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Franck Ribery (l.) hat in dieser Bundesliga- saison erst 444 Minuten gespielt © getty

Der Edeltechniker setzt sich hohe Ziele und fordert vom Bayern-Team einen Siegeslauf. Van Gaal macht der Haching-Test Mut.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Daniel Rathjen

München - Auf die Schienbeinschoner verzichtete Franck Ribery.

Und sogar der Schiedsrichter drückte beim Freundschaftsspiel an der Säbener Straße ein Auge zu.

So durfte der Franzose am Mittwoch gegen die Spielvereinigung Unterhaching in seinen roten Schuhen wirbeln. Der Spaß an seinem Job war ihm anzumerken.

Und dass der 27-Jährige beim 2:1-Erfolg einen Treffer vorbereitete und auch den zweiten miteinleitete, passte ins Bild.

Sogar ein Tor erzielte er - allerdings in Abseitsstellung.

Rummenigge: "Froh, dass Ribery zurück ist"

Schon beim 3:0 über den 1. FC Nürnberg flitzte der Mittelfeld-Filou mit reichlich Spielfreude über den Rasen der Allianz Arena.

Zwar waren das nach seiner Einwechslung nur 20 Minuten.

Für die Bayern-Bosse war das aber, als hätten sie nach der Fastenzeit zum ersten Mal wieder edle Pralinen genascht.

"Wir sind sehr froh, dass er zurück ist. Man hat gesehen, dass das unserem Spiel sehr gut tut", sagte Karl-Heinz Rummenigge.

Ribery will "ein Superjahr spielen"

Daran knüpfte der FCB-Vorstandschef eine Warnung an die Konkurrenz, nannte den Franzosen "eine Waffe ist, die man gut einsetzen kann."

Und Ribery ist sich vorm wichtigen Spiel in Leverkusen (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) durchaus der Erwartungen bewusst, die er mit seinen kaum kontrollierbaren Dribblings und Spielideen weckt.

"Ich will 2011 ein Superjahr spielen. Mein Ziel ist es, wieder da hinzukommen, wo ich vor meiner Verletzung war", sagte er der "Sport Bild".

Auch im Meisterkampf will Ribery für die Wende zugunsten der Münchner sorgen - die zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund redet er vorsorglich klein und argumentiert: "Wenn jetzt alle Spieler zurückkommen, können wir noch viel erreichen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Seine Forderung: "Bis Weihnachten müssen wir alle Spiele gewinnen."

[kaltura id="0_5n9y96hz" class="full_size" title="Van Gaal testet R ckkehrer gegen Haching"]

Acht Wochen Pause

Ein äußerst ehrgeiziges Ziel angesichts von noch fünf ausstehenden Partien.

Doch Ribery ist überzeugt, dass er seinen Bänder- und Kapselriss im rechten Sprunggelenk auskuriert hat.

Acht Wochen musste er insgesamt pausieren.

Ribery nach Rückkehr glücklich

"Ich fühle mich gut und bin sehr glücklich, wieder gespielt zu haben", teilte der Franzose nach dem Test gegen Haching über die FCB-Homepage mit.

"Am wichtigsten ist es, 75 Minuten gespielt zu haben. Um in den Rhythmus zu kommen", erklärte Ribery.

Nicht zuletzt wegen des Edeltechnikers hatte Trainer Louis van Gaal kurzfristig das Freundschaftsspiel auf den Plan gesetzt.

"Ziel war es, unseren verletzten Spielern Spielminuten und Spielrhythmus zu geben. Das haben wir gemacht", kommentierte van Gaal.

Breno und Contento spielen durch

Auch die Rückkehrer Breno und Diego Contento konnten sich zeigen, sogar über 90 Minuten.

Breno musste zuvor wegen eines Kreuzbandrisses monatelang zuschauen und gestand anschließend ein, dass die neue Belastung ihn entsprechend schlauchte.

"Das ist normal nach dieser langen Pause. Aber ich bin zufrieden und fühle mich sehr wohl", meinte der Brasilianer.

Und Contento kommentierte seinen Fitnesszustand in der ihm typischen Art mit einem prägnanten "echt super".

Van Bommel angeschlagen

Kapitän Mark van Bommel würde das auch gerne sagen. Vom geplanten Länderspieleinsatz mit den Niederlanden kam er vorzeitig zurück und erklärte, dass er im Training "eine leichte Reaktion im Knie" gespürt habe.

Nach Gesprächen mit den medizinischen Betreuern der Nationalmannschaft beschloss Bondscoach Bert van Marwijk, seinen Schwiegersohn gegen die Türkei nicht einzusetzen.

Nachdem der Fazienriss im rechten Knie ausgeheilt schien, erscheint nun van Bommels Einsatz gegen Leverkusen fraglich.

Schrecksekunde vor Nürnberg-Partie

Ribery hofft indes, so schnell wie möglich wieder seinen Rhythmus zu finden, um zu alter Stärke zurückzukehren.

Zudem bleibt die Angst vor Verletzungen.

"Da gibt es immer wieder Schrecksekunden wie vor dem Spiel gegen Nürnberg. Philipp Lahm stieg mir im Training auf dem Fuß, unabsichtlich natürlich. Da dachte ich: Nicht schon wieder!"

Die Sorge war letztlich unbegründet, gegen Unterhaching ließ Ribery ja sogar die Schienbeinschoner weg. Fast zu viel der Nachlässigkeit angesichts seiner hochgesteckten Ziele.

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