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Bastian Schweinsteiger absolvierte bislang schon 163 Bundesligaspiele für den FC Bayern © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Bastian Schweinsteiger über seine persönliche Entwicklung und sagt Hoffenheim den Kampf an.

Von Conny Konzack und Daniel Rathjen

München - Bastian Schweinsteiger spielt bislang vielleicht seine beste Saison für den FC Bayern München.

Umso mehr ärgert den Nationalspieler, dass er nun das Topspiel am Sonntag (ab 16.30 Uhr LIVE) bei Schalke 04 zu verpassen droht.

Der 24-Jährige kassierte in der Champions League beim AC Florenz (1:1) schon nach wenigen Minuten einen schmerzhaften Tritt in die Wade.

Momentan steckt sein rechtes Bein daher bis zum Knie in einem gipsähnlichen Druckverband. Mit Tabletten und Ruhe hofft "Schweini" noch auf seine rechtzeitige Genesung.

Sport1.de sprach mit Schweinsteiger, der vor kurzem mit Freundin Sarah Brandner aus dem Nobelvorort Straßlach nach Schwabing gezogen ist, über seine gute Form, die Situation des FC Bayern und seine Zukunft nach dem Vertragsende im nächsten Sommer.

Sport1.de: Herr Schweinsteiger, schmerzt die Wade noch?

Bastian Schweinsteiger: Ja, schon. Es war einfach eine blöde Situation. Ich war heiß und habe mich gut gefühlt, und dann kommt so ein Rückschlag gleich zu Beginn der Partie. Aber ich habe mich durchgebissen, weil es für uns ein wichtiges Spiel war. Nun habe ich ein schönes Andenken aus Florenz: Zwei Schrammen und eine große Beule am Bein...

Sport1.de: Können Sie am Sonntag gegen Schalke spielen?

Schweinsteiger: Ich weiß es nicht, bin aber zuversichtlich. Es ist ein Top-Spiel gegen Schalke, da will ich unbedingt dabei sein, zumal ich gerade eine entscheidende Phase in der Saison verspüre.

Sport1.de: Inwiefern?

Schweinsteiger: Wir müssen jetzt nachlegen, ein Sieg auf Schalke kann ein weiteres Zeichen bedeuten, um sich auch Distanz zu Konkurrenten zu verschaffen. Ein Dreier könnte Gold wert sein.

Sport1.de: Gerade Sie agieren derzeit auf hohem Niveau. Woher nehmen Sie Ihre Konstanz?

Schweinsteiger: Bei mir hat sich etwas verändert. Das habe ich schon seit Mitte der letzten Rückrunde bemerkt. Ich fühle mich einfach besser. Aber ich will jetzt unbedingt mal wieder ein Tor machen - gegen Florenz war die Chance da, deshalb ärgert es mich doppelt, dass ich diese blöde Verletzung bekommen habe. Die hat mich beeinträchtigt.

Sport1.de: In Ihrem Spiel fällt auf, dass Sie im Gegensatz zu früher mehr Übersicht zeigen und nicht mehr wie noch vor ein, zwei Jahren ständig auf den Ball schauen und dadurch manchmal den freien Mitspieler nicht sehen...

Schweinsteiger: Ich habe mich weiterentwickelt. So ein Tor wie zum Beispiel das 2:0 gegen Russland, das ich mit einen Lupfer nach rechts auf Michael Ballack vorbereitet habe, macht mir genauso viel Spaß, als ob ich das Tor selbst geschossen hätte. Früher hätte ich wohl lieber selbst draufgeknallt.

Sport1.de: Wie erklären Sie sich dann den schwachen Saisonstart des FC Bayern?

Schweinsteiger: Es gab viel Neues, das Trainer Jürgen Klinsmann bei uns eingeführt hat. Die Mannschaft musste sich erstmal darauf einstellen. Viele Dinge waren für uns ungewohnt. Nicht nur die Tatsache, dass wir jetzt alle den ganzen Tag zusammen im Verein sind. Ich dagegen bin damit und mit den Ideen des Trainers ganz gut zurecht gekommen.

Sport1.de: Derweil mischen Bayer Leverkusen und vor allem 1899 Hoffenheim die Liga auf...

Schweinsteiger: Hoffenheim ist für mich eine Riesen-Überraschung. Die spielen attraktiven Fußball. Ich bin gespannt, wie lange sie oben bleiben und ich freue mich schon auf unser Heimspiel gegen Hoffenheim am 5. Dezember. Wer hätte gedacht, dass das mal ein Spitzenspiel werden könnte? Aber ich bin sicher, dass wir am Ende der Saison vorne stehen.

Sport1.de: Ihr Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Ihnen liegen offenbar einige Angebote aus Italien und England vor, Manager Uli Hoeneß würde Sie gerne weiter an München binden. Wie entscheiden Sie sich?

Schweinsteiger: Dazu kann ich noch nichts sagen. Das wird mein neuer Manager Robert Schneider machen, mit dem ich hoffentlich länger als mit den anderen Managern zusammenarbeite. Er ist ein guter Typ und ich habe volles Vertrauen zu ihm.

Sport1.de: In München sind Sie aber doch heimisch - und gerade erst umgezogen...

Schweinsteiger: Richtig. Was München angeht, fühle ich mich so richtig wohl. Die Entscheidung, mitten nach Schwabing zu ziehen, habe ich keinesfalls bereut. Im Gegenteil: Da tobt das Leben - und da habe ich auch viele Freunde.

Sport1.de: Beeinflussen die Vertragsverhandlungen Ihre Leistungen?

Schweinsteiger: Das eine sind die Gespräche, das andere die Leistung auf dem Rasen. Es sind getrennte Sachen. Wie ich mich letztlich entscheide, steht noch nicht fest. Das Ausland reizt mich schon immer noch, andererseits ist Bayern München mit einer der am besten geführten Vereine in Europa. Hier ist jeder mit Herz dabei. Das macht unheimlich Spaß. Mit dieser Voraussetzung ist in den nächsten Jahren noch einiges möglich.

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