vergrößernverkleinern
Mario Gomez (l.) erzielte gegen Leverkusen seinen achten Saisontreffer © getty

Mit dem Remis im Top-Spiel tun Leverkusen und Bayern Spitzenreiter Dortmund einen Gefallen. Bayer ist am Ende dem Sieg näher.

Aus Leverkusen berichtet Thorsten Mesch

Leverkusen - Für den FC Bayern rückt nach dem 1:1 (1:1) im Hit des 13. Spieltags gegen Bayer Leverkusen die Titelverteidigung in immer weitere Ferne.

Auch für das Team von Jupp Heynckes bedeutet das Unentschieden einen Rückschlag.

Neun Punkte trennen Leverkusen, das nun seit zwölf Bundesligaspielen ohne Sieg gegen die Bayern ist und zudem Platz zwei an Mainz 05 verlor, von Tabellenführer Borussia Dortmund.

Sogar 14 Zähler beträgt der Rückstand der Bayern auf den BVB.

Noch nie in der Liga-Historie des Rekordmeisters war der Rückstand zur Tabellenspitze zu diesem Zeitpunkt so groß. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gomez hofft noch auf BVB-Einbruch

"Es ist bitter, weil wir die Punkte unbedingt haben wollten. Aber unter dem Strich ist das 1:1 gerecht", sagte Mario Gomez.

"Die Dortmunder sind im Moment bärenstark. Aber vielleicht kommt mal der Einbruch, und die verlieren ein paar Spiele. Dann müssen wir da sein."

Franz Beckenbauer schreibt die Titelverteidigung dagegen schon ab.

"Lichtjahre entfernt"

"Davon sind die Lichtjahre entfernt. Der 8. Tabellenplatz ist derzeit völlig berechtigt", lauetete das vernichtende Urteil des "Kaisers". Bei "Sky" lästerte er: "Das waren zu viele Ballverluste heute. Fehler wie im Kindergarten! So sind die Bayern nicht meistertauglich!"

Auch Toni Kroos sprach bei "LIGA!total" von einem schwierigen Unterfangen:

"Wir müssen letztlich mit dem Punkt leben. 14 Punkte sind verdammt schwer aufzuholen. Aber wir werden sicher nicht aufgeben."

Etwas positiver zeigte sich sein Coach. "Unser Ziel ist langfristig, und das ist: Meister werden", meinte louis van Gaal.

"Im Moment ist Dortmund vorn und hat die größten Chancen. Aber ich denke, dass wir auch noch eine Chance haben."

Schweinsteiger-Tor nicht anerkannt

Die Münchner, bei denen Franck Ribery zunächst nur auf der Bank saß, begannen vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena aggressiv und druckvoll.

[image id="7db4d43a-65ab-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Bereits nach 84 Sekunden zappelte der Ball nach einer Flanke von Danijel Pranjic und einem Kopfball von Bastian Schweinsteiger im Leverkusener Tornetz.

Doch Schiedsrichter Florian Meyer entschied auf Abseits - eine Fehlentscheidung, denn Schweinsteiger war auf gleicher Höhe mit einem Leverkusener.

Beide Mannschaften spielten - angesichts des Dortmunder Erfolgs in Freiburg - von Beginn an voll auf Sieg. Die Gäste bestimmten zunächst den Rhythmus.

Sam tifft die Latte

Die erste Großchance für die Gastgeber hatte Sidney Sam in der 21. Minute: Der im Sommer aus Kaiserslautern verpflichtete Offensivspieler setzte den Ball mit einem Drehschuss aus 15 Metern auf die Latte.

Die Bayern antworteten prompt. Nach einer Müller-Hereingabe klärte Friedrich mit dem Fuß vor dem einschussbereiten Gomez.

Auf der anderen Seite scheiterte Vidal nach einem schnellen Angriff mit einem Weitschuss an Butt.

Gomez zum Achten

Leverkusen blieb am Drücker, Renato Augusto setzte einen Schuss nach Vidal-Vorlage ans Außennetz - doch den Führungstreffer erzielten die Bayern.

Nach einem öffnenden Pass von Tymoshchuk flankte Müller von rechts butterweich in den Strafraum, Schweinsteiger verlängerte über Adler hinweg und Gomez schloss aus vier Metern zu seinem 8. Saisontor ab (34.).

Pranjic verursacht Elfmeter

Leverkusen wirkte geschockt und hatte den Münchnern wenig entgegenzusetzen ? bis zur 45. Minute.

Pranjic hatte auf der linken Abwehrseite kurz hinter der Strafraumgrenze sein rechtes Bein stehengelassen, und Sam nahm die Einladung an und fiel.314908(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

Vidal verwandelte den Strafstoß sicher zu seinem 5. Saisontor. Es war bereits Leverkusens 13. Tor nach einer Standardsituation.

Ribery bringt wenig

Nach dem Wechsel übernahmen die Gäste wieder die Spielkontrolle, doch Leverkusen hielt mit Kampf und Leidenschaft dagegen.

Daran änderte auch die Einwechslung von Ribery nach 62 Minuten wenig. "Er hat sich bemüht, aber das war zu wenig", fällte Beckenbauer sein Urteil.

So kamen die Platzherren angetrieben vom starken Vidal und einem immer besser aufspielenden Rolfes mehrere Male gefährlich vor das FCB-Tor.

Bayern zeigt keinen Siegeswillen

Einen Gewaltschuss von Vidal ließ Butt nach vorn abprallen, doch der hereinrutschende Sam verpasste den Ball nur um Zentimeter.

Die Gastgeber drängten auf den Siegtreffer, die Bayern enttäuschten in der zweiten Halbzeit weitgehend und ließen den unbedingten Siegeswillen vermissen.

Das sah letztlich auch Bayer-Trainer Jupp Heynckes so:

"Meine Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit etwas stärker gespielt. Der FC Bayern ist aber eine gute Mannschaft. Es ist immer schwierig, sie zu besiegen. Dazu muss man die Chancen besser nutzen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel