichelis und den Bayern-Bossen vorgesehen. Dabei dürfte sich auch entscheiden, wie es mit dem Argentinier weitergeht.

Demichelis' Ansprüche bleiben bestehen

Die Vorstellungen von Demichelis, der auch im Aufgebot für das Testspiel gegen Brasilien steht (ab 18 Uhr LIVESCORES), sind klar:

"Ich möchte lieber weg als auf die Verletzung oder die schlechte Leistung eines Kollegen zu warten", sagte der Innenverteidiger schon vor einer Weile.

Sein Berater bestätigt diese Einschätzung und macht auch auf Demichelis' Ansprüche aufmerksam.

"Er hat von Anfang an in München immer gekämpft. Doch jetzt ist er Stammspieler der argentinischen Nationalmannschaft", erklärt de Vicente und fügt an: "Er ist immer noch einer der besten Verteidiger der Welt."

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Copa America als großes Ziel

Schließlich steht weiterhin als erstes Ziel von Demichelis, als Stammspieler in München erfolgreich zu sein. Doch wenn Badstuber und Daniel van Buyten fit sind, befindet er sich in der internen Hierarchie hinter den beiden Teamkollegen.

Auf den guten Willen von Bayern-Coach van Gaal soll der stolze Südamerikaner deshalb nicht angewiesen sein. Zumal im nächsten Jahr die Copa America ansteht, Austragungsland: Argentinien.

Natürlich wolle sein Schützling unbedingt dabei sein, so de Vicente, und "seinen Stammplatz verteidigen. Darum kann er nicht warten und abhängig davon sein, ob ein Mitspieler schlecht spielt oder sich verletzt."

Ein Klub, "der seiner Qualität entspricht"

Ob es Demichelis, der in der vergangenen Woche in Valencia gesehen wurde, nach Spanien zieht, will de Vicente nicht beantworten.

"Italien, Spanien, England: Das sind drei gute Ligen. Es muss einfach ein guter Klub sein."

Als neuer Arbeitgeber kommt aus de Vicentes Sicht ohnehin nur ein Verein in Betracht, "der seiner Qualität entspricht. Es reicht nicht einfach zu wechseln. Es muss ein Klub mit Perspektive sein." Die Gehaltsvorstellungen dürften ebenfalls eine Rolle spielen.

An de Vicente liegt es nun auszuloten, wie die Chancen seines Klienten beim FC Bayern sind und ihn zugleich auf dem Markt zu präsentieren.

Faktor Zeit spricht für Wechsel

Die Suche nach einer Alternative dürfte in den kommenden Wochen weiter intensiviert werden. Dabei ist die Ausgangslage für Demichelis besser als kurz nach seiner Ausbootung Ende August.

"Er wusste, er hatte wenig Chancen, von Anfang an zu spielen, deshalb haben wir nach einem Klub geschaut", berichtet de Vicente rückblickend.

"Es war eine ganz schwierige Zeit, wir hatten nur fünf, sechs Tage Zeit."

Der Faktor Zeit spricht diesmal für Demichelis - und wohl auch für einen Wechsel in der Winterpause.

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