Köln leidet mit und unter Präsident Overath, der mit Herz und Seele, aber wenig Strategie regiert. Der Manager sollte gehen.

Er ist Weltmeister von 1974 und hängt mit Leib und Seele an seinem FC. Für viele ist er ein Idol wie der 1999 verstorbene Volksschauspieler Willy Millowitsch.

Wolfgang Overath genießt in Köln Heldenstatus. Eigentlich.

Denn nach der Jahreshauptversammlung ist bei den "Geißböcken" nichts mehr wie es war.

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Es gab trotz Beifall auch Pfiffe und hämische Buhrufe gegen den Vereinspräsidenten. Overath wurde überdies mit samt dem Vorstand abgekanzelt, als die Mitglieder mit 1317 zu 520 Stimmen gegen die Entlastung stimmten.

Rechtliche Konsequenzen hat das zwar keine.

Doch das Signal ist eindeutig: Overath hat gemeinsam mit seiner Crew und Manager Michael Meier versagt.

Seit seinem Amtsantritt hat Overath zwei Abstiege zu verantworten, sieben Trainer wurden geheuert und gefeuert, die Schulden haben mit 24 Millionen Euro schwindelerregende Höhen erklommen.

Dabei wollte Overath nur das Beste für seinen Klub. Mit "Hätz un Siel" ("Herz und Seele") sollte es nach oben gehen.

Beschwörend sagte er auf der Versammlung: "Ich bin hier weder Trainer noch Sportdirektor, sondern ehrenamtlich tätig." Doch genau darin liegt das Problem beim FC.

Der Traditionsklub und stolze Double-Gewinner von 1978 hat zu lange in den alten Strukturen weitergemacht, oder - hart gesagt - zumeist weitergewurstelt. Professionalisierung kam im Zweifel an zweiter Stelle hinter den kleinen Diensten unter Freunden.

Jetzt muss ein Sportdirektor vom Schlag eines Matthias Sammer her, Geschäftsführer Michael Meier muss gehen.

Die Bilanz der vergangenen Jahre, Tabellenplatz 18 und der zusammgengewürfelte Kader sind vor allem ihm anzulasten. Bei den Fans fehlt Meier jeglicher Rückhalt.

Overath sollte helfen, den Umbruch einzuläuten.

Sollte das Team um Trainer Frank Schaefer dann doch noch die Rettung in der Bundesliga schaffen, könnte er sich mit erhobenem Haupt zurückziehen. Doch sein Denkmal bleibt wahrscheinlich auch in diesem Fall angekratzt.

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