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Schalkes Stürmer Raul hat in den vergangenen drei Spielen fünf Treffer erzielt © getty

Nach seiner Gala gegen Bremen stibitzt sich Raul sein Souvenir höchstpersönlich. Seine Tore widmet der Spanier seiner Familie.

Gelsenkirchen/München - Weltstar Raul hielt seine Trophäe fest im Arm wie ein kleiner Junge - und flüchtete dann, als sei der Leibhaftige persönlich hinter ihm her.

Nach seiner Gala beim 4:0-Sieg gegen Werder Bremen tauchte der Schalker Torjäger zunächst katzengewandt unter einer Absperrung durch, hastete dann eine Treppe hoch und legte mit einem Koffer im Schlepptau schließlich einen Sprint in einen Aufzug der Schalke-Arena hin.

Dies alles mit dem Spielball, den seine Teamkollegen signiert hatten. Denn auf keinen Fall wollte Raul ein Wort mit den spanischen Journalisten reden, mit denen er über Kreuz liegt.

Gesprochen hatte er zuvor dennoch - über seine Lieben. "Es ist eine Herzensangelegenheit, den Ball, mit dem ich drei Tore erzielt habe, meinen Kindern und meiner Frau mitzubringen", sagte er:

"Unsere Zwillinge (Hector und Mateo, Anm. d. Red.) hatten vor drei Tagen Geburtstag, unser Sohn Hugo heute. So konnte ich jedem ein Tor schenken."

Zehnter Dreierpack der Karriere

Für die deutschen TV-Sender ließ er sich dolmetschen, den Spaniern gönnte er nicht mal ein Foto. Den nassen Wuschelkopf versteckte der 33-Jährige hinter seiner Schalke-Jacke.

So mussten in der Heimat eben die Statistiker bemüht werden, die schnell die Zahlen nach Rauls Glanzvorstellung parat hatten.

Der zehnte Dreierpack in Rauls Karriere soll es gewesen sein, die erste "Tripleta" nur mit dem rechten Fuß, die erste seit dem 26. April 2009 beim 4:2 mit Real Madrid in Sevilla. "Genial!", sagte Trainer Felix Magath.

Raul hat seine Rolle gefunden

Als der der 57-jährige den Spanier in der 78. Minute für dessen Landsmann Jurado auswechselte, erhoben sich die Zuschauer. Die Schalker Krise scheint, besonders dank Raul, der bereits im letzten Heimspiel beim 3:0-Sieg gegen St. Pauli doppelt traf, vorerst beendet.

Auch das Ende der Diskussionen um Raul? Wochenlang wurde recht heftig gestritten, wo der mannschaftsdienliche Starspieler am besten einzusetzen sei. Möglichst nah am gegnerischen Tor, meinte so ziemlich jeder, eher etwas hinter den Spitzen, meinte Raul.

Magath ließ ihn gewähren, vertrat aber nach dem Sieg gegen Werder Bremen einen klaren Standpunkt. "Man hat gesehen, dass Raul weiter vorne seine Fähigkeiten am besten entfalten kann. Das war richtig stark."

Am Mittwoch gegen Lyon

Und für Raul so eindrucksvoll, dass er den Schiedsrichter bekniete.

Knut Kircher war anscheinend mit den spanischen Gepflogenheiten nicht vertraut. "Er musste erst ziemlich lachen, hat mir den Ball aber mit einer sehr netten Geste doch noch ausgehändigt", berichtete Raul lächelnd.

Am Mittwoch in der Champions League soll es genauso weitergehen. Schalke steht unter Zugzwang und sollte gegen Olympique Lyon siegen, um die Chancen auf das Achtelfinale hochzuhalten.

Die schlechte Nachricht für Lyon: Raul hat insgesamt fünf Kinder. Jorge und Maria wollen jetzt sicher auch ein Geschenk haben.

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