Von den fünf Coaches, die schon den Titel holten, laufen vier den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Das gilt vor allem in Bremen.

Fünf der 18 aktuellen Bundesliga-Coaches haben bisher in Deutschland die Meisterschaft geholt.

Doch in dieser Saison macht es den Eindruck, als ob die einstigen Erfolgstrainer ihren Siegeszauber verloren haben.

Nur einer aus dem Quintett steht mit seinem Team nach dem 13. Spieltag auf einem Europacup-Platz.

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Und das ist mit dem Leverkusener Jupp Heynckes auf Platz drei ausgerechnet der "Oldie", der seinen letzten deutschen Titel vor mehr als 20 Jahren mit dem FC Bayern feierte.

Sein Ex-Klub ist nach dem 1:1 bei Bayer als Tabellenachter nach wie vor weit von der Titelverteidigung entfernt.

Der Rückstand auf den weiterhin glänzenden Spitzenreiter Borussia Dortmund hat sich sogar auf 14 Punkte vergrößert, und so langsam schwindet der Glaube an die von Louis van Gaal angekündigte Aufholjagd.

Auch den anderen drei Ex-Meistertrainern bleibt beim Blick auf die Realität nur die Hoffnung auf Besserung in der Rückrunde.

An das selbst erklärte Ziel internationaler Wettbewerb glaubt aber bei HSV, Werder Bremen und Schalke 04 schon jetzt keiner mehr.

Obwohl er von dem Trio noch am Besten dasteht, könnte das Armin Veh als Erstem zum Verhängnis werden.

Der frühere Stuttgarter war ohnehin in Hamburg von Beginn an umstritten und nun sprechen nach dem Absinken ins graue Mittelmaß auch die Fakten gegen Veh.

Felix Magath dagegen kann nach dem 4:0 gegen Bremen immerhin auf den Aufwärtstrend bei Schalke verweisen und zumindest hoffen, dass sein Team nicht auf einem Abstiegsplatz überwintert.

Ohnehin kann sich der Alleinherrscher wohl nur selbst entlassen. Vorerst wird Magath daher darauf verweisen, dass er für die von ihm versprochene Meisterschaft mit den Königsblauen ja noch bis zum Vertragsende 2013 Zeit hat.

Als Musterbeispiel für einen solch langen Atem im schnelllebigen Profi-Geschäft galt bislang immer Bremen, wo Thomas Schaaf seit elf Jahren amtiert.

Allerdings zeigt das Werder-Debakel von Gelsenkirchen, dass eine Politik der ruhigen Hand auch im Fußball nicht immer zum Erfolg führt.

Vielmehr macht Schaaf einen zunehmend ratlosen Eindruck. Das Gerüst der Mannschaft stimmt nicht, die Leistungsträger schwächeln, die Neuzugänge sind keine Verstärkungen und die Probleme werden nicht gelöst.

Weder die Anfälligkeit in der Defensive noch die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive hat Schaaf abstellen können.

Nun droht am Mittwoch auch das vorzeitige Aus in der Champions League, und spätestens dann wird die Frage immer lauter werden, wie lange sich Werder den Gesetzen des Marktes noch widersetzen kann.

Irgendwann helfen die Verdienste der Vergangenheit nicht mehr weiter - das zeigt sich momentan bei fast allen Meister-Trainern.

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