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Diego hat bisher in elf Ligaspielen dreimal für Wolfsburg getroffen © getty

Bisher verlief die Saison für Diego in Wolfsburg enttäuschend. Bei SPORT1 spricht er über Startprobleme und seine Ziele.

Von Mathias Frohnapfel

München - Es war der spektakulärste Transfer des Sommers.

Mittelfeldstar Diego verließ nach nur einem Jahr Juventus Turin und wechselte zum VfL Wolfsburg.

Dort sollte der frühere Bremer gemeinsam mit den Stürmern Edin Dzeko und Grafite unter dem neuen Trainer Stev McClaren den Zauber des Meister-Jahres 2009 zurückbringen.

Doch nach zwölf Spieltagen stehen die "Wölfe" mit 14 Punkten nur auf einem enttäuschenden zwölften Platz in der Tabelle.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor dem Spiel bei Aufsteiger FC St. Pauli (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Diego im SPORT1-Interview über seine Rückkehr in die Bundesliga, die Probleme im VfL-Spiel und seine Ziele.

SPORT1: Diego, Sie sind im Sommer in die Bundesliga zurückgekehrt. Wolfsburg steht aber bisher nicht so gut da wie erhofft. Haben Sie Ihre Entscheidung daher auch schon mal in Zweifel gezogen?

Diego: Nein. Ich wusste von Anfang an, dass Wolfsburg am Beginn eines großen Projektes steht. Die Meisterschaft vor zwei Jahren war ein erster Meilenstein, und jetzt ist das Ziel, jedes Jahr ins internationale Geschäft zu kommen, am besten in die Champions League. Auch wenn wir aktuell schlechter als erhofft dastehen, hat sich an den Zielen des Vereins und auch an meinen Zielen nichts geändert.

SPORT1: Sie kennen Italien und die Serie A bestens aus Ihrer Zeit bei Juventus. Mussten Sie sich für Ihre Rückkehr in die Bundesliga wieder umstellen?

Diego: Nein, ich kannte die Bundesliga ja sehr gut aus meiner Zeit in Bremen. Hier wird viel offensiver als in Italien gespielt, von daher kommt der deutsche Fußball meiner Spielweise ein wenig entgegen.

SPORT1: Gemeinsam mit Edin Dzeko und Grafite bilden Sie eine der gefährlichsten Offensivreihen der Bundesliga, haben zusammen schon 18 Tore erzielt. Was macht diese Kombination so gefährlich? Und warum hat Ihre Mannschaft dennoch nicht mehr Punkte geholt?

Diego: Ich glaube, dass unsere Offensive wirklich außergewöhnliche Qualität hat. Ich persönlich sehe keine bessere Sturmreihe als Grafite und Dzeko in der Bundesliga, und wir arbeiten sehr hart daran, unser Zusammenspiel noch zu verbessern. Aber es reicht eben nicht, zwei außergewöhnliche Stürmer zu haben: Die ganze Mannschaft muss so zusammenspielen und zusammenarbeiten, dass wir besser als der Gegner sind, und die Konzentration der Mannschaft muss über die volle Spielzeit gehalten werden.

SPORT1: Was sind Ihre persönlichen Ziele für das erste Jahr in Wolfsburg?

Diego: Ich will guten Fußball spielen, Verantwortung in der Mannschaft übernehmen und mit meiner Qualität und meiner Erfahrung zum Erfolg der Mannschaft beitragen. Wir wollen auf jeden Fall einen Platz erreichen, der uns im nächsten Jahr ins internationale Geschäft bringt.

SPORT1: Zuletzt wirkten Sie auf dem Feld ungeduldig, manchmal auch ärgerlich. Ist das ein Ergebnis der großen Erwartungen, mit denen Sie zu kämpfen haben?

Diego: Nein, die Erwartungen sind kein Problem für mich, denn damit lebe ich jetzt ja schon jahrelang. Ich bin eben ein emotionaler Spieler, das ist meine Persönlichkeit. Ich möchte immer gewinnen und alles geben, aber abseits des Platzes bin ich sehr ruhig und besonnen geworden.

SPORT1: Es ist merkwürdig, Ihr Team hat bewiesen, attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen zu können. Doch zuletzt verlor Wolfsburg immer wieder plötzlich die Kontrolle über das Spiel. Ist das ein Konzentrationsproblem, an dem Sie auch vor dem Spiel auf St. Pauli arbeiten?

Diego: Ich glaube, dass dies aktuell unser Problem ist. Wir schaffen es nicht, unsere Leistung über die volle Spielzeit abzurufen, wir machen zu viele kleine Fehler und kommen aus dem Spielfluss. Diese Dinge müssen wir abstellen, und wir arbeiten mit dem Trainerstab hart daran, dass wir in Zukunft besser sind.

SPORT1: Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß vermutet, dass die Spieler immer noch an das Meisterjahr zurückdenken und dass so das Team gebremst wird. Hat er Recht?

Diego: Ich persönlich träume nur von der nächsten Meisterschaft. Ich weiß nicht, inwiefern die Meisterschaft von vor zwei Jahren noch in den Köpfen ist, ich habe jedenfalls nicht mitbekommen, dass manche Spieler hier immer noch euphorisch sind wegen eines zwei Jahre zurückliegenden Titelgewinns.

SPORT1: Steve McClaren spricht noch nicht perfekt Deutsch, braucht die Unterstützung von Pierre Littbarski als Übersetzer. Versteht das Team dennoch immer, was McClaren fordert?

Diego: Das ist überhaupt kein Problem. Herr Littbarski ist ein hervorragender Dolmetscher und ein außergewöhnlicher Fußballfachmann. Er kann die Anweisungen unseres Trainers perfekt rüberbringen und jeder Spieler weiß, was zu tun ist.

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