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Lukas Podolski (M.) erzielte gegen Stuttgart seinen vierten Saisontreffer © getty

Der Nationalspieler verschafft dem FC ein Happy End nach einer Chaos-Woche. Der VfB fühlt sich abermals verschaukelt.

Stuttgart - Manager Michael Meier ballte auf der Tribüne vor Erleichterung die Faust, Matchwinner Lukas Podolski feierte mit den leidgeprüften Kollegen vor den eigenen Fans.

Die Kaltschnäuzigkeit des Nationalspielers vom Elfmeterpunkt (82.) bescherte dem 1. FC Köln ein 1:0 (1:0) im Kellerduell beim VfB Stuttgart und sorgte nach einer turbulenten Woche für ein Aufatmen bei den Rheinländern.

Tiefpunkt im Kölner Seelenleben war die Jahreshauptversammlung am vergangenen Mittwoch, auf der dem Vorstand um Präsident Wolfgang Overath und Meier die Entlastung verweigert worden war.

Schaefer: Sieg für den ganzen Klub

Kölns Trainer Frank Schaefer verstand den Sieg im "Sechs-Punkte-Spiel" als deutliches Zeichen der Mannschaft.

"Für Michael Meier freut mich dieser Sieg ganz besonders. Wir haben eine turbulente und harte Woche hinter uns, umso wichtiger war der Sieg für den ganzen Klub", meinte der Nachfolger des vor Wochen entlassenen Trainers Zvonimir Soldo.

Lob für Podolski

Die Geißböcke gaben mit dem vierten Auswärtssieg in Stuttgart in Folge nur eine Woche nach dem 0:4-Heimdebakel gegen Borussia Mönchengladbach die "Rote Laterne" wieder an den Erzrivalen ab und zogen nach Punkten mit den Schwaben (beide 11) gleich. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schaefer lobte vor allem Podolski: "Er hat Verantwortung übernommen, nicht nur beim Elfmeter."

"Das kotzt mich an"

Der Strafstoß erregte allerdings die Gemüter beim VfB. "Der Elfmeter war ominös. Eine ganz krasse und extreme Fehlentscheidung. Das kotzt mich schon an, Da kann man hinschauen, wie man will: Da war gar nix. Das geht mir auf den Keks", wetterte Sportdirektor Fredi Bobic nach dem Spiel bei "LIGA!total" gegen Schiedsrichter Christian Dingert.

Im gleichen Atemzug schickte er eine Spitze Richtung DFB: "Man muss sich schon überlegen, ob man bei der Ansetzung einen Schiedsrichter mit so wenig Erfahrung hinschickt, wenn es gegen den Abstieg geht." 314908(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

In der Tat war es für den 30-jährigen Dingert erst der vierte Bundesliga-Einsatz.

Keller kritisiert Chancenverwertung

Auch Trainer Jens Keller ging mit dem Referee hart ins Gericht: "Das geht ganz klar in Richtung Frechheit, das war ein Foul von Novakovic an Niedermeier".

Seine Mannschaft wollte Keller von der Kritik aber nicht ausnehmen: "In erster Linie ärgere ich mich über meine Mannschaft, dass wir aus unseren Chancen kein Kapital geschlagen haben.Von sechs, sieben Torchancen haben wir leider keine genutzt."

Ohnehin benachteiligte Dingert in einer anderen Szene auch den 1. FC Köln: In der 13. Minute pfiff er ein Foul von Stuttgarts Georg Niedermeier an Lanig voreilig ab und nahm den Gästen damit einen klaren Vorteil: Milivoje Novakovic war schon auf und davon gewesen.

Köln bleibt "Rotes Tuch" für Stuttgart

Großen Anteil am ersten Kölner Auswärtssieg der Saison hatte Torhüter Faryd Mondragon.

Der Kolumbianer, den Schaefer begnadigt hatte, weil er "uns bei der Organisation auf dem Platz weiterhelfen wird", lieferte sich als bester Kölner ein Privatduell mit dem auffälligsten Stuttgarter Timo Gebhart.

Für den VfB Stuttgart bleibt der 1. FC Köln jedenfalls ein Angstgegner. Seit September 1996 haben die Schwaben kein Heimspiel mehr gegen die Rheinländer gewonnen.

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