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Mario Götze (r.) hatte maßgeblichen Anteil am entscheidenden Freiburger Eigentor © getty

Beckenbauer weiß nicht, "wer Dortmund noch einholen kann". Klopp ist nach einer "lächerlichen" Halbzeit stolz auf sein Team.

Freiburg - Bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses durften sich die Profis von Borussia Dortmund von hunderten Fans schon als kommender Herbstmeister feiern lassen.

Gleichzeitig gratulierte der "Kaiser" bei "Sky" vorzeitig zum ersten Halbzeit-Titel der Westfalen seit 15 Jahren.

"Dortmund spielt derzeit in einer anderen Liga", sagte Franz Beckenbauer nach dem 2:1 (0:1) des Spitzenreiters beim SC Freiburg.

"Ich weiß nicht, wie man den gewaltigen Vorsprung der Dortmunder noch einholen kann. Da müsste in Dortmund eine Epidemie ausbrechen."

Dass sich Beckenbauer mit seinen vorzeitigen Glückwünschen in Richtung des sechsmaligen Meisters nicht allzuweit aus dem Fenster lehnte, belegen die Zahlen.

Zum 100. Mal Bundesliga-Spitze

Der seit nunmehr zwölf Partien ungeschlagene BVB liegt nunmehr zum 100. Mal in der Klubgeschichte an der Tabellenspitze und hat sieben Punkte Vorsprung vor dem Zweiten aus Mainz.

Mit dem siebten Auswärtssieg in Folge stellte Dortmund einen neuen Liga-Rekord auf und braucht nur noch zwei Erfolge, um als Spitzenreiter in die Winterpause zu gehen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw sah es allerdings lange Zeit nicht danach aus, dass sich die Dortmunder diese hervorragende Ausgangsposition erarbeiten können.

Erste Halbzeit "im Vorbeigehen"

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Badenova-Stadion spielten die Westfalen in der ersten Hälfte ungewohnt schwach.

"Die war so im Vorbeigehen, das geht natürlich überhaupt nicht", kritisierte BVB-Coach Jürgen Klopp die Leistung der ersten 45 Minuten.

Und als sich der BVB durch eine überragende zweite Halbzeit selbst auf die Siegerstraße gebracht hatte, hätte Jakub Blaszczykowski den Westfalen fast einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Blaszczykowski am leeren Tor vorbei

"Wir werden ihn ein- oder zweimal in der kommenden Woche daran erinnern. Vielleicht werden wir die Szene nachstellen, um ihm zu zeigen, dass man da ein Tor machen kann," kommentierte Klopp süffisant die kuriose Szene in der 86. Minute.

Der Pole traf aus zehn Metern unbedrängt das leere Tor nicht und verpasste damit die Vorentscheidung. 314908(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

Für diese Nachlässigkeit wären die Dortmunder in der Nachspielzeit fast bestraft worden. Doch SC-Stürmer Stefan Reisinger traf nur die Latte.

Hummels siehts mit Humor

"Wenn wir das Tor am Ende gebraucht hätten, hätten wir uns natürlich geärgert, aber eine Strafe hätte es auch dann nicht gegeben", sagte Klopp.

Und weiter: "Er hat den Ball mit dem Knöchel getroffen. Wer gekickt hat, der weiß, dass sowas passieren kann."

Ähnlich sah es Nationalspieler Mats Hummels: "Im Nachhinein ist es fast lustig, anders wäre es natürlich ärgerlich gewesen."

"Lächerliche" Halbzeit

Ärger hatte es zur Pause in der BVB-Kabine gegeben.

Laut Hummels bezeichnete Klopp die Vorstellung im ersten Durchgang, in dem die Dortmunder durch ein Eigentor des Innenverteidigers (27.) verdient in Rückstand geraten waren, als "lächerlich".

Klopps Schützlinge nahmen diese Kritik an. "Wir sind auch nicht zimperlich miteinander umgegangen", meinte Hummels.

Klopp am Ende zufrieden

Nach der Partie war Klopp milder gestimmt als in der Pause.

"Die Jungs sind der Fehleinschätzung unterlegen, dass das reichen könnte. Das ist menschlich. Aber es gibt zum Glück Halbzeitpausen, um nachjustieren zu können. Wir haben der Mannschaft verdeutlicht, dass so gar nichts geht", erklärte der Coach.

"Das sind Erfahrungen, die die Mannschaft machen muss. Wenn man das am Ende in ein positives Erlebnis umwandeln kann, können wir damit arbeiten", so Klopp zufrieden.

BVB wie verwandelt

Die Halbzeit-Predigt von Klopp hatte ihre Wirkung nicht verfehlt.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen seine Schützlinge wie verwandelt auf den Platz.

Der BVB dominierte und wurde durch den Treffer des eingewechselten Robert Lewandowski (75.) belohnt. Ein Eigentor des Freiburger Mensur Mujdza (78.) machte den letztlich etwas glücklichen Sieg perfekt.

Remis wäre "gerecht gewesen"

Freiburgs Trainer Robin Dutt, dessen Team mit 21 Punkten nach wie vor gut da steht, trauerte dem verpassten Punkt nach.

"Wir sind ein wenig enttäuscht, dass wir mit leeren Händen nach Hause gehen. Ein 2:2 wäre am Ende gerecht gewesen. Wir waren in der ersten Halbzeit besser, Dortmund in der zweiten", so Dutt.

"In der ersten Halbzeit haben wir sensationell Fußball gespielt. Leider ist es am Ende nichts geworden", befand auch Verteidiger Felix Bastians.

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