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Faryd Mondragon hat beim 1. FC Köln noch einen Vertrag bis Sommer 2011 © getty

In Stuttgart wird Mondragon wieder das Tor des 1. FC Köln hüten. Für Trainer Schaefer sind dessen Fehltritte kein Thema mehr.

Von Thorsten Mesch

Köln - Am Mittwochabend musste die Vereinsspitze um Präsident Wolfgang Overath eine heftige Ohrfeige von den Vereinsmitgliedern hinnehmen.

Im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) gilt es für die Spieler des 1. FC Köln, keine weitere Klatsche zu kassieren und sich aus dem Tabellenkeller langsam nach oben zu arbeiten.

"Das Votum der Nicht-Entlastung des Vorstands habe ich registriert, glauben Sie mir", sagte Overath dem "Express".

"Das war ein Denkzettel für uns", blickte Overath zurück, richtete aber sofort den Blick auf die Aufgabe im Schwabenland: "Jetzt muss endlich wieder der Fußball im Mittelpunkt stehen!"

Mondragon wieder im Tor

Vier Tage nach der Jahreshauptversammlung und acht Tage nach dem 0:4-Debakel gegen Mönchengladbach wollen Overath und die Mannschaft das Vertrauen der Fans zurückgewinnen.

Dass Trainer Frank Schaefer in Stuttgart dabei ausgerechnet auf den zuletzt auf die Tribüne und die Bank verbannten Torwart Faryd Mondragon setzt, kann zumindest als überraschend gewertet werden.

"Riskantes Manöver im Tor", titelte der "Kölner Stadtanzeiger", der "Express" bezeichnete Schaefers Schachzug als "gefährliches Spiel mit Mondragon".

Schaefer: "Mannschaft braucht Führung"

Der 39-Jährige, seit Wochen ohne Spielpraxis, ersetzt den 21-jährigen Miro Varvodic, der zuletzt beim 0:4 gegen Gladbach Nerven gezeigt hatte. "Die Mannschaft braucht Führung", erklärte Schaefer, "sie braucht jemanden, der vorangeht. Das hat Faryd im Training gezeigt."

Im bisherigen Saisonverlauf hat man jedoch Mondragons andere Seite gesehen.

Mehrere fehlerhafte Auftritte des Keepers kosteten die Mannschaft wichtige Punkte, eine Reise zu einem Länderspiel der kolumbianischen Nationalmannschaft gipfelte in seiner Degradierung durch den ehemaligen FC-Coach Zvonimir Soldo.

[kaltura id="0_o4c6dq3b" class="full_size" title="Chaostage beim FC"]

Sportliche Wiederauferstehung?

Der in seinem Stolz gekränkte Mondragon wollte sich danach nicht einmal auf die Bank setzen, ließ die Mannschaft im Stich und jammerte, er fühle sich "verraten wie Jesus Christus."

Ob dem 1. FC Köln in Stuttgart mit Mondragon die sportliche Wiederauferstehung gelingt, bleibt abzuwarten.

Einerseits haben die "Geißböcke" seit 1996 nicht mehr bei den Schwaben verloren und sind so etwas wie der Angstgegner des VfB, andererseits hat Stuttgart seine drei Siege in dieser Saison allesamt im heimischen Stadion gefeiert.

Fünf Gegentore in Stuttgart?

7:0 gegen Gladbach, 2:0 gegen St. Pauli und 6:0 gegen Bremen - ein 5:0 gegen die zuletzt desolate Kölner Hintermannschaft würde als Mittelwert in diese Statistik passen.

"Wir müssen unseren Fokus auf die Defensivarbeit richten", weiß Schaefer. Die Mannschaft brauche in dieser Situation einen "erfahrenen Torwart, der viel spricht".

Alles, was vor seine Zeit passiert sei, "zählt nicht", betonte der Coach. Er habe von Anfang an gesagt, dass er mit Mondragon kein Problem habe.

Wechsel im Winter weiter Thema

Dass die Reizfigur nun wieder im Tor der Kölner steht, heißt jedoch nicht, dass die Zukunft des Kolumbianers, der zuletzt heftig mit einem Transfer in die amerikanische Major League Soccer liebäugelte, in Köln liegt.

Mondragons Rehabilitation bedeute "nicht, dass er im Winter nicht wechseln" dürfe, erklärte Schaefer.

"Jetzt müssen wir erstmal sehen, bis dahin genügend Punkte zu sammeln", sagte Schaefer.

Overath: "Alles tun, um unten raus zu kommen"

Bis zur Winterpause, die nach dem Pokalspiel gegen Duisburg am 22. Dezember beginnt, wollen die Kölner sich von Platz 18 nach oben arbeiten.

"Wir wollen alles tun, um da unten wieder raus zu kommen", kündigte Präsident Overath an.

Ein Sieg beim VfB, der als Tabellen-Vierzehnter nur drei Punkte besser dasteht, wäre bei diesem Vorhaben ein wichtiger Schritt.

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