SPORT1-Experte Udo Lattel legt Werder-Coach Thomas Schaaf den Abschied nahe. Seine Meisterwette glaubt er dagegen verloren.

Hallo Fußball-Freunde,

nach der erneuten Niederlage der Bremer auf Schalke muss ich eines sagen:

Ich schätze Thomas Schaaf als einen der besten Trainer in der Bundesliga ein. Aber irgendwann ist die Zeit gekommen, wo man sagen muss: Es war wunderbar hier, aber jetzt reicht es eigentlich. Ein Trainer, der solange bei einer Mannschaft ist, läuft sich irgendwann tot.

Auch Per Mertesackers Leistung macht mir Sorgen. Ich habe das ungute Gefühl, dass er etwas anderes im Kopf hat - dass er vielleicht darüber nachdenkt, Werder Bremen zu verlassen. Es könnte sein, dass dies eine gewisse Rolle spielt. Er ist gedanklich nicht da, wo er hingehört.

Er galt für mich früher immer als Spieler, der praktisch nie ein Foul gemacht hat. Er ist in die Zweikämpfe gegangen und hat nie eine gelbe Karte bekommen. Und jetzt geht er einfach nicht rein, das gibt mir zu denken."

Positiv überraschen mich dagegen bislang die Freiburger - trotz der Niederlage gegen Dortmund. Ob sie weiterhin so erfolgreich bleiben, hängt davon ab, wie groß die Angebote für die Spitzenspieler sein werden.

Wenn da einige Vereine kommen die Geld hinlegen, wird sich der Verein überlegen, ob man den Spieler gehen lässt oder nicht gehen lässt. Das ist die große Entscheidung, die viele Vereine mitgemacht haben.

Borussia Dortmund ist nun eindeutig Favorit auf die Meisterschaft. Da müssen sie sich so langsam damit abfinden. Ich habe ja 100 Euro auf Bayern München gesetzt, dass sie noch Meister werden. Ich ziehe sie noch nicht zurück, aber ich werde sie wahrschenlich nicht gewinnen. Der BVB spielt ganz klar den besten Fußball.

Die Bayern dagegen spielen für mich im Moment einen Stil, den man als Trainer nicht unbedingt gerne hat. Es kommt keine Spielfreude rüber. Sie haben im Moment kein Feuer, da ist kein Leben in der Truppe. Es wird abgespult und wenn es geht, ist es gut. Wenn man auswärts unentschieden spielt, dann reicht das schon.

Das ist wirklich zu wenig, da muss mehr kommen. Da dürfen nicht so viele Fehler gemacht werden, da muss richtig reingegangen und bis zur letzten Minute gekämpft werden. Ich hatte das Gefühl, dass sie gestern gar nicht mehr den unbedingten Willen hatten, das Spiel noch zu gewinnen. Da muss noch mehr Risiko rein."

Was Louis van Gaal angeht, sollte er besser keinen Kampf mit Uli Hoeneß suchen. Ich kenne Uli Hoeneß, seit er 14 Jahre alt ist und bin weitestgehend mit dabei gewesen, wie er sich entwickelt hat: Van Gaal würde den Kampf verlieren.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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