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Martin Pieckenhagen stand zuletzt im Februar 2005 für den HSV im Bundesliga-Tor © imago

Bundesliga-Comeback nach fast sechs Jahren. Bei SPORT1 spricht der Mainzer Keeper Martin Pieckenhagen über seine Zukunfspläne.

Von Jakob Gajdzik

München - Unverhofft kommt oft.

Als sein Vertrag beim holländischen Erstligisten Heracles Almelo im März 2010 nach fünf Jahren nicht verlängert wurde, schien seine Karriere beendet.

Martin Pieckenhagen, der 215 Bundesligaspiele für den MSV Duisburg, Hansa Rostock und den Hamburger SV absolviert hatte, begann seine weitere Karriereplanung.

Doch als beim Mainzer Stammtorhüter Heinz Müller während der Saisonvorbereitung das Kreuzband riss, reaktivierte der FSV den Routinier als Ersatzmann hinter Christian Wetklo.

Beim 3:2-Sieg in Möchengladbach musste nun auch der zweite Mainzer Keeper verletzungsbedingt raus und verhalf Pieckenhagen zum ersten Bundesliga-Einsatz seit dem 26. Februar 2005.

Im SPORT1-Interview spricht der 39-Jährige über seine überraschende Rückkehr und seine Zukunftspläne.

SPORT1: Herr Pieckenhagen, Bundesliga-Comeback nach fast sechs Jahren. Hätten Sie damit noch gerechnet?

Pieckenhagen: Gerechnet wäre zuviel gesagt. Man hat mich ja nach der Verletzung von Heinz genau dafür geholt, dass, wenn sich Christian Wetklo verletzt, ich ins Tor muss.

Darauf hofft man natürlich nicht, aber rechnen muss man immer damit. Das ist am Samstag eben eingetreten.

SPORT1: Bei Wetklo wurde nur ein Bluterguss am Sprunggelenk diagnostiziert. Er wird wohl nächste Woche wieder spielen können. Ein kurzes Comeback für Sie...

Pieckenhagen: Es hat bei ihm zunächst den Eindruck gemacht, als ob es schlimmer wäre. Aber Christian sah schon am Sonntag wesentlich entspannter aus. Es war klar, dass er gegen Nürnberg ins Tor zurückkehrt. Ich bin eben für solche Situationen wie in Mönchengladbach da.

SPORT1: Nach zuletzt vier Pflichtspielniederlagen in Folge gelang Mainz in Gladbach endlich wieder ein Sieg. Hat der Abschwung ein Ende?

Pieckenhagen: Ich hoffe es. Wir haben in letzter Zeit nicht das abgerufen, was wir konnten. Wir haben wieder versucht, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren, die uns dahin gebracht haben, wo wir stehen.

Dass wir an uns glauben, haben wir bewiesen, als wir in Gladbach die beiden Rückstände aufgeholt haben. Der Siegtreffer war natürlich das Sahnehäubchen.

SPORT1: Nachdem bei Heracles Almelo ihr Vertrag nicht verlängert wurde, waren sie vereinslos. Wie kam er zum Wechsel nach Mainz?

Pieckenhagen: Im August habe ich angefangen, die Trainer B-Lizenz zu machen, bis sich dann Mainz bei mir gemeldet hat. Sie haben sich nach meiner Form erkundigt und ob ich mir vorstellen könnten, noch ein paar Monate dranzusetzen.

Sie haben jemanden mit der nötigen Erfahrung gesucht, der Christian Wetklo den Rücken freihält. Die Chance in die Bundesliga zurückzukommen, hab ich dann gerne wahrgenommen.

SPORT1: Fühlen Sie sich wohl in Mainz?

Pieckenhagen: Mein erster Eindruck hat sich bestätigt. Es ist eine schöne Stadt mit netten Menschen und einer super Mannschaft. Ich bin zufrieden.

SPORT1: Sie haben einen Vertrag bis Saisonende. Wie geht es danach weiter?

Pieckenhagen: Das weiß ich nicht. Ich muss schauen, wie es mir am Saisonende geht. Ich bin vor kurzem 39 Jahre alt geworden, da ist es auch klar: Irgendwann ist Feierabend.

Ich will aber gerne im Fußballbereich bleiben. Ich habe bereits während meiner Zeit beim HSV Sportmanagement studiert, im August die Trainer B-Lizenz angefangen. Ich möchte mich breit aufstellen, auch wenn die klar Tendenz in Richtung Sportmanagement geht. Das liegt mir näher.

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