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Der 21-Jährige Breno wechselte 2008 vom FC Sao Paulo zu Bayern München © imago

Nach seinem geglückten Comeback hofft Bayerns Verteidiger auf mehr Einsätze. Demichelis' Abschied fände Breno schade.

Von Christian Paschwitz

München - Acht Monate war Vinicius Rodrigues Borges alias Breno weg vom Fenster.

Ein Kreuzbandriss hatte den seinerzeit an den 1. FC Nürnberg ausgeliehenen Innenverteidiger des FC Bayern in seiner Entwicklung rüde zurückgeworfen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nun ist der 21-Jährige wieder da, feierte ausgerechnet gegen den Club (3:0) ein sehr ordentliches Comeback.

"Ich bin so glücklich und hoffe, dass ich jetzt endlich richtig durchstarten kann", sagt Breno im Interview mit SPORT1.

Bayerns Bosse schwärmen

Nicht anderes versprechen sich auch die Bayern-Bosse von dem Brasilianer, der von vielen schon als teurer Flop abgestempelt wurde.

Für zwölf Millionen Euro wurde Breno 2008 auf Empfehlung des damaligen Spielerbeobachters Giovane Elber von Sao Paulo nach München gelotst - und dann von Ex-Coach Ottmar Hizfeld als "Juwel" geadelt.

Sportdirektor Christian Nerlinger sprach nun von einem "super Eindruck", den Breno gegen Nürnberg hinterließ.

Trainer Louis van Gaal, der den bulligen Abwehrmann in der zweiten Halbzeit für Martin Demichelis brachte, will ihn "noch lange genießen".

Van Buyten Vergangenheit?

Und Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge sieht in ihm "einen Spieler, der uns gut zu Gesicht steht".

Kein Wunder, dass darüber spekuliert wird, dass Breno in Bayerns Innenverteidigung schon bald fest gesetzt ist an der Seite von Holger Badstuber, den derzeit noch eine Schambein-Entzündung plagt.

Und dass deshalb nicht nur bei Demichelis, sondern auch bei Daniel van Buyten die Zeichen auf Abschied stehen.

[kaltura id="0_bxfj1kf6" class="full_size" title="Ribery tastet sich ans Team"]

Bei SPORT1 spricht Breno über die Emotionen seines Comebacks, van Gaal und die Konkurrenz-Situation.

SPORT1: Breno, beschreiben Sie doch mal bitte, wie es sich anfühlt, nach mehr als einem halben Jahr Verletzungspause, gleich wieder mit einer mehr als soliden Leistung zurückzukommen?

Breno: Ich bin fast ein Jahr lang nicht mehr so glücklich gewesen. Ich bin zwar müde, und es war auch gut, dass ich erst mal nur eine Halbzeit gespielt habe, aber ich bin sehr zufrieden. Ich denke auch, dass ich präsenter auftrete als vor der Verletzung. Ich habe großes Selbstvertrauen und Lust zu spielen. Ich bin so glücklich und hoffe, dass ich jetzt endlich richtig durchstarten kann

SPORT1: Welchen Anteil hat Louis van Gaal daran?

Breno: Einen sehr großen. Er hat mir immer gesagt, dass ich noch intensiver trainieren soll, und dann würde ich dafür auch belohnt. Ich habe auch sehr ausführlich mit ihm vor dem Spiel gesprochen. Trotzdem war es spontan, dass ich dann zur Halbzeit für Micho (Martin Demichelis, Anm. d. Red.) gekommen bin.

SPORT1: Es scheint ohnehin klar, dass Demichelis Bayern bald verlässt...

Breno: Das würde ich bedauern, denn er ist ein großer Spieler. Und natürlich steht man sich als Südamerikaner, die wir beide sind, vielleicht auch etwas näher als anderen Spielern. Es wäre schade, wenn er geht. Ich profitiere auch von ihm und seiner Erfahrung.

SPORT1: Van Gaal hört sich aber eher so an, als sähe er am liebsten Sie in der Innenverteidigung - an der Seite von Badstuber.

Breno: Darüber haben wir nicht gesprochen. Aber er hat gesagt, dass ich große Chancen habe, von Beginn an zu spielen. Ich soll ruhig und entspannt mein Training machen. Es wäre toll, wenn ich nun auch schon Champions League spielen dürfte. Aber ich muss abwarten. Ich mache jetzt einen Schritt nach dem anderen.

SPORT1: Badstuber hat in der letzten Saison vorgemacht, wie schnell man zur Stammkraft werden kann.

Breno: Das stimmt, und das ist auch mein großes Ziel. Aber wir müssen uns auch aufeinander abstimmen. Bislang haben wir noch nicht zusammen als Duo in der Innenverteidigung gespielt. Aber ich bin zuversichtlich, dass das funktionieren würde.

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